Christopher Gerhard kehrte vom Nürburgring in kleinere Ringe zurück

(Mönchengladbach/Krefeld, 01. Juni 2018) Auf dem Nürburgring, der so genannten Grünen Hölle in der Eifel, ist er als erfolgreicher Automobil-Rennfahrer mit einem PS-starken Porsche 991 GT3 Cup bei Rundstreckenrennen und im VLN-Langstrecken-Pokal häufiger unterwegs. Nunmehr kehrte der ehemalige Senioren-Zehnkampf-Weltmeister Christopher Gerhard (*1967) vom ASV Süchteln nach einigen Jahren Wettkampfpause in die kleineren Ringe von Leichtathletik-Anlagen zurück. Da half Kommissar Zufall ein bisschen mit. Nämlich die Tatsache, dass sowohl die Nordrhein-Meisterschaften der Ü30-Generation am gestrigen Fronleichnam, als auch die Senioren-DM vom  29.Juni bis 01.Juli 2018 quasi als „sein Heimspiel“ im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach lediglich ein paar Kilometer von seinem Wohnort Viersen ausgetragen wurden respektive noch werden. So schnürte der wurfaffine einstige Mehrkämpfer wieder die Werfer-Schuhe. Körperlich hat er sich für die Rennfahrerei ohnehin fit gehalten, hinterließ gestern einen sehr guten, austrainierten Eindruck. Dass der eine hohe Konzentration fordernde Sport hinter dem Lenkrad obendrein eine glänzende mentale Schulung mit sich bringt, dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben.

Klassische Double gewonnen und formidable 50,72 m mit dem Diskus

Blendende Voraussetzungen also, mit unabdingbarem Techniktraining, dazu jetzt mit leichteren Geräten in der M50, an seine guten früheren Leistungen mit Kugel und Diskus anzuknüpfen.
Machte er denn auch, der seit Ende April 51-jährige Unternehmer (Gestaltung und Herstellung von Plastikkarten). Einem ersten Test unterzog sich das multiple Talent beim April-Sportfest in Erkelenz, setze dort mit 14,78m Kugel und 45,64m Diskus schon mal bemerkenswerte Ausrufezeichen. Allerdings schränkte er im Gespräch mit dem Autoren ein, dass ihm beim Kugelstoßen ein echtes „Sahneteilchen“ gelungen sei, das sich nicht beliebig wiederholen ließe. Derweil hielt er das Diskus-Ergebnis für noch stark ausbaufähig. Er sollte mit beiden Einschätzungen richtig liegen. Bei seinem Doppel-Erfolg stieß er zunächst 13,96m und öffnete anschließend mit 50,72m im Diskuswurf die Tür zur absoluten nationalen und erweiterten internationalen Spitzenklasse. Im Vorjahr warfen hier zu Lande lediglich Ausnahmekönner Norbert Demmel (*1963, jetzt M55) vom TSV Unterhaching mit 58,11m und in dieser Saison Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau mit 56,83m über 50 Meter mit der 1,5-Kilo-Scheibe.

Gisela Stecher bewies mal wieder ihr Herz für Senioren

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich Veranstaltungsleiterin Gisela Stecher um dieses und manches andere gute Ergebnis mit verdient machte. Sie schaffte es tatsächlich unter Mitwirkung des Sportamtes der Stadt Mönchengladbach eine zweite Diskuswurf-Anlage präparieren zu lassen und ein zusätzliches Kampfgericht auf die Beine zu stellen (wir berichteten im Vorfeld über diese Bemühungen). Das sorgte für Entzerrung der zunächst sehr großen zusammengelegten Felder in der M50/55 und der M70 und älter, mithin einer zügigeren, Athleten-freundlicheren Abwicklung. Sie hat halt ein Herz für Senioren.
Alle Ergebnisse der Titelkämpfe im Auswahlverfahren unter dieser Verlinkung.