Eine erdrückende Majorität von Europa bei Hallen-/Winterwurf-WM

(Torun/Krefeld, 23. März 2019) Einen ausgezeichneten Ruf hat sich seinerzeit das Lokale Organisationskomitee (LOC) der Hallen- und Winterwurf-EM der Ü35-Generation 2015 in Torun (Polen) erworben. Damals waren es 2.186 Gemeldete aus 37 von 51 dem kontinentalen Dachverband EMA angeschlossenen Nationen. Nunmehr, vier Jahre später am selben Schauplatz, sind es bei den Senioren-Weltmeisterschaften vom 24. bis 30. März 2019 jedoch nach offizieller Teamliste 4.344 Startwillige (nicht zu verwechseln mit Teilnehmern bei einer 15 bis 25-prozentigen Ausfallquote) aus 88 Ländern. Darunter ein Gaststarter aus Saudi-Arabien, das dem Weltverband World Masters Athletics (WMA) nicht angeschlossen ist. Egal, wie viele da letztlich aus den verschiedensten Gründen bei den langen Vorlaufzeiten fehlen werden – eine gigantische logistische Herausforderung, einen reibungslosen, den Regeln entsprechenden Ablauf zu gewährleisten.

Lediglich 466 der 4.344 Gemeldeten kommen von außerhalb Europas

Selbst oder gerade Fachleute wie zum Beispiel EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin (im Bild) aus Ahlen sind in dieser Hinsicht sehr skeptisch, lassen sich indes gerne im Interesse aller Beteiligten eines Besseren belehren. Der unverändert umtriebige 78-Jährige ging in einem Beitrag auf der Facebook-Seite EMA Friends statistisch mal ein wenig in die Tiefe. Dabei kam der Wahl-Westfale bei heutigen Grenzen osteuropäischen Wurzeln unter dem dicken Strich zu dem Ergebnis, dass es sich bei einer erdrückenen Majorität um eine Art EM mit weltweiter Beteiligung handeln wird. 3.878 Gemeldete kommen aus 41 europäischen Ländern, der Rest von 466 „Aufrechten“ aus den verbleibenden 47 Nationen. Das Gastgeberland, das zur letzten Hallen-WM 2017 in Daegu (Südkorea) mal gerade ein Quintett entsandt hat, ist jetzt mit 870 potenziellen Teilnehmern vertreten, dahinter folgen in gehörigem Abstand Deutschland (475) und Großbritannien mit Nordirland (393). Aus den speziell bei den Senioren befreundeten Nachbarländern sind es aus den Niederlanden 63, Österreich 49, Belgien 40 und der Schweiz 22.

Eine normenfreie, dem Kommerz geschuldete Massenveranstaltung
 
Es ist und bleibt in einer dem Kommerz geschuldeten normenfreien Komfortzone schlussendlich eine Massenveranstaltung, die Klasse selbstverständlich nicht ausschließt. Die Sporttouristen aus aller Herren Länder werden nicht mehr als manchmal auch sehr lästige Staffage sein. Insofern ist die – vorläufige – Beibehaltung der 30-Sekunden-Regel (wir berichteten) zu begrüßen.
Die siebentägigen Titelkämpfe beginnen heute mit einer Eröffnungsfeier und morgen (8.30 Uhr; siehe Zeitplan) mit einem bunten Potpourri verschiedener Disziplinen und Altersklassen. Für die weitaus größere Zahl der daheimgebliebenen Talente von gestern und vorgestern wird ein Internet-Live-Stream angeboten.