"Karajan unter den Trainern" Norbert Pixken wird heute Achtzig

(Pattaya/Krefeld, 18. September 2018) Als Maestro Herbert von Karajan noch den Dirigentenstab zelebrierte und Leichtathletik-Cheftrainer Norbert Pixken (*18.09.1938) als Sportlehrer des FC Bayer 05 Uerdingen und des Uerdinger Bayerwerks mit seinen 10.000 Arbeitnehmern, vornehmlich für die Auszubildenden, des Werksschutzes und der firmeneigenen Feuerwehr, tätig war, wurde er vom damals monatlich erscheinenden Magazin „Sport und Fitness“ in einer doppelseitigen, bebilderten Geschichte mit der Überschrift „Der Karajan unter den Trainern“ geadelt. Keineswegs eine charmante Übertreibung. Mit Superlativen sollte gerade im Sportjournalismus sehr behutsam umgegangen werden, sonst gehen sie einem schneller aus, als einem lieb sein kann. Aber nach meinen 30 Jahre zwischen 1970 und 2000 andauernden hautnahen Beobachtungen als professioneller Berichterstatter sowie unmittelbaren Erfahrungen als aktiver Leichtathlet, zähle ich den gebürtigen Krefelder in dieser Sportart zu den wenigen Trainer-Legenden hier zu Lande.

Hervorstechende Gabe das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche

Er beherrschte das Instrumentarium von Zuckerbrot und Peitsche wie kaum ein Zweiter. Natürlich hatte auch er einen ausgeklügelten Plan, wenn er vor- und nachmittags zum zweimal täglich mehrstündigen Dienst am Menschen im Stadion Löschenhofweg im Krefelder Stadtteil Uerdingen erschien. Aber beim Individualtraining mit seinen Spitzenathleten vermochte er sich blitzschnell auf deren aktuelle Verfassung einzustellen und umzudisponieren. Fraglos neben seiner großen Fachkompetenz durch die nahezu gesamte breite Disziplin-Palette eine hervorstechende Gabe von ihm.

Weltklasse-Zehnkämpfer Jürgen Hingsen war sein Paradeschützling

Besonders gefragt war sie bei seinem Parade-Schützling Jürgen Hingsen (*1958), den er als 16-Jährigen entdeckte, forderte, förderte und zu einem Weltklassen-Athleten entwickelte, der dreimal den Weltrekord im Zehnkampf verbesserte. Die letzte Steigerung auf 8.832 Punkte von 1984 ist 34 Jahre später immer noch deutscher Rekord.  Denn der „Turm“, wie er wegen seiner zwei Meter Körpergröße von seinen Klubkameraden genannt wurde, war ein „Sensibelchen“, längst nicht so robust, wie es seine imposante Statur mit um die 100 Kilo Gewicht vermuten ließ. Da war er gefordert, der Karajan unter den Trainern, seinen Musterschüler stets bei Laune zu halten und auf Touren zu bringen. Als oftmaliger Augenzeuge weiß ich das aus eigener Anschauung und nicht vom Hören sagen.

Pralles Trainerleben mit Anekdoten gepflastert

Es ließe sich noch so manche Anekdote aus dem prallen Trainerleben von „Nöppi“, sein Spitzname, berichten. Die würden unseren Stammbesuchern aus manchem Beitrag (einen davon haben wir verlinkt) über ihn an dieser Stelle freilich sehr bekannt vorkommen. Sei noch erwähnt, dass der Junggeselle Norbert Pixken seit seiner Pensionierung im Milleniumsjahr 2000 in Pattaya rund 150 Kilometer von Bangok (Thailand) entfernt in einer Eigentumswohnung im 23.Stock eines Hoteltraktes lebt. Als Sonnenanbeter vornehmlich aus klimatischen Gründen.
Ein Blick auf das obige Datum hinter seinem Namen verheißt, dass er heute sein 80. Lebensjahr vollendet. Bleibt noch ein herzlicher Glückwunsch in die Ferne, lieber Norbert!  
Das nostalgische Foto zeigt Oberbürgermeister Dieter Pützhofen, Jürgen Hingsen und Norbert Pixken (von links) 1984 bei der Verleihung des Wappenteller, der höchsten Auszeichnung im Krefelder Sport.