Behält der Stendaler Hanse-Cup seinen Nimubs als Weltrekord-Festival?

(Stendal/Krefeld, 26. Mai 2018) Hält der Nimbus? Seit der Premiere des Stendaler Hanse-Cups im Jahre 2013 gab es stets mindestens einen Weltrekord in den Mehrkämpfen oder in einer seiner Disziplinen. Insgesamt sind es derer jetzt acht an der Zahl. Das allein ist schon für sich gesehen eine ganz besondere Höchstmarke. Beispiellos! Aber dieses Meeting lässt sich nicht auf nationale und internationale Bestmarken reduzieren. Es hat sich auch vom ganzen Drum und Dran rasend schnell den Ruf des Klein-Götzis (das Original in Vorarlberg/A findet ebenfalls an diesem Wochenende statt) unter den Königen und Königinnen der Athleten erworben. Und die nunmehr sechste Auflage heute und morgen im bestens herausgeputzten Stadion „Am Galgenberg“ der alten Hansestadt verspricht von den Namen mit Rang und Klang wieder erstklassigen Sport der Ü30-Generation.

Geraldine Finegan aus Irland startet im Zehnkampf

Und ein Weltrekord liegt buchstäblich in der Luft. Allerdings muss dafür die tranfunzelige WMA-Statistikerin Sandy Pashkin aus Eugene (USA) nicht ihren Bleistift spitzen. Denn es war keinesweg ein Versehen in der Meldeliste (wir berichteten), dass die als ein wenig „schräg“ beschriebene Geraldine Finegan (W50) aus Irland den Zehnkampf bestreiten will. Den Wettbewerb gibt es bekanntlich bei den Frauen nicht. Chef-Organisator Siggi Wille (im Bild) machte sich vorher bei Regel-Experte und LVP-Vizepräsident Dieter Tisch (Ludwigshafen) kundig, ob die extrovertierte Dame von der grünen Insel, auf der es mehr Schafe als Menschen geben soll, starten dürfe. Sie darf. Natürlich außer Konkurrenz und das zudem konkurrenzlos. Ein Spektakel für sich am Rande einer Zirkusnummer.

Wolfgang Ritte legte uns seinen Marschplan offen

Allerdings gibt es auch seriösere Vorhaben. Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen wird auf den Spuren von 2014 wandeln. Da stellte er mit 8.123 Punkten einen neuen Weltrekord im Zehnkampf der M60 auf. Nun will er den hochkarätigen in der M65 (8.205) angreifen. Das indes diesmal im Hinblick auf seiner Jagd nach der 4-Meter-Marke mit dem Stab ohne großartiges Spezialtraining in den neun anderen Disziplinen. „Es wird sehr, sehr schwer. Aber es ist nicht aussichtslos“, erzählte er im Gespräch mit dem Chronisten. Dazu ließ er sich in seinen auf 8.210 Punkte ausgerichteten Marschplan für das Zwei-Tage-Werk schauen: 100 m 13,29 sec., Weit 5,20m, Kugel 11,60m, Hoch 1,50m, 400m 67,00 sec.; 100 m Hürden 16,10, Diskus 35,00m. Stab 3,80m, Speer 34,00m, 1.500m 7:30 Minuten.

Lette Valdis Cela nun kein Geheimtipp mehr für einen Weltrekord

Und noch etwas fügte er in seiner nicht gespielten Bescheidenheit und Bodenständigkeit an: „Die Leute sollten weniger auf mich, als auf Valdis Cela aus Lettland schauen. Dem traue ich nach meinen Beobachtungen von der Hallen-EM in Madrid einen Weltrekord in der M70 zu!“ Den stellte übrigens im Mai 2016 Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen mit 7.943 Punkten in Stendal auf.
Neben den beiden herausragenden Mehrkampf-Ereignissen gibt es auch darüber hinaus ein Schaulaufen der Asse. So hat LAMPIS exklusiv erfahren, dass die deutschstämmige US-Amerikanerin Phil Raschker (*1947) aus Atlanta nach jahrelanger Wettkampf-Abstinenz ein Comeback in einer uns leider nicht bekannten Einzeldisziplin geben will. Und die gleichaltrige „Miss Germany“ der Laufbahn, die Weltrekordlerin über 100 und 200 Meter der W70, Ingrid Meier (im Bild) vom LAC Quelle Fürth, ist nach einer wesentlich kürzeren schöpferischen Pause im Dreikampf (100m, Weit, Kugel) mit von der Partie.
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