WM: Lokale Organisationskomitee wird eigenem Anspruch nicht gerecht

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Torun/Krefeld, 31. Januar 2019) Es ist nicht sonderlich spaßig, nach gewissenhafter, geradezu akribischer Recherche im Nachhinein als vermeintlicher Depp dazustehen. Dabei haben wir den Etikettenschwindel nicht betrieben und mit gezinkten Karten gespielt. Den Sportschuh hat sich das Lokale Organisationskomitee (LOC) der 8.Senioren-Hallenweltmeisterschaften mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun anzuziehen. Ob nun als bewusste Täuschung oder einfach nur Schlampigkeit, sei mal dahingestellt, mache sich jeder seinen eigenen Reim drauf.

Online-Erfassung der Anmeldungen angeblich in Echtzeit

Die Fakten: Das LOC hatte sich damit gerühmt, die Online-Erfassung der eingehenden Anmeldungen in Echtzeit vorzunehmen und bereits eine Minute später im Netz das „Update“ einer aktualisierten Version der Gemeldeten nach Nationen zur Verfügung zu stellen. Daraus folgert zwangsläufig, dass bei einem Meldeschluss am 29.Januar 2019, 24 Uhr, eine Minute später, also um 00:01 Uhr des 30.Januar, die Messe endgültig hätte gelesen sein müssen. Entsprechend haben wir, schnell wie wir als Online-Medium nun einmal zu sein pflegen, gestern zu früher Morgenstunde um 7 Uhr eine Saldierung der Registrierungsliste nach Ländern vorgenommen und den Beitrag mit Link dahin um 9 Uhr auf unsere Seite eingestellt. Genannt wurden neben der errechneten Gesamtzahl (4.274 + 1 „Unabhängiger" aus Saudi-Arabien) und den Nationen (87 + 1) auch aus den „Top Ten“ die drei Erstplatzierten Polen (821), Deutschland (472) und Großbritannien mit NordiIrland (390).

Angaben nach Meldeschluss noch mal leicht „aufgehübscht“

Das war einmal. Daraus wurden irgendwann bei einem späteren intuitiven Aufruf 4.338 + 1, 88 + 1, 836, 475 und 393. Wie das, da doch die Klappe längst gefallen war? Sei’s drum. Zumindest sollte jetzt klar sein, dass wir dieses Durch- oder Nebeneinander unterschiedlicher Angaben nicht zu verantworten haben.
Noch eine Schmonzette in diesem Zusammenhang. Der polnische Masters-Vizepräsident Jerzy Krauze schrieb mir in einer Nachricht über „facebook“, dass mit 4.330 (da hat er noch neun übersehen) Gemeldeten aus 89 Nationen (bis dahin 74) neue Höchstmarken aufgestellt worden seien. Einmal abgesehen davon, dass es sich bestenfalls um schmückendes, sinnfreies Beiwerk handelt, das den Aktiven schnurzpiepegal sein wird, und darüber keine offiziellen Rekordlisten geführt werden, stimmt es auch im ersten Punkt nicht. Bei der Hallen-WM 2017 in Daegu (Südkorea) waren es nämlich 4.364 Nennungen.
Hätten wir das auch noch in einem Abwasch mit geklärt.