Jana Müller-Schmidt geht als erklärte Favoritin in den Kugelstoßring

(Torun/Krefeld, 24. März 2019) Jetzt beginnen sie also heute Vormittag, die wie ein Heißluftballon mit insgesamt 4.344 Startwilligen aus 88 Nationen aufgeblasenen Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf der Ü35-Generation im polnischen Torun. Eine kunterbunte biologische Mischung einer Masse von Spreu und Klasse an Weizen.
Machen wir es stellvertretend am Kugelstoßen der W50 auf. Die 20 gemeldeten Mädels im besten Mittelalter weisen eine Bandbreite von 9,18 bis 14,54 Meter oder Spanne von 5,36m auf. Bei den Langwürfen Diskus, Speer und Hammer multipliziert sich das auf das Drei- bis Fünffache. Generell sind die Meldeleistungen kein sonderlich verlässlicher Gradmesser und nur ein ungefährer Anhaltspunkt für die so genannte Papierform. Denn aufgrund des frühen Nennungsschlusses ist weit überwiegend mit den Leistungen aus dem Vorjahr gemeldet worden.
Freilich nicht bei der erklärten Favoritin Jana Müller-Schmidt (*1964; noch 54) von der SG Osterholz, die bei der Hallen-DM Anfang März, national schon in der W55, sogar 14,56m gestoßen hat.

Stoß/Wurf mit Kugel, Gewichtwurf und Speer am Werk

Was es sonst noch aus der Fraktion Stoß/Wurf neben dem Kugelstoßen für das gemeinhin schönere Geschlecht gibt: Gewichtwurf der älteren Klassen ab M60 unter dem Hallendach und Speerwurf der M35 bis 50 unter freiem Himmel. Überwiegend mit deutscher Beteiligung. Keinesfalls eine Insel der Glückseligen, da sich auch hierunter jede Menge Sporttouristen befinden, die sich für eine DM nicht qualifizieren würden, und fröhlich in allzu großen Feldern den reibungslosen Ablauf mit aufhalten werden. Ein Generalproblem, wegen fehlender Normen hausgemacht vom Senioren-Weltverband WMA, der sich hinsichtlich der Einnahmen nicht den Ast absägen will, auf dem er selber sitzt. Der hinlänglich bekannte, zum Scheitern verurteilte Eiertanz von Sport und Kommerz.  

Einmal mehr wird für aufgeblähten DLV-Begleittross sinnfrei Geld vernichtet

Doch da wir gerade schon bei zu viel Ballast sind. Einmal mehr bei solcherlei Anlässen kommt auch der sechsköpfige DLV-Begleittross plus Physiotherapeut mit Vizepräsident Matthias Reick an der Spitze mächtig aufgepumpt daher. Selbst dem Vorruheständler Jörg Erdmann (im Bild), ehedem hauptamtlicher Senioren-Referent, wird auf seine ausgedienten Tage noch einmal eine schicke Reise auf Kosten der Firma oder der Aktiven spendiert. Die mussten neben den erklecklichen Startgeldern für keine spürbare Gegenleistung eine zusätzliche Organisationsgebühr von 15 Euro an ihren Heimatverband blechen. Dennoch lässt sich allein mit den 7.125 Euro von jenen 475 Germanen das weitgehend arbeitslose und urlaubende Sextett freilich nicht finanzieren.
Aber der DLV hat’s ja – dringend nötig. Die grob vernachlässigten C-Kader-Athleten lassen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch unschön grüßen. Dem können sich die um den Drei-Länderkampf mit Frankreich und Belgien fortan geprellten Altersklassen M/W 40 + 50 gleich anschließen.
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