Fraktion Stoß/Wurf bei Athleten-Porträts deutlich unterrepräsentiert!

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Krefeld, 01. Oktober 2017)
Es ist immer und immer wieder die alte Leier sowie nicht zuletzt der Grund, weshalb LAMPIS sich seit November 2009 speziell, aber nicht ausschließlich der Senioren-Werfer/innen annimmt. Denn vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und seinen auf diesem Gebiet (un-)verantwortlich Handelnden wird diese auch international äußerst erfolgreiche Spezies in der Wahrnehmung und Außendarstellung sträflich vernachlässigt. Da es nun einmal – in diesem Falle lästige – Chronistenpflicht ist, von Zeit zu Zeit die Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetze aufzusuchen, kann neues Beweismaterial besichtigt werden. Da beweihräuchert der selbst ernannte „Chef-Literat und Dr.h.c.Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke aus Berlin den DLV damit, dass nunmehr das 40., „als Lesestoff sehr beliebte“ Athleten-Porträt online gestellt worden sei.
Es ist nicht zu bestreiten, dass es jene Personen (fast) allesamt verdient haben, dass ihnen rhetorische Kränze geflochten werden. Wer wollte das auch bei Sprint-Ikone Ingrid Meier, Stabhochsprung- „Überflieger“ Wolfgang Ritte und dem komplettesten Senioren-Zehnkämpfer Rolf Geese, um nur mal drei Namen herauszugreifen, auch ernsthaft in Frage stellen? Das wäre absurd!

Proportionen und Relationen stimmen vorne und hinten nicht

Aber bei näherem Hinsehen fällt auf, dass Stoß/Wurf bei den herausragenden Figuren von einst und jetzt
diametral unterbelichtet repräsentiert werden. Lediglich Karin Illgen und Peter Speckens tauchen, quasi als Alibi-Funktion, in dieser „Ruhmeshalle“ auf. Das sind, um es mal plakativ zu veranschaulichen, gerade mal 5 % (in Worten: fünf Prozent). Lächerlich wenig. Da stimmen die Proportionen und Relationen vorne und hinten nicht. Es sei nur daran erinnert, dass jüngst beim Senioren-Drei-Länderkampf Belgien – Frankreich – Deutschland im belgischen Sint Niklaas die Fraktion Stoß/Wurf maßgeblich am Gesamterfolg der vier deutschen Teams der M/W40 und 50 beteiligt war.
Auf Anhieb, ohne einen ausufernden Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, fallen mir jedoch Kirsten Hilbig (geb.Münchow), Ingrid Holzknecht (im Bild), Hella Böker, Andy Dittmar (im Bild), Norbert Demmel, Hermann Albrecht, Lothar Huchthausen und „König“ Richard Rzehak ein, die es verdient haben, auf dieses Weise gewürdigt zu werden. Es sind ausnahmslos Zierden der deutschen und internationalen Senioren-/Masters-Szene.

Kriterien: Zufallsgenerator oder doch eher Kungelei und Kumpanei?

Welche Kriterien, so es überhaupt welche geben sollte, sind für derlei Porträts eigentlich maßgebend?  Es darf wie so oft beim DLV und seinen Mitarbeitern gemutmaßt werden, dass es der Zufallsgenerator sein könnte. Darüber hinaus drängt sich uns allerdings der begründete Verdacht auf, dass neben den – zumeist – unbestrittenen Verdiensten (siehe oben) Filz, Kungelei, Klüngel, Kumpanei und persönliche Nähe eine ganz wesentliche Rolle spielen. Insbesondere auf den Herrn aus der Bundeshauptstadt bezogen, der auch als Laudator bei runden oder eckigen Geburtstagen Aktive und Offizielle abfeiert, die über die Berliner Stadtgrenze hinaus kaum jemanden bekannt sind.
Schicken wir ein Stoßgebet gen Himmel, dass da der schon seit Monaten in einer Dauer-Stellenanzeige verzweifelt gesuchte engagierte Schreiber für die Senioren-Leichtathletik herunterfällt.