Senioren-EM in Erdogan-Land erweist sich nicht als Renner

Kommentar

Unter uns gesagt

(Lausanne/Izmir/Krefeld, 06. Juli 2014)
Versprochen ist/war versprochen, nicht mehr mit werberischen Maßnahmen den Erfüllungsgehilfen für die ziemlich dilettantisch operierende EVAA in Lausanne zu spielen. Doch gestern Abend um 24 Uhr fiel die Klappe für den (vorläufigen?) verlängerten Meldeschluss zu den 19.Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31. August 2014 im türkischen Izmir. Da das offenbar die beabsichtigen Massen für die Kassen nicht zu mobilisieren vermochte, scheint ein weiterer Nachschlag nicht ausgeschlossen. Zurückhaltung allenthalben und allerorten. Selbst bei der sonst so reise- und teilnahmelustigen Ü-35-Generation aus Germany, wie wir nach Lesart des DLV inzwischen heißen. 238 Senioren/innen tauchen auf seiner offiziellen Meldeliste im Netz auf. Dazu gesellt sich noch eine kleine Dunkelziffer von erfahrungsgemäß 10 bis 20 Geheimnisträgern, die nicht genannt werden wollen. Dabei sind gar keine Adressen angegeben, die potenziellen Dieben sachdienliche Hinweise auf verwaiste Prachtvillen geben könnten.
Und international? Wie wir von einer sehr späten Online-Melderin mit der fortlaufenden Registrierungsnummer 2.351 erfahren haben, dürfte es auf maximal 2.500 Startwillige hinauslaufen. Da machen wir uns bei dem sich abzeichnenden Minusrekord (vor zwei Jahren in Zittau 3.887) ernsthafte Sorgen. Nicht um die sportliche Qualität, die bei viel Quantität durch die allzu vielen Sporttouristen doch nur verwässert wird. Vielmehr um den Tross der Offiziellen. Wie will es der Bundesausschuss Senioren rechtfertigen, bei rund 200 Schutzbefohlenen (die meist hohe Ausfallquote schon abgezogen), wovon die wirkliche Inanspruchnahme bei etwa fünf liegen dürfte, als KDF (= Kosten der Firma namens DLV)-Maßnahme mit von Frontfrau Margit Jungmann angeführtem vollständigem Betreuer-Wasserkopf zum vornehmlichen Sonnenbaden ins lecker warme Erdogan-Land eine Lustreise zu unternehmen? Und erst der noch größere Stab um den EVAA-Präsidenten Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald. Freude wird bei denen sicherlich nicht aufkommen. Denn wie will das Lokale Organisationskomitee (LOC) bei den fehlenden Einnahmen von fehlendem Zahlvieh im vierstelligen Bereich für die erklecklichen Reisespesen mit Flug, Hotel, Verpflegung plus Taschengeld „für besondere Aufgaben“ der honorigen Delegation aufkommen. Es darf gemutmaßt werden, dass da einige zu Hause bleiben oder das eigene Bankkonto strapazieren müssen.
Allerdings hält sich unser Mitleid trotz der erwähnten, indes satirisch zu verstehenden Sorgen logischerweise in sehr überschaubarem Rahmen. Exakt formuliert sind sie überhaupt nicht vorhanden, die Sorgen.