Mit Verspätung ist die "aufgehübschte" EMA-Netzseite seit heute online

(Lausanne/Freudenstadt/Krefeld, 20. April 2018) Nobel geht die Welt zu Grunde. Und sei es nur mit einer Briefkastenadresse im mondänen schweizerischen Lausanne am Genfer See, dem offiziellen Sitz der European Masters Athletics (EMA). Wenngleich das nicht auf ihn zurückgeht, passt es vortrefflich zu der von Kurt Kaschke aus Freundstadt nach Art des Feudal- oder Gutsherrn hemdsärmelig geführten europäischen Senioren-Dachorganisation. Und da es auch in der Außendarstellung etwas hermachen muss, verordnete der ausgewiesene Reise- und Sonnenkönig der Verbandsnetzseite eine optische Aufhübschung. Die sollte eigentlich schon im vorigen Monat online sein. Aber „Der Karajan des (unkontrollierten) Delegierens“, der obendrein gerne mal einen Arbeitskreis bildet und irgendwelche Kommissionen installiert, verliert bisweilen den Überblick. Der Spruch „Bringt mich mal auf den Stand meiner Anordnungen“ ist ihm quasi auf den Leib geschneidert.

Oleg Kramar trotz Doping-Sperre zweimal international gestartet

Doch seine vermeintlich in Nibelungentreue ergebenen Vasallen pflegen ihn gelegentlich ins Leere laufen zu lassen. Das mag auch daran zu erkennen sein, dass beim heute gegen 17 Uhr endlich erfolgten so geheißenen Relaunch der Internet-Seite in der Fußleiste der bekennende Text „European Masters Athletics for fairplay and clean Sport“ auf Nimmerwiedersehen (?) verschwand. Oder ist das schlicht dem Umstand geschuldet, dass auf ein Versäumnis von Kaschke hin der positiv bei der Hallen-EM im April 2016 in Ancona (Italien) getestete ukrainische Hochspringer Oleg Kramar (*1964/M50) mit Doping-Befund trotz eigentlicher Sperre ungerührt noch bei der Stadion-WM im November 2016 im australischen Perth (immer noch als Zweiter geführt) und der Hallen-WM im März 2017 im südkoreanischen Daegu (war ursprünglich Erster, inzwischen als disqualifiziert gelistet) gestartet ist. Sergej Bubka dürften derartige Unzulänglichkeiten in seiner Dreifaltigkeit als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine, IOC-Mitglied  und Vizepräsident der IAAF gehörig geärgert haben. Zumal der ehemalige Ausnahme-Stabhochspringer und 35-fache Weltrekordler für Null-Toleranz bei Doping eintritt.
Auf all‘ diese elementaren Fragen kann freilich nur der 62-jährige Freudenstädter, über den zumeist wenig Freude aufkommt, eine Antwort geben. Allerdings ein ausgesprochen frommer Wunsch. Sehr schlüssig würde sie sowieso nicht ausfallen. Wie denn auch?! Verpennt ist und bleibt verpennt. Höchst ärgerlich ist jedoch, dass es keine Konsequenzen für den Verursacher zeitigt.

Alte biedere, hausbackene Aufmachung lediglich im neuen Gewand

Web-Designer werden beim Anblick des neuen Produkts gewiss nicht anerkennend mit der Zunge schnalzen. "Normalos" wie du und ich höchstwahrscheinlich ebenso nicht. Da hätte man(n)/frau von dem sich gerne den Anstrich des weltmännischen Kosmopoliten gebenden Kaschke einen echten Hingucker erwartet. Das ist jedoch von der optischen Aufmachung genau so bieder und hausbacken wie zuvor, streng genommen die Mühe und das Geld nicht wert. Doch wir wiederholen, was wir schon im Zusammenhang mit dem jüngst überarbeiteten WMA-Internetportal ausgeführt haben, dass es in erster Linie auf Inhalte ankommt. Und da wäre schon viel erreicht, wenn die Selbstdarstellung des Präsidenten der Vergangenheit angehören würde.
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