Blick über den Tellerrand: Andere Länder, bessere Sitten und Gebräuche

(Krefeld, 05. April 2018) Es war einmal und ist nicht mehr! So fangen alle Märchen an. Aber das lässt sich auch auf alle Bereiche des täglichen Lebens übertragen. Ergo den Sport eingeschlossen. Der Spruch „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ gehört längst der Vergangenheit an. Kleine(re) Nationen wie Österreich (8,8 Mio. Einwohner), die Niederlande (17,02 Mio.) und Italien (60,5 Mio.) haben uns bei den noch folgenden Beispielen den Rang abgelaufen. Wobei Größe im genannten Sinne ohnehin keine allein seligmachendes Kriterium zu sein pflegt. Es geht stets um die Liebe zum Detail und den schon sprichwörtlichen Dienst am Kunden, der ja angeblich König sein soll(te). Da hakt es hier zu Lande auf die (Senioren-)Leichtathletik bezogen an allen Ecken und Enden ganz gewaltig. Wobei wir vordergründig nicht einmal führungsschwache Führungskräfte meinen. Werfen wir also einen Blick über den Tellerrand.

Ein Wahlverfahren in Österreich mit sehr wenig bis keiner Angriffsfläche

So machen uns die „Ösis“ vor, wie mit einer paritätischen Abstimmung aus Leser-Votum – mit einer dreieinhalb mal so hohen Beteiligung als bei uns – und Experten-Jury (Trainer, Journalisten) eine gescheite Wahl zu den Leichtathleten des Jahres durchgeführt wird, ohne das hinterher daran ’rumgemäkelt werden muss und mit völlig zurecht gekränkten Eitelkeiten jede Menge verbrannte Erde hinterlassen bleibt.

Niederländer bieten ein ausgeklügeltes Melde- und Ergebnissystem

Die Niederländer glänzen derweil unter www.atletiek.nu mit einem ausgeklügelten, einheitlichen Melde- und Ergebnissystem (Live-Ticker)  für alle Leichtathletik-Veranstaltungen des Königsreichs. Jede/r Athlet/in, auch für ausländische Gaststarter, eröffnet ein Konto mit seinen persönlichen Daten, kann sich damit im Online-Verfahren zu den Wettkämpfen anmelden, erfährt dank hinterlegter E-Mail-Adresse rechtzeitig etwaige Zeitplanänderungen. Natürlich lässt sich vorab nachschauen, mit welcher Konkurrenz in Masse und Klasse man(n)/frau es zu tun bekommen wird. Bei größerem Interesse einfach mal die angegebene Netzseite aufrufen.

Durchdachte, anschauliche Ergebnis-Übermittlung „Made in Italy“

Schließlich zeigen uns die „Tifosi“ aus Bella Italia mit einer vernünftigen, durchdachten Software, wie eine anschauliche Ergebnis-Übermittlung geht; bis hin zu den jeweiligen Welt-, Europa- und Meisterschaftsrekorden in der Kopfleiste. Da lacht das Herz eines jeden Statistikers und nicht zuletzt das der Medien-Vertretern, die sich nicht mühselig und zeitaufwändig dazu erst andere Quelle erschließen müssen, die obendrein für den Allrounder in irgendeiner Redaktion europaweit gerade bei den Senioren nicht immer bekannt sind. Das darf sich mit Fug und Recht Service nennen. Näher müssen wir das nicht erläutern, da dieses fürwahr tolle Produkt von Fidalservizi, eine Tochter des italienischen Leichtathletik-Verbandes Fidal, erst kürzlich bei der Senioren-Hallen-Europameisterschaft mit Winterwurf in Madrid zu bewundern war.

Gleich dreimal Fehlanzeige beim angeblich ach so innovativen DLV

Der nach eigener, arg vollmundiger Werbebotschaft ach so fortschrittliche und innovative Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) vermag Derartiges nicht auf seine Beine zu stellen. Er bedient sich auf diesem letztgenannten Gebiet – na, wo wohl? – in Österreich. Unseren Stammbesuchern ist hinlänglich bekannt, dass es an diesem Programm jedoch eine Menge auszusetzen gibt. Angeblich handele es sich um Anwenderfehler. Die völlig absurde Aufrundung auf 7,3 Kilo von Kugel- und Hammergewicht (7,26 kg) lässt sich mit dieser Ausrede freilich nicht erklären. Manches andere sicherlich ebenfalls nicht.