Filz, Klüngel und Kumpanei zum (Fehl-)Start der neuen WMA-Präsidentin

Kolumne

Moment mal

(Rehlingen/Krefeld, 24. September 2018)
Neue Besen kehren gut. Bisweilen verkommt dieses geflügelte Wort aus Volkes Mund jedoch zur inhaltsleeren Floskel. Nun liegt uns nichts ferner, als Margit Jungmann aus Rehlingen als Besen zu bezeichnen. Das ist unsererseits ja auch lediglich sinnbildlich zu verstehen. Aber als neue Präsidentin des höchsten internationalen Senioren-Verbandes World Masters Athletics (WMA) hat die 62-jährige Saarländerin sich nicht gerade als die große Erneuerin erwiesen und einen denkbar schlechten Führungsstill an den Tag gelegt. Bei der nach Wahlen üblichen Umgestaltung der verschiedenen Komitees hat sie beim Personal-Bingo auf Althergebrachtes gesetzt. Bewährtes wäre in diesem Zusammenhang nämlich eine schamlose Übertreibung. Das trägt verdächtig den Stallgeruch von Filz, Klüngelei, Kumpanei und Besitzstandswahrung in abgeänderter Form. Das Gebaren nennt sich dann wohl Demokratur, alte Seilschaften in irgendeiner Form zu erhalten.

Ex-Präses Stan Perkins und seine Wilma dürfen weiterhin auf Weltreise gehen

Konkret: Ex-Präsident Stan Perkins aus Daisy Hill in Australien wird künftig für Marketing & Kommunikation zuständig sein. Damit er weiterhin gemeinsam mit der ihm angetrauten Herzdame Wilma (beide im Bild) auf Verbandskosten auf Weltreisen gehen kann und die Turbane nicht der Altkleidersammlung übergeben werden müssen, wurde sie vorsichtshalber in zwei Kommissionen berufen. Aber nun kommt der Super-GAU (= größte angenommene Unfall): Sandy Pashkin aus Eugene/Oregon in den USA, die ihre Unfähigkeit und Interessenlosigkeit in der Vergangenheit nachdrücklich unter Beweis gestellt hat, darf auch künftig in Sachen Statistik (Weltrekordliste) ihr hinlänglich bekanntes Unwesen treiben. Das kann Jungmann unmöglich entgangen sein. Zumal sie einräumte, gelegentlich bei LAMPIS reinzuschauen. Schwerlich anzulasten ist ihr, dass erstmals seit der Gründung der WMA vor 43 Jahren kein deutscher Vertreter in den acht Arbeitszirkeln vertreten ist. Obschon es womögliich einige gab, die ungeduldig mit den Hufen gescharrt haben. Wobei Eignung und Hingabe ja offenbar eine untergeordnete Rolle spielen.  

100-tägige Bewährungsprobe gilt es zu wahren

Gleichwohl darf mit Fug und Recht der Start der „Verbandsoberschwester“ als gründlich misslungen bezeichnet werden. Nehmen wir noch das Positive daraus mit: Es kann eigentlich nur besser werden. Weiterhin sei nicht verschwiegen, dass ihr wie jedem neuen Amtsinhaber in leitender Position eine 100-tägige Bewährungsprobe zuzubilligen ist.
Kommt Zeit, kommt Rat. Hoffentlich. Natürlich werden wir das fortan hart, aber fair beobachten.