WMA leistet sich während der WM höchst zweifelhafte Veranstaltung

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Kolumne

Moment mal

(Torun/Krefeld, 14. März 2019)
Offenbar müssen da noch irgendwelche Fördermittel zur Erwachsenenbildung einigermaßen sinnfrei „verbraten“ und unters Fußvolk gestreut werden. Nicht wenige halten das allerdings für blinden Aktionismus. Wobei zunächst noch offen bleibt, ob es sich lediglich um pure Geldvernichtung oder eine lupenreine Geldbeschaffungsmaßnahme handeln wird. Das hängt schlussendlich vom (Miss-)Erfolg ab. Konkret: Der von Präsidentin Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen geführte Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) hat auf seiner Netzseite die potenziellen Startwilligen an der Senioren-Hallen-Weltmeisterschaft mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun zur 1.IAAF & WMA World Masters Conference „eingeladen“. Die Anführungszeichen deshalb, da es keine wirkliche Einladung ist, der Spaß vielmehr pro Person und Modul nach Voranmeldung 20 Euro kostet, limitiert auf jeweils 300 Teilnehmer/innen.

Hochkarätiges, indes weitgehend unbekanntes Dozenten-Duo

Die fraglos hochkarätigen, indes erst recht einer weltweit breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Dozenten Prof.Dr.Dr.h.c. Dietmar Schmidtbleicher (Frankfurt) und Prof. Dr. Ulrich Hartmann (Leipzig) werden an zwei Tagen (26. und 27. März) von 16 bis 17.45 Uhr in englischer Sprache zu verschiedenen Themen der Masters-Leichtathletik referieren. Die Herren werden aus Deutschland eingeflogen, agieren garantiert nicht für Gottes Lohn, sondern ein üppiges Honorar, verursachen weiterhin Kosten für Unterbringung und Verpflegung in einer Nobelherberge. Obendrauf wird noch ein Moderator mit Namen Günter Lange gesattelt.

Es dürfte auf ein veritables Zuschussgeschäft hinauslaufen

Da stellt sich schon die Frage von Aufwand und Ertrag, sprich: Nutzen. Denn welchen Aktiven soll das während einer solch komprimierten Meisterschaft interessieren, wo sie mehr als genug mit sich zu tun haben? Zumal Spezialistentum gerade in der Ü35-Generation verpönt und etwas für Weicheier ist. Die meisten von ihnen hecheln also Tag für Tag von einem Wettbewerb zum nächsten. Einmal abgesehen vom dafür fehlenden Faktor Zeit wird den „Oldies but Goldies“ doch schon für das ganze Drum und Dran genug Geld aus der Schatulle geleiert. Und dann noch so was. Erschwerend und verhindernd kommt hinzu, dass auch global betrachtet nicht jede/r dem Englischen in Perfektion mächtig ist. Womöglich nicht einmal die beiden Referenten und der Conferencier.
Kurzum sei die These gewagt: Es dürfte alles in allem auf den berühmt-berüchtigten Griff ins Klo, nämlich ein veritables monetäres Zuschussgeschäft nach dem Motto „Was lacostet die Welt?“ hinauslaufen.