Mit ganz viel bla, bla, bla um den heißen Brei herum fabuliert

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 15. März 2019)
Steigerungsform von Finanznot? Klamm, klammer, DLV!  Mit ganz viel bla, bla, bla und Zitaten Dritter versucht Senioren-Referent David Deister auf der Netzseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) dem vermeintlich dummen Leser einigermaßen plausibel zu erklären, weshalb der zehnmal ausgetragene Senioren-Drei-Länderkampf der U40/50 mit Frankreich und Belgien fortan ohne deutsche Beteiligung stattfinden wird. Er hätte wissen müssen, dass dieses Thema bereits bei der Hallen-/Winterwurf-DM am ersten März-Wochenende in Halle/Saale kursierte und stundenlang diskutiert worden ist, Aktive sogar bereit waren zur Kostenminimierung Eigenanteile zu leisten. Denn: Es fehlt schlicht am lieben Geld, an vergleichsweise überschaubaren 8.000 Euro. Da wurde dann kurzerhand der Rotstift angesetzt, im besagten Beitrag höchst unzulänglich um den heißen Brei herum fabuliert, statt das Kind frank und frei beim Namen zu nennen.

Nicht nur die Senioren werden vom Rotstift getroffen

Nun denke allerdings keiner, mit den Senioren/innen kann man’s ja machen. Es handelt sich schlicht um die konsequente Fortsetzung radikaler, restriktiver Sparmaßnahmen. Über die sozialen Netzwerke wurde nämlich seinerzeit bekannt, dass der DLV den geplanten U-20-Länderkampf (Halle/Winterwurf) gegen Italien und Frankreich und schon frühzeitig die Teilnahme am Europäischen Olympischen Jugendfestival 2019 in Baku (Aserbaidschan) aus Geldmangel abgesagt hat. Halten wir uns vor Augen, dass es um C-Kader-Athleten und damit die Elite von morgen geht. Unverantwortlich! Da kann getrost vernachlässigt werden, dass es nunmehr auch die Talente von gestern und vorgestern getroffen hat.

Andererseits macht der DLV nach Känguruart große Sprünge mit leerem Beutel

Allerdings das Schlimme daran hier wie da, dass der DLV auf allen anderen Ebenen nach Känguruart große Sprünge mit leerem Beutel zu machen pflegt. Das fängt bei dem gigantischen Wasserkopf der Beschäftigten in der Darmstädter Geschäftsstelle mit lauter Häuptlingen von Direktoren, Vize-Direktoren und Referatsleitern an, dazu Bundestrainern für alles und jedes, teure Dienstreisen von Offiziellen und ehrenamtlichen Funktionären sowie überbordenden Begleittrossen zu internationalen Meisterschaften aller Art, die von Senioren bis zu sieben meist völlig überflüssigen Personen eingeschlossen. Die Verhältnismäßigkeit ist hier fatalerweise, indes hausgemacht komplett aus dem Gleichgewicht geraten.   
Genau da überall wäre der Hebel zuerst anzusetzen, bevor überhaupt über die Streichung von Fördermaßnahmen und der Beteiligung an Länderkämpfen klammheimlich im stillen Kämmerlein nachgedacht wird. Offenbar ist den Großkopfeten nicht klar, dass sie schlussendlich munter die Komfortzone demontieren, in der sie es sich nach Gutsherrenart über Jahre hinweg so gemütlich eingerichtet haben.
Da der DLV beträchtliche öffentliche Fördermittel erhält, wäre eine knallharte Revision doch mal eine lohnenswerte Aufgabe für den Bundesrechnungshof und den Bund der Steuerzahler...