Norbert Pixken verstarb 80-jährig in seiner Wahlheimat Thailand

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(Pattaya/Krefeld, 29. Dezember 2018) Bedauerlicherweise gehört auch das zur Chronistenpflicht. Obgleich zur traurigsten, ultimativsten und schwersten. Insbesondere, wenn persönliche Betroffenheit bei einem Menschen hinzukommt, den man über ein halbes Jahrhundert gekannt, ungemein geschätzt hat und in Freundschaft verbunden war. Trainer-Legende Norbert Pixken (im Bild) ist im Alter von 80 Jahren in der Nacht vom 19. auf den 20.Dezember in seiner thailändischen Wahlheimat Pattaya verstorben. Er sei ruhig eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht, weiß sein bayrischer Freund und Nachbar Ralf Harrer als Augenzeuge zu berichten. Das mag bei allem Schmerz für viele frühere deutsche Weggefährten, und davon gibt es reichlich, ein Trost sein.

Jürgen Hingsen war sein Paradeschützling und Vorzeigeathlet

Für die jüngere Generation, die mit seinem Namen nichts anzufangen weiß, ein paar Eckdaten: Pixken ist bis zu seiner Pensionierung im Milleniumsjahr 2000 Chefcoach der ehedem ruhmreichen Leichtathleten des  SC Bayer 05 Uerdingen gewesen. Er war zu seiner Zeit der bei Weitem erfolgreichste Trainer in Krefeld. Seine Schützlinge sammelten zuhauf Titel und Medaillen. Unmöglich, das alles aufzuzählen. Besonders am Herzen lagen ihm, dem einstigen technisch brillanten Diskuswerfer, Team-Wettkämpfe und der Zehnkampf. Sein Paradeschüler war Jürgen Hingsen (*1958). Den förderte, forderte und formte er vom 16-jährigen B-Jugendlichen zum absoluten Weltklasse-Athleten im Zehnkampf, der dreimal den Weltrekord verbesserte. Die letzte Steigerung auf 8.832 Punkte ist 34 Jahre später immer noch deutscher Rekord!

„Der Karajan unter den Trainern“

Pixken beherrschte wie kaum ein Zweiter seiner Zunft das Instrumentarium von Zuckerbrot und Peitsche, hielt sich nicht sturheil an seine Trainingspläne, sondern passte sich der jeweiligen Tagesverfassung seiner Athleten an. Das trug ihm dereinst bei einer großen Geschichte in einem Sportmagazin die schmückende, indes nicht übertriebene Überschrift „Der Karajan unter den Trainern“ ein. Greifbarer und höher angesiedelt: Für sein soziales Engagement im Sport wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Der Verstorbene war Junggeselle und hinterlässt als nächsten Verwandten seinen jüngeren Bruder Fredy. Ob nach der Einäscherung eine Überführung und Urnenbeisetzung an seinem früheren Wohnort Uerdingen auf dem Friedhof an der Friedensstraße stattfindet, ist derzeit noch nicht bekannt. (Mehr zu Pixken unter diesem Link.)