Älter werden kann Spaß machen oder ist's eher nichts für Feiglinge?

(Düsseldorf/Krefeld, 14. Oktober 2017) „Älter werden kann Spaß machen“, titelte die angesehene, häufig zitierte Rheinische Post mit Verlagssitz in Düsseldorf heute in ihrem Online-Leitartikel. Das bleibt nun der Beurteilung des Einzelnen überlassen, ob er die Betonung auf das Wörtchen „kann“ legt. Einer aus der M70, dem von jetzt auf gleich ein Meter an Weite fehlt, wird das mit dem „Spaß machen“ wohl ein wenig anders interpretieren. Das mag beim am Weltrekord gemessen weitenträchtigsten Speerwurf noch zu verschmerzen sein, auch mit Hammer und Diskus. Aber beim Kugelstoßen wird aus der einstmals puren Lust schnurstracks Frust. Otto Normalverbraucher sowie Lieschen Müller, die ganz andere Beschwerden, Sorgen und Kümmernisse plagen, würden so etwas höchstwahrscheinlich als Luxusproblem bezeichnen. Alles eine Frage des Blickwinkels und der Sichtweise.

DLV behandelt seine stärkste Fraktion höchst stiefmütterlich

Spaß macht es allerdings garantiert nicht, als Senior/in unter der Obhut des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zu stehen. Der behandelt seine „alten Eisen“ exakt so wie ebensolche: Mit der größtmöglichen Geringschätzig- und Lieblosigkeit. Stammbesuchern unserer Netzseite muss das nicht näher erläutert werden. Dabei hätten die verantwortlichen Macher des Verbandes allen Grund ihren Senioren/innen größere Beachtung zu schenken. Denn sie stellen die weitaus stärkste Fraktion der Gesamtmitgliederzahl von, nach letztem Stand, 815.627 dar. Das sind immerhin 402.095 oder 49,30 Prozent. Dem stehen lediglich 89.433 (= 10,96 %) 19 bis 29-Jährige gegenüber. Wobei selbstverständlich nicht diskutiert werden muss, dass der Spitzensportförderung eine besondere Bedeutung zukommt. Aber das ist schließlich nur ein Bruchteil von allen denkbaren Zahlenspielereien.
Etwas mehr Aufmerksamkeit hätte jene noch engagiert Leistungssport treibende  Ü30-Generation schon verdient, als nur irgendwelche zahnlosen Gremien und Seniorensprecher zu installieren, die über die Rolle von Papiertigern nicht hinauskommen.

Nicht nur der Fisch stinkt zuerst vom Kopf

Eingedenk dessen ist man als Leichtathletik-Urgestein schon eher geneigt der Autobiografie von Joachim „Blacky“ Fuchsberger (11.03.1927 – 11.09.2014) „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ zu folgen. Da nicht nur der Fisch zuerst vom Kopf stinkt, bleibt zu hoffen, dass es unter dem bald neuen Präsidenten besser wird als unter dem bisherigen Sprücheklopfer Prokop („80 Prozent aller Senioren sind gedopt“).