Sportsch(l)au: Bei fiebrigen Erkrankungen Vernunft walten lassen

(Köln/Krefeld, 26. Dezember 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 105.Kapitel zu diesem Themenkomplex, das trefflich in die Zeit der bereits überall grassierenden Erkältungswelle passt.A.H.                                         

Da Sport ebenfalls die Körperkerntemperatur erhöht und die Durchblutung fördert, macht es ja eigentlich nur Sinn Sport zu treiben, wenn man erkältet ist. Falsch! Sport stellt eine zusätzliche Belastung dar. Die Energie, die eigentlich für die Krankheitsbekämpfung benötigt wird, fließt stattdessen in die Muskulatur. Somit schwächen wir unseren Körper weiter und geben den Bakterien und Viren mehr Chancen sich auszubreiten. Besonders wenn wir Halsschmerzen oder bereits fiebrige Erkrankungen haben, sollte zusätzlicher Sport unbedingt vermieden werden! Deshalb sollte man dem Körper bei starken Erkältungen oder grippalen Infekten die Ruhe und Pause gönnen, die er dringend benötigt. 

Ist Sport also Mord?

Natürlich nicht! Aber wir sollten bei Verletzungen und Erkrankungen immer dem Körper genug Zeit geben sich zu erholen oder andere Strukturen belasten. Wer beispielsweise nur einen leichten Schnupfen hat, sich aber sonst gut fühlt, kann auch mit angezogener Handbremse Sport treiben. Das kann sogar die Heilung unterstützen und uns wieder schneller fit machen. Wer sich nicht sicher ist, sollte Vernunft walten und es lieber drei bis vier Tage ruhig angehen lassen. Das hat noch keiner sportlichen Leistung geschadet.