Koffeinhaltige Energiedrinks verleihen angeblich sinnbildlich "Flügel"

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(Krefeld,  28. Dezember 2018) Nahezu alle Sportler/innen sind mehr oder weniger abergläubisch. Das fängt mit bestimmten Ritualen schon früh morgens am Wettkampftag an und hört bei irgendwelchen mutmaßlichen Zauberdrinks vor sowie während der Leistungserbringung auf. Da hat so jede/r sehr unterschiedliche Mittelchen, auf die sie/er schwört. Und wehe, sie wurden mal vergessen. Panik pflegt sich breit zu machen, jetzt nicht das in Meter und Sekunden erbringen zu können, was mühselig bis zur Stunde x antrainiert worden ist.
Besonders beliebt als Wirkstoff in jeglicher Form ist Koffein. Auch, aber eher selten als Kaffee. Was bis 2004 in einer bestimmten Konzentration immerhin auf der Dopingliste gestanden hat, muss doch einen Effekt zeitigen? Denkste! Es ist nicht von ungefähr als verbotenes Mittel gestrichen worden. Doch ungeachtet dessen erfreuen sich insbesondere koffeinhaltige Energiedrinks großer und steigender Beliebtheit. Sie verleihen angeblich sinnbildlich „Flügel“. Das suggeriert uns zumindest die Werbung. Selbst Formel-1-Piloten würden mittels Kunststoff-Trinkhalm in entsprechender XXL-Dose vor dem Rennen zu dieser klebrigen Brause greifen. Wer’s glaubt, wird selig. Alles Hokuspokus, folglich fauler Zauber.

Eine kleine Studie der Zeitschrift „Doping“ enttarnt den faulen Zauber
 
Das wurde nunmehr in einer kleinen Studie von der Zeitschrift „Doping“ bewiesen, die in der Ausgabe 3/2018 veröffentlicht worden ist. Probanden mit und ohne erhöhte Koffeinzufuhr wurden verschiedenen Tests beim Treppensteigen von 52 Stufen (das entspricht ungefähr vom Erdgeschoss bis in die dritte Etage) unterzogen. Es ergaben sich zwischen beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede beim Blutdruck, der Herzfrequenz und den Laktatwerten.
Aber wie bei so vielen Dingen sei es ja der Glaube daran, der Berge versetzen könne. Meist sind es freilich nicht einmal Maulwurfshügel. Für den Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes tut es nach wie vor die gute alte und bewährte Apfelschorle. Oder als Mineraldrink, von Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr.Ingo Froböse empfohlen, ein alkoholfreies Weizenbier.