Mit diesem Beitrag geht der regelmäßige Betrieb auf Lampis weiter

(Mönchengladbach/Krefeld, 21. November 2018) Bekanntlich ist ein Wettkampf kein Wunschkonzert. Das mehr oder weniger pralle Leben leider ebenfalls nicht. Diese Erfahrung musste ich unlängst mit einem kapitalen gesundheitlichen Einschnitt machen, bei dem ich Gevatter Tod noch mal so gerade von der Schippe gesprungen bin. Eingedenk dessen stand und steht die Rückkehr in einen halbwegs normalen Alltag, mit den ganz profanen Belastungen, die er so bereithält, im Vordergrund des Geschehens.

Postoperativer Reizhusten und Erkältung hemmten die Rehabilitation

Mühsam ernährt sich nicht nur das Eichhörnchen. Aber immerhin mache ich seit ein paar Tagen allmähliche, aber stetige Fortschritte bei der Anschluss-Heilbehandlung (Reha) im Herzpark Hardterwald in Mönchengladbach. Wenn man(n) kein Glück hat, gesellt sich mitunter noch Pech hinzu. Da nehme ich halt alles mit, was ich so bekommen kann. Denn in meinem konkreten Fall wurde die fast dreiwöchige Rehabilitation durch den klassischen postoperativen Reizhusten und im weiteren Verlauf verbunden mit einem Erkältungsinfekt (das Immunsystem ist im Keller) im Aufbau stark beeinträchtigt, praktisch zwischenzeitlich gehemmt.

Nach 38-tägigem stationären Aufenthalt ab heute wieder daheim
 
Wie oben schon erwähnt, kann ich seit geraumer Zeit allerdings das umfangreiche Programm von bis zu fünf Anwendungen täglich, inklusive Vorträge, absolvieren. Die Fortschritte sind fühl-, spür- und messbar. Gleichwohl bin ich heilfroh, dass ich heute Vormittag nach dann insgesamt 38-tägigen stationären Aufenthalt endlich wieder nach Hause kann. Da geht selbstverständlich mit Ausdauertraining, Krankengymnastik an geführten Geräten (eine Art Krafttraining), Koordination und Beweglichkeit die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit ungebremst weiter. Vordergründig geht es um eine Rückkehr in ein stinknormales Leben mit den „simplen" Dingen, die fernab des Sports der Tagesablauf so beschert. Die Prognose: Dieser Prozess wird bis etwa Ende Dezember, glücklicherweise 2018, in Anspruch nehmen. Danach ist, sofern überhaupt in Gänze möglich, der Rückbau auf ein einigermaßen sportliches Leistungsniveau angesagt.

Postoperativ von 97,5 auf 84,5 Kilogramm herunter

Postoperativ (19. Oktober) habe ich bis dato 13 Kilo  (von 97,5 auf 84,5) Gewicht verloren. Zeit- und Augenzeugen aus dem Kreise der unmittelbaren Sportkameraden muss ich nicht erklären, dass
ich nicht übergewichtig, sondern für einen fast 74-Jährigen überdurchschnittlich gut austrainiert war. Die Krux bei derart heftigen Einschlägen, dass sich zuerst die Muskulatur verabschiedet. Die wächst zwar bei entsprechender Anforderung ein liebes Leben lang. Doch sie schwindet nun einmal viel schneller, als dass sie bei noch so großer Plackerei wieder den vorherigen Stand erreicht. Hand aufs operierte Herz: Völlig illusorisch! Deshalb sei noch einmal manifestiert, dass meine Rückkehr in den Kugelstoßring ausgeschlossen ist.

Schluss mit lustig, wenn Anspruch und Wirklichkeit nicht im Einklang stehen

Die Szene und das ganze Drumherum werde ich nach 53 Jahren Leichtathletik mit schönen Erfolgen bis hin zum Hallen-Weltmeistertitel 2012 im finnischen Jyväskylä in der M65 aufwärts und vielen zwischenmenschlichen Begebenheiten am Rande der Bande garantiert vermissen. Das muss zunächst mal in meinen Kopf. Aber im Zweifel gehen die Gesundheit und, so schwer es auch fällt, die Vernunft vor. Wenn sich Anspruch und Wirklichkeit nicht mehr in Einklang bringen lassen, sollte eh Schluss mit lustig sein. Jedenfalls sehe ich das so.
Was jedoch die Mehrheit der vielen Stammbesucher stärker interessieren dürfte, ist die Wiederaufnahme der regelmäßigen Berichterstattung auf diesem Internet-Portal. Das ist schlussendlich als gestandenem, bekennendem Sportjournalisten mit Spaß an der deutschen Sprache und der Schreibe auch ein Lebenselixier für mich, das nicht unabdingbar von eigener Aktivität abhängig ist.
Also: Der Betrieb geht beginnend mit diesem Beitrag unverdrossen weiter. Gleichwohl aufgrund des einschneidenden Ereignisses mit einem gehörigen Mehr an Demut versehen, werde ich hoffentlich nicht urplötzlich Altersmilde geworden sein.
Schaun mer mal, dann seh mer scho. Der Urheber dieses Spruchs bin nicht ich, stimmt indes trotzdem.