Wahl zu Senioren-Leichtathleten des Jahres bereits jetzt eine Farce

(Darmstadt/Krefeld, 14. Dezember 2017)  Wenn es letztlich nicht mehr als eine nette Spielerei wäre, könnte es glatt als schreiende Ungerechtigkeit empfunden werden. Eine Farce ist jedoch allemal. Dennoch: Der veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sich bei der Wahl zu den „Senioren-Leichtathleten des Jahres“ an die von ihm aufgestellten Regeln zu halten, auf deren Einhaltung er im umgekehrten Falle so penibel als einnehmendes Wesen achtet. Und da der gewählte Senioren-Sprecher seine originären Aufgaben mit konstanter Bosheit nicht wahrnimmt und lediglich ein erbärmlicher Handlanger des DLV ist (geradezu lächerlich, eher peinlich, dass er nach über einem halben Jahr die Dauer-Stellenanzeige des Verbandes auf seiner Netzseite thematisiert), ergreifen wir noch einmal Partei (siehe diesen Link).
Es ist, um es im Anglizismuswahn der „German Athletics Assoziation“ in Darmstadt zu formulieren, ein absolutes „No go“, dass Klemens Grißmer (im Bild) von der TSG Oberursel nicht zu den zehn Nominierten gehört. Der inzwischen 66-jährige Hesse stellte in der abgelaufenen Saison bei internationalen Meisterschaften und mithin als jeweiliger Titelträger phantastische Weltrekorde im Weitsprung (gleich zweimal), Hallen-Fünfkampf und im Zehnkampf der M65 auf. Was soll noch mehr seine Extraklasse und insbesondere enorme Vielseitigkeit unterstreichen?! Fürwahr ein „König der Athleten“, wie die Zehnkämpfer ehrfürchtig und verdientermaßen genannt werden. Dem Gremium der Pseudo-Experten beim eigenen Dach- und Fachverband fiel all dies in der Replik nicht auf. Unfassbar!

Roland Gröger könnte Größe beweisen

Und nun müssen wir leider doch an den Auserwählten herummäkeln. Dabei erinnern wir vor allem den DLV an seine – wiewohl unsinnige – Regelung. Danach kann ein/e Athlet/in in derselben Altersklasse nicht zweimal hintereinander Senioren-Leichtathlet/in des Jahres werden. Roland Gröger (M50) von TopFit Berlin und Tatjana Schilling (W45) vom TSV Korbach durften sich 2016 über diese ideelle Auszeichnung freuen. Ungeachtet dessen sind sie wieder unter den Nominierten und haben somit zumindest die theoretische Chance, abermals gewählt zu werden. Was nicht gewollt wäre. Gröger würde also völlig ausreichen, um Grißmer eine faire Chance einzuräumen. Wenn er den ersten drei Buchstaben seines Namens gerecht werden möchte, kann er Größe beweisen und von sich aus verzichten. Obendrein würde damit wenigstens er dem Prozedere gerecht, auf das sein Verein übrigens im Falle seines italienischstämmigen Klubkameraden und Trainers Daniele Biffi so großen Wert legt.
„Selbstverständlich beschwere ich mich nicht und freue mich darüber, nominiert worden zu sein. Aber es ist bei objektiver Betrachtung ein Ding der Unmöglichkeit, Klemens Grißmer zu übergehen“, sagte gestern im Gespräch mit mir Dauerrenner- und –brenner Herbert E. Müller vom TSV Bayer Dormagen mit der ganzen Weisheit seiner 88 Jahre.
Dem ist lediglich noch hinzuzufügen, dass wir alle miteinander auf die vorweihnachtliche Erleuchtung irgendeines verantwortlich Handelnden in der Darmstädter Kommandozentrale warten. Wunder soll es ja immer wieder mal geben. Dem ließe sich auf die Sprünge helfen, wenn sich viele Senioren/innen öffentlich unserem Appell anschließen.