Ludwigshafen diesmal nicht der optimale Flughafen für die "Ritte-Air"

(Ludwigshafen/Krefeld, 04. Februar 2018)  Wettkampf ist das beste Training. Das mag grundsätzlich stimmen. Allerdings sind in dieser Hinsicht bei bereits älteren Semestern jenseits der Fünfzig erhebliche Zweifel angebracht. Da scheint bisweilen eher die Kunst der Pause angesagt zu sein. Denn ein Wettkampf bedeutet nun einmal neben der körperlichen Herausforderung am Limit auch weitaus mehr mentalen Stress. Obendrein kommt auch irgendwann das Training zu kurz, bei dem ja auch andere Reize über die eigentliche Disziplin hinaus gesetzt werden. Deshalb mutmaßen wir mal schlankweg, dass Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte (*07.01.1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen bei der Hatz als erster Mensch der M65 die 4 Meter zu überqueren (den Weltrekord hat er mit 3,95m längst) die Schraube ein wenig überdreht hat. Der Wahl-Uerdinger aus Moers absolvierte seit seinem Geburtstag innerhalb von exakt 28 Tagen oder vier Wochen insgesamt fünf Konkurrenzen (einmal 60m statt Stab). Das dürfte des Guten zu viel gewesen sein.

Fehlte das letzte Quäntchen körperlicher und geistiger Frische?

Jedenfalls musste er dieser Hatz, ja auch stets mit weiteren Reisen (Potsdam, Fürth) verbunden,  wohl gestern beim Seniorensportfest des Leichtathletik-Verbandes Pfalz (LVP) auf seiner erklärten Lieblingsanlage unterm Hallendach in Ludwigshafen Tribut zollen. Schlussendlich schien ihm das für große Vorhaben nun einmal unerlässliche letzte Quäntchen an geistiger und körperlicher Frische zu fehlen. Freilich war es beileibe kein kapitaler Rohrkrepierer. Bei ihm auch irgendwie unvorstellbar, dem Großmeister der punktgenauen, akribischen Vorbereitung. Er übersprang bis 3,80m alles im ersten Anlauf, bei der danach aufgelegten neue Weltrekordhöhe von 3,96m  fiel im zweiten Versuch die Latte erst herunter, als er schon wie ein Maikäfer im Februar mit dem Rücken auf der Matte lag.
Aber allen Unkenrufen zum Trotz wird die Rekordjagd bei allen sich bietenden Gelegenheiten weitergehen.Getreu dem Motto
Schmiede das Eisen, solange es heiß ist".

Jammern auf hohem Niveau

Während er und wir über ihn noch auf hohem Niveau jammern, war seine Ehefrau Ute (*1952) weit davon entfernt, ihren eigenen Europarekord (2,55m) der W65 zu verbessern. Mit übersprungenen 2,40m war schon das Ende der Fahnenstange, sprich: Auflageständer, erreicht. Noch schlimmer erging es dem gemeinsamen Sohn Thomas (*1979), der in der M35 einen „Salto nullo“ über die Anfangshöhe von 4,50m fabrizierte. Ein ziemlich gebrauchter Tag für das ansonsten vom Erfolg verwöhnte Trio mit dem Bayer-Kreuz auf dem Trikot. „Ludwigshafen war in diesem Jahr für die ,Ritte-Air‘ kein optimaler Flughafen“, kommentierte es Wolfgang Ritte gegenüber Lampis.
Mehr vermögen wir zum Meeting mangels einer bislang fehlenden Online-Ergebnisliste nicht beizutragen. Eingedenk der kruden Meldeliste (wir berichteten) womöglich auch besser so.