Gerhard Zachrau steigerte eigene deutsche Jahresbestleistung der M65

(Mutterstadt/Übach-Palenberg/Krefeld, 17. Oktober 2017) Gar die ohnehin schon eigene deutsche Jahresbestleistung (4.156 Punkte) quasi auf dem allerletzten Drücker zu steigern, ist fraglos eine feine Sache. Andererseits wirft es die Frage auf, ob da in der Trainings- und Wettkampfsteuerung zu den eigentlichen saisonalen Zielen hin, hier konkret der Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf Ende August in Zella-Mehlis, nicht einiges schief gelaufen ist? Der Name dazu: Gerhard Zachrau (im Bild). Bei einem Werfertag seines Klubs RKS Phoenix Mutterstadt sammelte der 68-jährige Pfälzer in diesem Vielseitigkeitswettbewerb in der M65 am vergangenen Samstag bei hervorragenden äußeren Bedingungen 4.169 Punkte. Zum Vergleich: Bei besagter DM wurde der als Favorit gehandelte Mutterstädter hinter Klaus Kynast (ASC Dortmund, 4.001 P.) und Georg Ortloff (LAC Quelle Fürth, 3.916 P). lediglich Dritter. Diesmal setzte der Polizei-Hauptkommissar a.d. sein Glanzlicht mit ausgezeichneten 46,01 Meter im Diskuswurf.

Saisonbestleistung nach fünfwöchiger Trainingspause…

Es geht allerdings von den Voraussetzungen her noch krasser, wobei der Verdacht aufkommen könnte, dass regelmäßiges Training nur schadet. Schon erwähnter Klaus Kynast (rechts im Bild) war fünf Wochen lang mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs. Einen Tag nachdem er über Shanghai mit dem gesamten Rucksack von Jetlag, Zeit- und Klimaumstellung wieder daheim einschwebte, bestritt der Wahl-Dortmunder aus Hagen spontan aus lauter Spaß an der Freud‘ einen Wurf-Fünfkampf in Übach-Palenberg bei Aachen. Trotz der genannten Unbilden und obendrein „saumäßiger“ äußerer Verhältnisse (regnerisch, windig, um die 10 Grad) verbesserte der wie Zachrau dem Jahrgang 1949 angehörende passionierte Mehrkämpfer der Spezies Wurf seine Saisonbestleistung von 4.069 auf 4.095 Punkte. Was belegt, dass eine gegen Null tendierende Erwartungshaltung bisweilen auch beflügeln kann.
Dennoch dürfte dieses Modell nicht zur Nachahmung zu empfehlen sein. Nicht zuletzt bei den fortgeschrittenen Semestern lautet die Devise "Ohne Fleiß kein Preis!". Zumal K.K. aus H. den Raubbau des überforderten Immunsystems mit einer fetten Erkältungskrankheit bezahlen musste.