Wieder "Jugend forscht" auf dem Plakat von Senioren-Meisterschaften

(Mönchengladbach/Krefeld, 29. Juni 2018) Stell‘ dir vor, es sind Deutsche Senioren-Meisterschaften in der Leichtathletik und kein interessierter normaler Zuschauer weiß davon. Unvorstellbar? Denkste! So gesehen und geschehen bei den Titelkämpfen an diesem Wochenende in Mönchengladbach. Keine Plakatierung auf den Litfaßsäulen, nicht einmal irgendwo im unmittelbaren Dunstkreis des Rheydter Grenzlandstadions. Dazu muss schon das Innere der Arena betreten werden. Da weist eine etwas größere „Briefmarke“ im DIN-A-3-Format auf dieses Ereignis hin.

Grafische Gestaltung von einem Kindergarten-Zögling

Allerdings bedarf es schon eines genaueren Hinsehens, um danach und darob auf eine Senioren-Meisterschaft bis zu 93-Jährigen zu kommen. Abermals springt einem als Modell der geschätzt 16-jährige Hürdensprinter entgegen. Es darf gemutmaßt werden, dass die grafische Gestaltung beim DLV in Darmstadt von einem Kindergarten-Zögling stammt. Diese verhöhnende Karikatur eine Plakats taugt nicht einmal für den Party-Keller, die heimische „Folterkammer“, damit ist jetzt nicht das Schlafzimmer gemeint, oder die Gäste-Toilette. Soll aber einen Euro kosten, obwohl es geschenkt noch zu teuer wäre.

Margit Jungmann: „Da könnte ich mir ein treffenderes Motiv vorstellen!“

Der Zufall wollte es, dass mir just heute Vormittag bei der Abholung meiner Startunterlagen die Bundesausschuss-Vorsitzende und WMA-Vizepräsidentin Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen über den Weg lief. Natürlich habe ich sie nach gegenseitig freundlicher Begrüßung (kein Quatsch, man(n)/frau muss Person und Sache voneinander trennen können) auf diese Missgeburt einer ohnehin restlos verpuffenden Werbebotschaft angesprochen: „Da könnte ich mir auch ein treffenderes Motiv vorstellen“, antwortete sie frank und frei mit dem Unterton der Machtlosigkeit. Als ob es nicht unter den Seniorinnen und Senioen attraktive und zudem erfolgreiche „Eyecatcher“, um es im DLV-Deutsch auszudrücken, geben würde. Das Fragezeichen am Satzende können wir uns getrost schenken. Denn sie gibt es in Hülle und Fülle. Da kann ich mir als alter Fahrensmann in meiner Doppelfunktion als kugelstoßender Sportjournalist allemal ein Urteil erlauben.

Familien-Angehörige und Freunde von Aktiven werden zur Kasse „gebeten“

Alles das ist stümpferhaft und geringschätzend in höchster Vollendung. Aber ganz wichtig 5 Euro Eintritt vom existenziell nicht vorhandenen neutralen Beobachter verlangen. Es sind letztendlich die Familien-Angehörigen und Freunde der Aktiven, die zur Ader gelassen werden. Doch das hatten wir schon. Irgendwie muss bei den Totengräbern in Darmstadt die ungeliebte Senioren-Leichtathletik doch kaputt zu kriegen sein. Dazu gehört auch, dass der angekündigte Live-Ticker bis zur Online-Stellung dieses Beitrages um 16.30 Uhr nicht funktionierte. Startlisten – das war’s. Leider, und darauf liegt die Betonung, sollten wir mit unserer düsteren Vorahnung richtig liegen.

Heiko Wendorf eine gute Wahl

Eingedenk unserer komfortablen Lage, keine Neutralität wahren zu müssen, ergreifen wir für die anstehenden Wahlen zu den beiden DLV-Seniorensprechern (es gibt auch nur zwei Kandidaten) unverblümt Partei für Heiko Wendorf (*1970) vom Eisenacher LV in Thüringen. Der Wirtschaftsjurist ist als bekennender Kugelstoßer ein Späteinsteiger (seit Oktober 2016) und bereits zweimal als Veranstalter eines in der Region viel beachteten Kugelstoß-Meetings in Erscheinung getreten. Dazu ist er inzwischen ein guter Freund von Andy Dittmar aus Gotha, mit dem er gelegentlich gemeinsam trainiert. Mit einem signalroten Wahlzettel hat jeder Verein, unabhängig von der Anzahl der Gemeldeten, eine Stimme. Wer mehr auf sich vereinigt, wir der Sprecher der beiden Interessenvertreter.