Seniorensprecher: Es gibt nicht mal die Wahl zwischen Pest und Cholera

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Mönchengladbach/Krefeld, 19. Juni 2018)
Bisweilen gibt es bei Neuwahlen wenigstens die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mit der alternativlosen Ausbaustufe davon bekommen es die Senioren/Innen zu tun. Wie der staunende Betrachter in der Seniorenspielecke auf der Verbandsnetzseite erfährt, stehen für die neu zu besetzenden beiden Positionen der DLV-Seniorensprecher (paritätisch weiblich und männlich) lediglich nur je ein/e Kandidat/in zur Disposition. Es ist zumindest unseren Stammbesuchern bekannt, dass Alfred Hermes (*1946) als bisheriger willfähriger, verbandskonformer Sprecher des Duos nach sechsjährigem erfolglosen Aussitzen dieses Pöstchens endlich die längst überfälligen Konsequenzen gezogen hat und nicht wieder kandidiert.

Bei Lidia Zentner ist eine fatale Fehleinschätzung im Spiel

Insofern überrascht es ganz gehörig, dass seine nahezu unsicht- und unhörbare „kongeniale Partnerin" und Quotenfrau Lidia Zentner (*1953) aus Pforzheim ihrem bereits vierjährigen tatenlosen Wirken eine weitere Amtsperiode bis 2022 hinzufügen will. Mit Verlaub: Die Mittel- und Langstrecklerin muss an pathologischer Selbstüberschätzung leiden. Oder handelt sie einfach nur ökonomisch, hat noch 500 Blatt feinstes Büttenpapier mit dem Zusatz „siebenfache Weltrekordlerin und DLV-Seniorensprecherin“ im Briefkopf, die sie nicht als Schmierzettel missbrauchen will? Über reine Wischi-Waschi-Lippenbekenntnisse kommt sie bei der oben genannten Kandidaten-Vorstellung nicht hinaus. „Interviewer“ David Deister vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ist brav genug, nicht nachzuhaken.

Karl Dorschner: „Wo sind die Athletenvertreter?“

Was konkret hat sie denn beispielsweise getan, dass neuerdings für Familienangehörige von Aktiven bei Deutschen Senioren-Meisterschaften Eintrittsgelder verlangt werden? Nichts! Praktisch ihr Markenzeichen. Dazu postet der starke Coburger Sprinter Karl Dorschner (M65) auf Facebook: „Es ist eine Schweinerei, wie der DLV die eigenen Mitglieder abzockt und einem die Freude vergällt. Das ist nicht ok. Die Startgelder sind mittlerweile wirklich hoch genug. Warum wehren wir uns nicht? Wo sind die Athletenvertreter?“
Aber wie bereits erwähnt, ist L.Z. aus P. alternativlos. Gleichermaßen ihr weithin unbekanntes männliches Pendant Heiko Wendorf (*1970) vom Eisenacher LV in Thüringen. Dass der bekennende Werfer (43. der DLV-Bestenliste 2017 im Kugelstoßen der M45) keinen in der Szene schillernden Namen mit sich herumträgt, sagt zu seiner Befähigung für dieses Ehrenamt selbstverständlich rein gar nichts aus. Was dazu Hoffnung macht, dass er als studierter Wirtschaftsjurist von Berufs wegen mit einer  gewissen Streitkultur ausgestattet sein muss/sollte. Das ist die Minimalvoraussetzung, wenn man es mit dem unbeweglichen Moloch DLV zu tun hat.
Ob nun bei der kommende Senioren-DM in Mönchengladbach gewählt wird oder nicht, ist ziemlich schnuppe. Die eigene Stimme werden sich die beiden als Vertreter ihrer Vereine schon geben.