Auf der letzten Rille wurde die 4.000er-Schallmauer noch durchbrochen

(Torun/Krefeld, 30. Januar 2019) Sieh an. Es geschehen noch Zeichen und Wunder! „Wer hätte das gedacht?“, war der einhellige Tenor jener Sportler, mit denen ich in regelmäßigem Gedankenaustausch stehe. Da muss auf der ziemlich letzten Rille noch ein mächtiger Ruck durch spätentschlossene Masters dieser Leichtathletik-Welt gegangen sein. Nach dem offiziellen Zwischenstand vom 25. Januar, 12 Uhr, hatten 2.901 Startwillige aus 77 Nationen ihre Nennungen für die 8.Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun abgegeben. Die hochfliegenden Pläne von um die 4.000 Meldungen der Organisatoren schienen in unerreichbare Ferne entrückt. Doch bis zum gestrigen Meldeschluss (24 Uhr) wurden daraus noch bei Online-Stellung dieses Beitrages um 9 Uhr inoffiziös 4.274 Gemeldete aus 87 angeschlossenen Mitgliedsstaaten des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA). Dazu gesellt sich noch ein „Unabhängiger“ unter neutraler weißer Flagge aus Saudi-Arabien, dessen Land nicht der WMA angehört. Weshalb solche Extrawürste? Eine großzügige Spende wird‘s vermutlich gerichtet haben. Filz, Klüngel und Kumpanei sind halt überall gegenwärtig.

WMA-Präsidentin Margit Jungmann mit ihrem Anliegen offenkundig gescheitert
 
Zunächst war auch von LAMPIS gemutmaßt worden, dass sich dahinter ein/e Athlet/in aus dem suspendierten Russland befinden würde. Schließlich hatte WMA-Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) sich vollmundig dafür stark gemacht, dass russische Senioren/innen wieder an internationalen Meisterschaften teilnehmen dürfen. Insofern immerhin nachvollziehbar, als sie nicht am flächendeckenden Staatsdoping teilgenommen haben und auch keinem Kontrollpool angehören, um ihre „Sauberkeit“ nachweisen zu können. Doch offenkundig ist Jungmann mit ihren Anliegen bei der IAAF und ihrem höherrangigen präsidialen Kollegen Sebastian Coe (Großbritannien) gescheitert. Das mag durchaus bedauert werden.

Melderekord für eine derartige WM wurde knapp verfehlt

Noch ein bisschen Zahlensalat für die vielen Freunde der Statistik. Der Melderekord für eine derartige WM vorwiegend unter dem Hallendach wurde knapp verfehlt. Er ist zuvor 2017 in Daegu (Südkorea) aufgestellt worden. Da waren es 4.364 Startwillige aus 74 Nationen. Auf europäischem Boden generierte bislang die Hallen-WM 2008 in Clermont-Ferrand (Frankreich) mit 3.670 Gemeldeten aus 65 Ländern die meisten Nennungen. Die „Top Ten“ in Polen vereinigen allein 2.951 Teilnehmer/innen in Lauerstellung auf sich. Naturgemäß führen die Gastgeber (821) die Hitliste deutlich an, gefolgt von Deutschland (472) und Großbritannien mit Nordirland (390). Alle weiteren Zahlen bis zum letzten Platz, je nach sichtweise 87 oder 88, unter diesem Link.
Ein großer Zuspruch ist indes noch lange kein Gütesiegel für die Qualität gerade normenfreier internationaler Titelkämpfe. Mehr so die gewaltige Ansammlung von Sporttouristen aus aller Herren  Länder und hier noch obendrein Kontinente. Darüber geben dann die Meldungen nach Disziplinen und Altersklassen Aufschluss, da inzwischen sinnvollerweise mit Leistungen gemeldet werden muss. Allein schon, um bei Vorentscheidungen besser die Spreu vom Weizen trennen zu können.