Arild Busterud steigerte Weltrekord von Werfer-Legende "Ed" Burke

(Málaga/Krefeld, 12. September 2018) Ehre, wem Ehre gebührt. Schauen wir über den eigenen Tellerrand und überlassen einem „Wikinger“ den Vortritt. Arild Busterud (*1948) aus Norwegen verbesserte gestern im selben Wettbewerb gleich zweimal den Weltrekord im Gewichtwurf der M70. Und zwar von keinem Geringeren als dem dreimaligen Olympia-Teilnehmer (1964, 1968 und 1984!) im Hammerwurf Edward „Ed“ Burke (*1940) aus den USA. Die Bestmarke hatte er 72-jährig 2012 mit 22,33m in seinem Heimatland aufgestellt. Doch nun kam der immer noch bärenstarke, urwüchsige Skandinavier (im Bild) daher. Der Jung-Siebziger erzielte im dritten Versuch 22,95m und verbesserte im Anschluss daran seinen schon eigenen Weltrekord auf 23,15m, legte im fünften Durchgang 23,12m nach. Formidabel! So sieht ein sportlicher Sahnetag aus.
Den hatte auch Vania Silva aus Portugal in derselben Disziplin. Sie schaffte gar das Kunststück in der Senioren-Einstiegsklasse W35, wo häufig noch Weltklasse-Werferinnen der Frauen unterwegs sind (denken wir nur an Speerwerferin Steffi Nerius). Entsprechend war die Süd-Europäerin in einer eigenen Liga unterwegs, gewann mit einem Vorsprung von 3,23m auf Rang zwei und verbesserte mit 18,34m die fünf Jahre alte globale Bestmarke (18,02m) der Australierin Bryrony Glass um 32 Zentimeter.

Jeweils zweiter WM-Titel für Demmel und Gassenbauer

Richten wir unseren Blick wieder durch die rosarote deutsche Brille mit einem kleinen Schwenk zu unseren österreichischen Sportfreunden. Kapselverletzung hin oder her, die zudem weitestgehend ausgestanden scheint, fügte Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching dem WM-Titel mit dem Diskus den im Gewichtwurf mit 19,21m an, ist also bestens für den abschließenden Wurf-Fünfkampf gerüstet. Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien machte das überhaupt klassischste Wurf-Double zweier stark artverwandter Disziplinen perfekt. Der 60-jährige Österreicher war nach dem Hammerwurf (55,00m) auch beim Gewichtwerfen der M60 mit einer nahezu makellosen Serie von sechs gültigen Versuchen mit 19,03m in Durchgang sechs erfolgreich. Das spricht sowohl für seine Kraftausdauer, als auch die Aufrechterhaltung der Konzentration.
Der im letzten Jahr der M35 stehende Björn Lange (*1979) vom SC Magdeburg gewann gestern Abend den Speerwurf mit 67,21m, garniert mit einer blitzsauberen Serie von sechs gültigen Würfen auf respektablem Niveau. Wem der Name des Mannes aus der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt in der Senioren-Szene noch nicht geläufig sein sollte: Er ist selbstverständlich nicht wie ein Phönix aus der Asche emporgestiegen, hat immerhin eine Lebensbestleistung von 78,99m aus dem Jahre 2011 vorzuweisen.

Diskus-Erfolg für Sabine Rumpf

Tragen wir noch nach, was uns bei dem Wust von Resultaten bedauerlicherweise entgangen ist. Die noch zur erweiterten deutschen Spitzenklasse im Diskuswurf der Frauen gehörende Sabine Rumpf (*1983) von der LSG Goldener Grund Selters entschied Montagabend bei ihrem ersten internationalen Start bei den Seniorinnen (eher wäre es auch nicht möglich gewesen!) die W35 überlegen mit 52,25m (SBL 53,28m) für sich. Alle fünf gültigen Versuche hätten locker zum Titelgewinn gereicht. Dagegen war es auf den beiden nächsten Medaillenrängen eine Bierdeckel-Entscheidung mit 46,62 zu 46,57m.
Alle Ergebnisse vom gestrigen sechsten Tag mit einem Mausklick auf die blau eingefärbte Schrift.