Börsennachricht von der Wallstreet dürfte auch den DLV erschüttern

Kolumne

Moment mal

(New York/Darmstadt/Krefeld, 29. September 2017)
Es gibt etliche deutsche Sportverbände, die keine kulturelle Selbstverleugnung betreiben und mit Ehrgefühl den Namen DEUTSCHLAND von ihren Spitzen-Athleten/innen auf der Sportbekleidung spazieren tragen lassen. Ferner sind sie nicht dem Lockruf des Geldes erlegen und bedienen sich inländischer Sponsoren. Selbst der Gigant DFB (= Deutscher Fußball-Bund) als größter Sportverband der Welt arbeitet ausschließlich mit deutschen Premium-Partnern zusammen. Als da zum Beispiel wären Mercedes (demnächst VW), Adidas als Generalausrüster, Telekom, Commerzbank und so weiter und so fort.

Ein sittenwidriger „Rentenvertrag“ über 13 Jahre als Kuckucksei
 
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) alias German Athletics Association (GAA) geht in seinem Angliszismus-Wahnsinn bekanntlich einen anderen Weg.
GERMANY und der us-amerikanische Sportartikel-Riese Nike sind seine plakativen Markenzeichen. Mit den Amis schloss der DLV gar im September 2015 einen bis 2028 wirksamen „Rentenvertrag“ über 13 Jahre. Den halten nicht wenige für sittenwidrig, da er über einen so elendig langen Zeitraum Mit-Wettbewerbern die Chance auf einen denkbaren Vertragsabschluss nimmt. Den DLV selber darum, womöglich bei einem Wechsel bessere Konditionen zu erzielen. Kurzum: Es war ein Kuckucksei, das der demnächst scheidende DLV-Präsident Clemens Prokop seinem Nachfolger ins vermeintlich gemachte Nest legte.

Umsatz von Nike in den USA fiel, derweil der von Adidas stieg

Dies umso mehr, als eine jüngst von der ARD transportierte Börsennachricht (Nike? Amis kaufen lieber Adidas) von der Wallstreet in New York aktuell und vielleicht für die Zukunft nichts Gutes verheißt. Der Umsatz von Nike befindet sich in der von Donald Trump gebeutelten ehedem mächtigsten Nation im Sinkflug, derweil steigerte der Konkurrent mit den drei berühmten Streifen seinen Verkaufszahlen in den USA im zweiten Quartal um satte 30 Prozent. Das macht natürlich auch deren Aktie interessanter.
Allerdings nehmen wir verstärkt an, dass der latent klamme Dach- und Fachverband aus Darmstadt weder das eine, noch das andere Börsenpapier in seinem (nicht vorhandenen?) Portfolio hat. Das muss ihn also nicht weiter erschüttern. Alles andere schon. Aber nun klebt er ja bis 2028 am Fliegenfänger. Und all seine Mitglieder dazu.