Kampfgericht traf beim Diskus M60 eindeutige Fehlentscheidung!

(Halle an der Saale/Krefeld, 10. März 2019) Rätsel und gordischer Knoten gelöst. Genau genommen war es, mal abgesehen von der dazu führenden falschen Entscheidung, weder das eine, noch das andere. Denn: Wer lesen kann und die deutsche Sprache richtig zu interpretieren vermag, der ist/war klar im Vorteil. Vergewissern wir uns in der von LAMPIS aufgegriffenen leidigen Angelegenheit um die (falsche) Vergabe der Bronzemedaille im Diskuswurf der M60 bei der Winterwurf-DM in Halle/Saale dem Wortlaut der Regel 180.6 der maßgeblichen Internationalen Wettkampfregeln (IWR), die wir in unserem Beitrag vom 07.März 2019 explizit genannt haben.
Kurz rekapituliert: Lediglich bei acht oder weniger Teilnehmern in technischen Wettbewerben (Hoch und Stab ausgenommen) haben alle automatisch sechs Versuche. Im vermeintlich strittigen Falle waren es derer jedoch ursprünglich neun Bewerber. Da heißt es dann: „Den acht Wettkämpfern mit den besten gültigen Leistungen stehen drei weitere Versuche zu.“ Doch Klaus Lutter und Frank Hoffmann fabrizierten ausnahmslos ungültige Versuche, hatten ergo keine vorzuweisende Weite. Dass Lutter nach dem ersten Durchgang auf eine Fortsetzung des Wettkampfes verzichtete, ist dabei unerheblich. Hoffmann hätte demzufolge nicht am Finale teilnehmen und im Endeffekt den dritten Rang belegen dürfen.

Zitat: „Regel 180.6 ist bezüglich dieses Falles klar und deutlich formuliert“
 
Dazu haben wir neben den vielen Rückmeldungen zur Thematik mit dem weit überwiegenden gerade genannten Tenor auch eine von einem ausgewiesenen Fachmann. Namentlich von Wilfried Pletschen aus Kirchzarten, dem Leiter Wettkampfwesen im Badischen Leichtathletik-Verband. Der schrieb uns in einer E-Mail:
In den jüngsten Kommentaren zum Thema wurde der Sachverhalt mit Verweis auf Regel 180.6 der IWR richtig dargestellt; das heißt, es hätten nur 7 Athleten die letzten 3 Versuche ausführen dürfen. Regel 180.6 ist bezüglich dieses Falles klar und deutlich formuliert. Es ist bedauerlich, dass hier fehlerhaft gehandelt wurde.“

Es darf nicht beim Ausdruck des Bedauerns bleiben

Beim Ausdruck des Bedauerns, und so wird er es hoffentlich nicht gemeint haben, darf es indes nicht bleiben. Dem wahren Bronzemedaillen-Gewinner Norbert Hasselberg von der Union Schönebeck muss, obwohl es nicht der gleiche Spaß ist, nachträglich zu seinem via Regelwerk verbrieften Recht verholfen werden. Und zwar von „Amts“ wegen durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Denn anders als in Ballsportarten gibt es in der Leichtathletik keine unumstößlichen Tatsachen-Entscheidungen (den neumodischen Video-Schiedsrichter beim Fußball mal ausgeklammert), die nicht korrigiert werden könn(t)en. Es sei nur an die für den TV Heppenheim startende Ungarin Erika Mészáros-Fändrich (*1961) und den für die LG Radolfzell startenden Schweizer Hansruedi Stäheli (*1950) erinnert. Denen sind aufgrund fehlender Startberechtigung (die Einzelheiten schenken wir uns jetzt) die gewonnenen Titel mit dem Speer bei der Winterwurf-DM 2017 in Erfurt und im Diskuswurf bei der Stadion-DM 2013 Mönchengladbach im Nachhinein aberkannt worden. Siehe zur Wahl-Heppenheimerin diesen Link.

Wer verhilft Norbert Hasselberg zu seinem Recht?

Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Und der DLV wird seinerseits stets die heile Leichtathletik-Welt aus seinem Wolkenkuckucksheim in Darmstadt verkündend nicht tätig werden. Wer also verhilft im Interesse der Sache Hasselberg zur verdienten sportlichen Anerkennung bis hin zur Berichtigung der Ergebnisliste? Denn nur vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Nichtsdestotrotz haben wir vor- und fürsorglich unsererseits den gewählten Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) aus Eisenach telefonisch sowie in Weiterleitung der wesentlichen E-Mails über den Vorgang umfassend informiert. Sei noch erwähnt, dass der mit Gesetzen, Verordnungen, Bestimmungen und Regeln bestens vertraute selbständige Jurist die geschilderte Sicht auf die Dinge vollinhaltlich teilt. Da könne es bei der lupenreinen Faktenlage eigentlich keine verschiedenen Meinungen zu geben.