Gerätekontrolle war auch bei dieser Senioren-DM eine absolute Farce

(Erfurt/Krefeld, 07. März  2018) Um jeglichen Missverständnissen vorzubeugen: Eine nach dem Regelwerk eigentlich immer und überall zwingend vorgeschriebene Kontrolle von privaten Wettkampf-Geräten ist richtig und wichtig. Wenigstens in diesem sensiblen Punkt soll Chancengleichheit herrschen, gilt es der denkbaren Schummelei einen Riegel vorzuschieben. Das darf dann allerdings im Umkehrschluss mit Fug und Recht auch mit dem vom örtlichen Ausrichter gestelltem Equipment erwartet werden. Und auf diesem Sektor wird nach meinen in mittlerweile im April 52-jährigen Erfahrungen als Kugelstoßer sehr häufig die Richtigkeit von Amts wegen schlicht unterstellt.
Es war geradezu erbärmlich und ärmlich, streng genommen „unter aller Sau“, schlechterdings eine Schande, was anlässlich der Senioren-DM 2018 im Leichtathletik-Landesstützpunkt Erfurt geboten wurde. Durchgängig in allen Klassen mutierten um das Gewinde entkernte und mit einem Holzpflock zugestopfte ehemalige Hämmer zu Kugeln. Die hatten garantiert schon den 2.Weltkrieg er- und überlebt, sind natürlich nicht nachtarierbar und dürften kaum das korrekte Gewicht auf die Waage bringen, so sie jemals darauf gelegen haben sollten (siehe oben). Obendrein dürfen Kugeln nicht derartige Unebenheiten aufweisen!

Unzureichende Arbeitsmittel für Kontrolleure

Andererseits gingen die Kontrolleure mit höchst unzureichenden Arbeitsmitteln mit einer hanebüchenen Pingeligkeit an ihr Werk. Es sind etliche Kugeln mit dem nominell erlaubt größtmöglichen Durchmessern nicht abgenommen worden, wenn sie vermeintlich auch nur einen um 1 mü größeren Umfang hatten. Dass in aller Regel die lächerlichen Plastik-Schablonen nicht stimmen, überstieg deren Vorstellungskraft. Eine 120er Kugel kann nun einmal nach einem simplen physikalischen Gesetz nicht durch ein Loch passen, das ebenfalls genau 120 Millimeter misst. Es sollte möglich sein, für eine DM in einem Baumarkt für ein paar Euro eine Schieblehre mit großem Ausleger zu beschaffen, wo sich auf der Digitalanzeige der Durchmesser nachweislich für alle Beteiligten auf den Zehntelmillimeter genau ablesen lässt. So einfach wäre das.

DLV missachtet internationales Regelwerk

Überhaupt ist diese immer wiederkehrende leidige Diskussion, über die wir schon am 03.November 2016 berichtet haben, so überflüssig wie ein Kropf und einmal mehr vom DLV hausgemacht. Der missachtet in seiner Selbstherrlichkeit, Arroganz und Ignoranz mit konstanter Bosheit internationales Regelwerk. Es gibt einen bei der Generalversammlung des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) im Oktober 2013 in Porto Alegre (Brasilien) gefassten Beschluss, dass ab dem 01.Januar 2014 die Hülle (Durchmesser) aller Männer-Kugeln von 3 bis 7,26 Kilogramm maximal 130 und bei den Frauen von 2 bis 4 kg 110 mm betragen darf.
Und wo bleibt bis heute, über vier Jahre später, die Umsetzung, Frau Margit Jungmann? Wer sie nicht kennen sollte: Das ist die Vorsitzende des Bundesausschusses Senioren und WMA-Vizepräsidentin, die an der genannten Entscheidung sogar nachweislich mitgewirkt hat. Denn seinerzeit ist sie gewählt worden. Ungeachtet dessen gibt es auch ein Sitzungsprotokoll. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Hinweis auf weitere Beiträge zur DM in unseren Schaufenstern Ergebnisse und Flurfunk.