Ein Leichtgewicht vom Wuchs, ein Schwergewicht an Klasse nun 75 Jahre


(Kücknitz/Krefeld, 09. März 2018)
 Er ist mit 1,82 Meter Körpergröße und austrainierten 95 Kilogramm „Abtropfgewicht“ alles andere als ein Riese von Gestalt für die Schwerathletik in der Leichtathletik. Ungeachtet dessen hat sich das waschechte, dauerhafte Nordlicht Kurt Goldschmidt (*09. März 1943) aus Kücknitz, einem Ortsteil von Lübeck, ab der M50 aufwärts eine große Strahlkraft in der internationalen Zunft im Kugelstoßen und Diskuswerfen erworben. Da wurde der Goldschmidt bis hin zu Weltmeistertiteln oftmals zum Goldschmied. Und wie sich unschwer am Geburtsdatum erkennen lässt, vollendet „Kuddel“ heute im Kreise seiner Familie und von Freunden sein 75.Lebensjahr in seiner Heimatgemeinde. Beginnen werden die Festlichkeiten mit einem zünftigen aushäusigen Frühstück in einem Café, um schon mal eine entsprechende Unterlage für den Feier-Marathon zu schaffen.

Drei Goldschmidt-Generationen auf großem Grund vereint

Aufgrund von Umbaumaßnahmen zusammen mit seinem Stammhalter auf dem großen eigenen Grund, auf dem heutzutage drei Goldschmidt-Generationen vereint sind, und einer immer wieder mal auftretenden hartnäckigen Ellbogenverletzung hat der gelernte Maschinenschlosser und Freiberufliche Sportlehrer in den letzten drei, vier Jahren sportlich kürzer treten müssen. Doch derzeit ist er gesund und fit, trainiert regelmäßig und will es in der M75 noch einmal wissen. Der Stadion-Weltrekord im Kugelstoßen (14,24m) seines Landsmannes Karl-Heinz Marg (SG Osterholz LA) vom 12.Juli 2013 in Mönchengladbach sind ihm Motivation und Ansporn zugleich. Bei den Senioren-Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein in Flensburg oder spätestens bei den „Norddeutschen“ bei seinem Heimspiel in Lübeck soll er tunlichst fallen. Momentan ist er im Training bei 13,80m angelangt.

Aktuell zwei Kugelstoß-Europarekorde und ein deutscher Rekord in seinem Besitz

Dabei ist Kurt nicht das, was man den typischen Rekordjäger nennt. Dennoch fielen ihm seit der Umstellung auf die Drehstoß-Technik 1995 aufgrund seiner zunehmenden Klasse zwangsläufig welche zu. Er hält immer noch den deutschen Rekord unter dem Hallendach in der M60 (16,57m), war auch Weltrekord, den Hallen-Europarekord der M65 (15,69m) und mit 15,90m den europäischen Freiluftrekord in der M65  Da der fortgeschrittene norddeutsche „Jung“ die Rotation sehr gut beherrscht, weiß er auch blendend mit dem Diskus umzugehen. Seine absolut größte Weite nahe den 60 Metern erzielte er in der M60 (1kg) mit 59,41m.

Hobbys: Buddelschiffe basteln und Fossilien sammeln

Der bekennende Familienmensch, sehr ausgewogen Vater von Sohn Jörg (*1967) und Tochter  Petra (*1973) sowie drei erwachsenen Enkelkindern, definiert sich selbstverständlich nicht nur über Sport, wozu neben der Leichtathletik als hervorragende Zubringerleistung für Beweglichkeit, Koordination, Reaktion und Beindynamik im Winter auch zweimal die Woche Basketball gehört. Der Mann mit dem Schnauzbart bastelt Buddelschiffe, die durch einen Flaschenhals bugsiert werden müssen, und sammelt Fossilien. Einige seiner schönsten Fundstücke sind im Naturhistorischen Museum in Lübeck zu bewundern. Vergessen wir nicht, dass seine herausragende Entdeckung Ehefrau Barbara ist, mit der er im Vorjahr Goldhochzeit feierte.  
Was auf dieser Welle und an dieser Stelle noch bleibt, ist ein herzlicher Glückwunsch zum Wiegenfest, lieber Kurt!