Reine Herren-Runde der Spezies Stoß/Wurf gestern bei der EM

(Madrid/Krefeld, 24. März 2018) Für die Spezies von Stoß und Wurf folgte gestern bei der Senioren-EM in Madrid auf den Damen-Tag eine reine Herren-Runde mit Speer- und Gewichtwurf. Letzterer nach bisweilen auch in Europa praktiziertem amerikanischem Muster als Hallen-Wettbewerb diesmal unter freiem Himmel. Das könnte so manchen Statistiker bei etwaigen Rekorden in Schwulitäten bringen, der sich die Austragungsstätte nicht genau anschaut. Derartige Irritationen gab es 2011 bei der Hallen- und Winterwurf-EM in Gent (Belgien). Wobei wir hiermit nicht der Austragung in der Halle das Wort reden wollen. Ganz im Gegenteil bei den Beinahe- und tatsächlichen Unfällen die in der Vergangenheit schon passiert sind. Denn bekanntlich sind bei normenfreien internationalen Meisterschaften nicht nur Könner, sondern auch viele Sporttouristen nach dem Motto „Gewicht könnte ich eigentlich auch mal werfen“ am unseligen Werk. Dabei spielten sich bisweilen abenteuerliche Szenen ab. Und in dieser Hinsicht fabuliere ich als häufiger Zeit- und Augenzeuge bei 16 EM- und WM-Starts zwischen 1986 und 2012 nicht über des Kaisers Bart. Geradezu ungeheuer leichtfertig, dass 2008 bei der Hallen-WM im französischen Clermont-Ferrand Kugelstoßen und Gewichtwurf parallel nebeneinander stattgefunden haben. Pure Glückssache, dass außer Angst und Schrecken nicht mehr passierte.   

Günther Fändrich bei dicht gedrängtem Führungstrio verdienter Sieger
 
Manches Mal hieß es für deutsche Teilnehmer knapp daneben ist auch vorbei. Andererseits allerdings auch mit dem „richtigen Sieger“. Denn es gab erneut eine Bierdeckel-Entscheidung, sprich: die drei Medaillen im Gewichtwurf der M75 wurden auf dem Durchmesser dieser Unterlage vergeben, so sie denn rund ist. Günther Fändrich vom TV Heppenheim hatte bei seiner Tagesbestweite von 16,22m lediglich drei Zentimeter Vorsprung auf den Zweitplatzierten (16,19m) und elf vor dem Dritten (16,11m), gewann seinen zweiten Titel nach dem Hammerwurf. Mitunter gibt es noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, da Günther die absolut beste Serie mit insgesamt vier Würfen über 16 Meter hatte.
Im internen deutschen Duell der lediglich zwei Teilnehmer der M80 zwischen den Dauer-Gegenspielern Peter Speckens und Lothar
Huchthausen holte sich „Don Pedro“ im dritten Anlauf endlich seine „Goldene“. Das zudem ausgesprochen deutlich mit 16,32 zu 13,97m. Huchthausen hielt sich dafür als der favorisierte Weltrekordler mit 34,93m im Speerwurf schadlos. Bei diesen drei Goldmedaillen sollte es im weiteren Tages- bis Abendverlauf bleiben.
Die weite
ren deutschen Medaillengewinner: Speerwurf, M35 (5 TN): 3. Kai Börries 46,53m; M40 (7): 2. Jens Kresalek 55,33m; M60 (11): 3. Paul Reinhold 49,63m; M65 (11): 3 Walter Kühndel 42,16m; M70 (5): 3. Helmut Hessert 37,07m; M75 (6): 2. Helmut Röhrle 37,63m. – Gewichtwurf, M45 (8): 2. Sören Triebel 14,51m; M60: 2. Hartmut Nuschke 17,46m.
Alle gestrigen Ergebnisse unter dieser Verlinkung.