Sportsch(l)au: Vorurteile über Zucker als Killer und süßes Gift, Teil 3

(Köln/Krefeld, 31. August 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 100. Kapitel zu diesem Themenkomplex, zugleich der dritte und letzte Teil der Zucker-Trilogie. Der erste Beitrag dazu ist am 16.August, der zweite am 22.August 2018 erschienen. A.H. 

Enttarnt: Die Top 5 der heimlichen Zuckerbomben

Säfte – enthalten viel Fruchtzucker, die bessere Alternative wäre hier Tee oder Wasser. Wenn es doch mal ein Saft sein soll, dann sehr stark verdünnt.
Salatsoßen – gerade in fertigen Salatsoßen steckt eine Unmenge an Zucker. Dieser dient hier als Geschmacksträger.
Ketchup – 100ml davon enthalten 22 Gramm Zucker.
Fertigprodukte – auch hier dient Zucker wieder als Geschmacksträger. Beim Kauf von Fertigprodukten auf der Verpackung nachsehen schützt. Noch besser: frisch kochen!
Light Produkte – beeinflussen den Blutzuckerspiegel zwar nicht. Oft führt dieses „einsparen“ von Kalorien dazu, dass wir uns hier und da eine Kleinigkeit zusätzlich gönnen, und der Effekt ist dahin.

Tipps für einen gesunden Alltag

Gerade morgens sollte Zucker in Maßen konsumiert werden. Dies sorgt dafür, dass wir aktiv und energiegeladen in den Tag starten können. Auch hier gilt es auf Vollkornprodukte zu setzen. Dadurch schaffen wir es bis zum Mittagessen genug Energie zur Verfügung zu haben. Der Blutzuckerspiegel bleibt so konstant. Es gilt also den Körper gekonnt mit Zucker zu versorgen. Die richtige Menge, zur richtigen Zeit!
Wahrscheinlich soll es nun direkt allen Zuckersünden an den Kragen gehen. Sinnvoller ist es, sich Schritt für Schritt vom Zuckerkonsum zu lösen. Wenn bislang die Mikrowelle der bevorzugte Freund in der Küche sein sollte, ist der beste Weg den Zucker zu kontrollieren selber zu kochen. Dazu gibt es viele nützliche Ratgeber mit einfachen Rezepten für schnell zuzubereitenden Speisen. Zusätzlich noch an die Regeln Regional, Saisonal und biologisch halten. Dann hat der Zucker kaum eine Chance! Gesündere Alternativen sind Honig, Ahorn-, Dattel- und Reissirup. Vorsicht ist bei Fructose geboten. Ein gefährlicher Zucker mit Heiligenschein, der die Leber stark belastet!

Die gute Nachricht zuletzt

Genau wie bei vielen anderen Dingen gilt auch beim Thema Zucker: Die Menge macht das Gift! Ein Stück Schokolade, ein leckeres Dessert beim Lieblingsitaliener oder ein Eis im Sommer können und sollten unbedingt ohne schlechtes Gewissen mit Genuss verzehrt werden. In Maßen, im Zusammenhang mit einer sonst gesunden und ausgewogenen Ernährung sowie ausreichend körperlicher Aktivität, geht auch der gelegentliche Konsum von Zucker in Ordnung.