Erster Tag der DM: Deutsche Rekorde durch Eva Nohl und Roland Heiler

(Mönchengladbach/Krefeld, 30. Juni 2018) Es ist alles wie fast immer bei Deutschen Senioren-Meisterschaften. Der veranstaltende DLV erfüllte abermals seine Bringschuld einer zeitnahen Ergebnis-Ermittlung für die vielen Interessenten unter den daheimgebliebenen Aktiven, aber auch der Presse bundesweit nicht. Fehlanzeige den lieben langen ersten Wettkampftag gestern im Rheydter Grenzlandstadion beim angekündigten Live-Ticker. Der gastgebende Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) stellte gestern um 20.32 Uhr auf seiner Netzseite eine Ergebnisliste (wieder in einem unzumutbaren wilden Durcheinander) online. Da müssen aber alle potenziellen Kiebitze erst einmal drauf kommen. Irgendwann hoppelte die Dachorganisation hinterher. Alles in allem ein Armutszeugnis der Extraklasse. Aber mit der stärksten Fraktion im Verband von über 400.000 Mitgliedern oder fast 50 Prozent kann man es ja machen. Dafür gibt es unsere virtuell höchste Auszeichnung: Den Mann im Mond mit Schlafmütze. Glückwunsch oder gute Besserung! Inzwischen verlautbarte, dass es „technische Probleme“ gewesen sein sollen. Wer’s glaubt, wird selig.

Neue Oberflächenbeschichtung machte einigen zu schaffen

Gut gemeint hatte es das Sportamt der Stadt Mönchengladbach. Es versah den Diskusring auf der optisch sehr schönen Anlage hinter der überdachten Haupttribüne und den Hammerwurfring im Außenbereich gegenüber dem Hinterein-/ausgang Breite Straße (die zweite Wurfanlage oberhalb der Stehtribüne auf der Gegengerade musste dem „DM-Dorf“ mit Catering et cetera weichen) mit einer brandneuen Oberflächenbeschichtung. Einige Werfer/innen kamen sich vor wie auf Schmierseife. Die Resultate hier wie da spiegeln das allerdings nicht zwingend wider. Der noch 79-jährige Roland Heiler (*20.12.1938) von der LAG Obere Murg steigerte seinen erst wenige Wochen jungen eigenen deutschen Rekord (40,26m) im Diskuswurf der M80 auf 41,74m, übertraf damit die Siegerleistungen der M70 und 75. Letzlich auch den weiterhin bestehenden Weltrekord (41,13m) des Schweden Östen Edlund, für den nach sinnvoller internationaler Regelung das Jahr der neuen Altersklasse bereits vollendet sein muss. Die hochüberlegene Eva Nohl (*1948) verbesserte die nationale Bestmarke im Hammerwurf der W70 auf 39,15m. Der mir namentlich nicht bekannte Stadionsprecher verhaspelte sich in diesem Zusammenhang, sprach einmal vom Rekord, verbesserte sich dann spornstreichs auf deutsche Bestleistung. Eine völlig schizophrene, bei den Senioren/innen vom DLV befohlene unterschiedliche Sprachregelung. Die der glücklicherweise morgen scheidende Seniorensprecher auf seinem Internet-Portal im Kadavergehorsam mit unschöner Regelmäßigkeit nachäfft.

Des einen Leid, ist der anderen Freud‘

Es gab viele weitere gute Leistungen bei Stoß und Wurf, die wir bei dieser „Anreißmeldung“ zwangsläufig nicht alle erwähnen können. Dafür sei auf das Suchspiel, auch Ergebnisliste genannt, hingewiesen. Noch zwei Fakten mit vier Athleten: Sehr stark die 55,51m von Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau im Diskuswurf der M50. Derweil meldete sich der haushohe Favorit Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhachingsich via Facebook verletzt ab. Der Weltklasse-Senior machte damit in der M55 im Kugelstoßen (14,82m) den Weg frei für Robert Ingenbleek (*1963) von der LG Eder und im Diskuswurf (48,46m) für den früheren 65-m-Werfer Olaf „Olli“ Többen (*1962) vom Pulheimer SC, der als Trainer und Fitness-Studioleiter des PSC nur noch gelegentlich die 1,5-Kilo-Scheibe in die Hand nimmt und wegwirft.