Neue Datenschutzgrundverordnung sorgt für allgemeine Verunsicherung

Kolumne

Moment mal

(Brüssel/Krefeld, 25. Mai 2018)
Mit dem heutigen Tag tritt sie also in Kraft, die europaweite Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Wie beinahe immer, wenn bei der EU in Brüssel etwas ausgebrütet wird, bleibt verbrannte Erde zurück oder löst zumindest allgemeine Verunsicherung aus. Die Westdeutsche Zeitung titelte dazu gestern in einem Kommentar „Neues Überraschungsei aus Brüssel“. Das trifft es auf den Punkt. Kurzum: Jetzt haben wir Bürger den Eiersalat. Sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung haben es leichtfertig, mehr noch sträflich versäumt, mit gezielten Informationskampagnen für eine breitgestreute Aufklärung Sorge zu tragen. Dabei wären seit der Ratifizierung des Gesetzes zwei Jahre Zeit gewesen. Nun brach auf dem letzten Drücker bis gestern große Hektik aus, wurden viel Haushalte von Unternehmen, mit denen sie irgendwie in Kontakt stehen, via E-Mail förmlich bombardiert, irgendwelche Einverständniserklärungen anzuklicken. Natürlich hatte jeder die freie Entscheidung, es auch sein zu lassen. Dann ist er womöglich in Teilen von der digitalisierten Außenwelt ausgeschlossen.

Berichterstattung auf unserem Internet-Portal läuft ganz normal weiter

Die Frage bleibt zurück: Wer darf eigentlich was und unter welchen Voraussetzungen? Nicht wenige mutmaßen, dass diese Verordnung ein gefundenes Fressen für Abmahnanwälte werden dürfte und noch die Gerichtsbarkeit beschäftigen wird. Als hätten die sonst nichts zu tun?! Beruhigend indes für Medienvertreter aller Couleur, dass die im Grundgesetz verbriefte Presse- und Meinungsfreiheit davon unberührt ist, weiterhin über Personen des öffentlichen Lebens und jene die am öffentlichen Leben teilnehmen, beispielsweise Sportler bei Veranstaltungen, berichtet werden darf, ohne von jedem erst eine Einverständniserklärung einholen zu müssen.
Also, liebe Stammbesucher und Gelegenheitsgäste unserer Internet-Plattform, der Betrieb unseres Nischenengagements geht unbehelligt weiter. So ich nicht eines anderen belehrt werden sollte. Aber für solche Eventualfälle kann ich über meine berufsständische Organisation, den Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS), die Dienste einer angesehenen Hamburger Kanzlei für Medienrecht in Anspruch nehmen. Davon musste ich in nunmehr 52 Jahren meines sportjournalistischen Wirkens lediglich einmal Gebrauch machen. Das kann jetzt niemand kontrollieren, stimmt aber trotzdem: Es ging obendrein zu meinen Gunsten aus.