Was soll bloß dieser Schwachsinn mit der Vorjahresleistung zu melden?

Glosse

Neben der Spur

(Mönchengladbach/Krefeld, 26. Juni 2018)
Meldeleistungen sind Schall und Rauch. Insbesondere, wenn sie wie für die Deutschen Senioren-Meisterschaften von kommenden Freitag bis Sonntag im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach zu gefühlt über 50 Prozent aus dem Vorjahr sind. Was, bitte schön, soll dieser honigblühende Schwachsinn? Es kann mir keiner allen Ernstes erzählen wollen, dass eben gut die Hälfte der 1.301 Startwilligen in der laufenden Freiluftsaison die Norm noch nicht erfüllt hat. Sie wollen schlicht mit der besseren Leistung melden. Das soll wohl einerseits als psychologische Kriegsführung herhalten, die Gegner einschüchtern zu wollen, dient andererseits als Pfeifen im Walde, sich selber Mut zu machen. Denn in aller Regel werden Senioren/innen von einem Jahr auf das nächste nicht besser. Außer sie heißen Andy Dittmar. Der biologische, bald 44-jährige „Wunderknabe“ aus Gotha stieß 2017 die Kugel in der M40 18,38m und heuer 18,39m.

„Lex Specialis“ wird schamlos zweckentfremdet

Vergegenwärtigen wir uns, dass es eine „Lex Specialis“ bei den Senioren/innen ist, die es sonst nirgends gibt. Beispiel die DM der Männer/Frauen: „
Nachfolgende Mindestleistungen müssen in der Freiluftsaison 2018 bis zum Meldeschlusstermin erbracht sein.“ Es  war für die Ü35-Generation als Ausnahmeregelung gedacht, mit der Vorjahresleistung melden zu dürfen. Nämlich für den Fall des Falles, dass wegen Verletzung oder Krankheit die Norm in der laufenden Saison noch nicht erbracht werden konnte, der- oder diejenige bis zur Meisterschaft aber wieder fit geworden ist. Darauf gilt es sich zurück zu besinnen. Diese wie ein Bazillus um sich greifende Unsitte (siehe oben) ist durch einen entsprechenden Passus in der Ausschreibung ein Riegel vorzuschieben. Wer die Qualifikationsleistung im Meisterschaftsjahr bereits erbracht hat, muss auch damit melden. Basta! Punkt! Aus!
Und vergessen wir eines nicht: Abgerechnet „wird auf’m Platz!“, entscheiden im direkten Vergleich die Tagesform und das bessere Nervenkostüm unter den Assen über Sekt und Selters. Die, mit Verlaub, „Hinterbänkler“, können sich die beschriebenen Kinkerlitzchen eh sparen.
Noch Fragen? Dann bitte beim Arzt oder Apotheker des Vertrauens stellen!