Gewisse Parallelen zwischen Schulz und designiertem DLV-Präsidenten

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Krefeld und die Republik, 25. September 2017)
 Alea iacta est! Die Würfel sind gefallen! Sollte nicht so sein, aber eine Wahl hat auch immer etwas von einem Glücksspiel. Das Ergebnis der Bundestagswahl wird sicherlich von jedem unterschiedlich beurteilt.  Wenngleich es nicht unsere originäre Baustelle ist, kann sich ein politisch interessierter Mensch dem nicht entziehen, was da nun an Zahlen auf dem Tisch liegt. Wobei die Regierungsbildung ja noch aussteht. Unbestreitbar ist, dass so manche/r abgewatscht wurde. Sieger gab es zwangsläufig auch. Ob auf der richtigen Seite, mag dahin gestellt sein und ist schlussendlich Sache des guten oder schlechten Geschmacks. Je nach Sichtweise. Abgestraft wurden auch viele so genannte Experten mit ihren Meinungsumfragen, Meinungsbildungen und ihrer Stimmungsmache. Wer drauf reinfiel, hat selber schuld. 

„Fake News“ von der SPD und vom WZ-Chefredakteur

Ein besonders krasses Beispiel von voll daneben! Einen Tag nach dem Fernseh-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem mutmaßlichen Herausforderer Martin Schulz (SPD) war auf der Titelseite der Westdeutschen Zeitung (WZ) im Beitrag „Peinliche Panne bei der SPD“ (sie twitterte schon vor der Live-Sendung „Merkel verliert klar gegen Schulz“) im Schlusssatz zu lesen „Das TV-Duell war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet“. Aber auf Seite 2 überschrieb WZ-Chefredakteur Ulli Tückmantel (da wird der Name quasi zum Programm) seinen blutrot gefärbten Text mit „Martin Schulz ist klarer Sieger des TV-Duells“. Aha! Derselbe Mann hielt wenige Tage später in der Volkshochschule (VHS) Krefeld einen Vortrag über „Fake News“ (Falschmeldungen). Dass er dazu prädestiniert war, ist ihm schwerlich abzusprechen.Welches Parteibuch er besitzt, musste ihn auch niemand mehr fragen. Dumm gelaufen, wie wir spätestens seit heute alle miteinander wissen.

Geschlagener Herausforderer ein ganz schlechter Verlierer

Insbesondere für den einstigen Alkoholiker aus Würselen bei Aachen, den das Boulevard-Blatt mit den großen Lettern daraufhin gemeinerweise  zum Martini Schulz machte. Ob es in manchem Hinterkopf eine Rolle spielte, ihm, der sich als ganz schlechter Verlierer entpuppte, das Kreuz auf dem Wahlzettel zu verweigern, werden womöglich die diversen Analysen der vielen Meinungsforschungsinstitute noch ans Licht bringen. Sei’s drum. Aber eine prima Vorlage zu der Wahl, die bei den Leichtathleten auf dem DLV-Verbandstag am 17./18.November 2017 in Darmstadt als wichtigster Punkt auf der Agenda steht. Denn da wird für den nach 16 Jahren (so lange war auch Altkanzler Helmut Kohl im Amt und voraussichtlich Angela Merkel) endlich scheidenden Präsidenten Clemens Prokop ein Nachfolger zu wählen sein. Der bislang einzige Kandidat Jürgen Kessing, der Oberbürgermeister der „Weltstadt“ Bietigheim-Bissingen (42.000 Einwohner), wurde in der Nacht auf den 21.Juni 2017 von der Polizei mit etwas mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut am Steuer erwischt. Neben dem Führerscheinentzug von acht Monaten eigentlich auch ein Straftatbestand. Es darf gemutmaßt werden, dass die Hüter von Recht und Ordnung einen Wink von seinen „politischen Freunden“ erhalten haben. Routinemäßige nächtliche Polizeikontrollen sind eher an Karneval, Vatertag und Neujahr üblich.

DLV-Mediendirektor Peter Schmitt bezog klar Stellung

Kessing will indessen unverdrossen an seiner Kandidatur festhalten. DLV-Mediendirektort Peter Schmitt hatte seinerzeit gegenüber einer angesehenen Tageszeitung in einer ersten Reaktion zu dieser Alkoholfahrt bewertend geäußert: „Ein derartiges Verhalten kann man nicht einfach abtun.“ Obwohl ich höchst selten auf der Linie des Dach- und Fachverbandes liege, pflichte ich ihm diesbezüglich hundertprozentig bei.
Schaun mer mal, wie viele Delegierten beim Verbandstag ebenfalls dieser Meinung sind.