Dopingstudie: Mehr als 30 % der Sp(r)itzen-Leichtathleten sind gedopt

(Darmstadt/Krefeld, 31. August 2017) Offenbar nutzt der am Jahresende glücklicherweise scheidende, viel zu lange (16 Jahre) amtierende DLV-Präsident Clemens Prokop (im Bild) jede sich bietende Gelegenheit, noch ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen. Der sonst gerne mal in ein Fettnäpfchen tretende 60-Jährige („80 Prozent aller Senioren sind gedopt“) wird heute in verschiedenen Tageszeitungen in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zur Verschleppung der Doping-Studie aus dem Jahre 2011 mit den Worten zitiert: „Man könnte es auch Skandal nennen.“ Warum zeigt er nicht klare Kante, nennt das Kind beim Namen und flüchtet sich in den Konjunktiv? Dem entgegnen wir: Man könnte es auch Feigheit nennen.
Denn nicht nur die Verschleppung ist ein Skandal, sondern vielmehr die Tatsache, dass seinerzeit in einer anonymisierten Befragung mehr als 30 Prozent der Sp(r)itzen-Leichtathleten zugaben, Dopingmittel genommen zu haben. Aber nur 0,5 Prozent sind bei Tests aufgefallen. Wie immer, sind die Doper, wohinter eine Industrie mit Milliarden-Umsätzen steckt, den Fahndern stets den berühmten Schritt voraus. Synthetisch hergestellte Substanzen sind derzeit noch nicht nachweisbar. Was nützt es da überhaupt, dass Athleten alle naselang kontrolliert werden? Eine rein rhetorische Frage. Nur die Dummen (oder Armen) fallen auf, die noch zu konventionellen Methoden greifen (müssen).
Dass es jemals sauberen Sport geben wird – von diesem anmutenden Märchen aus Tausendundeine Nacht können wir uns getrost verabschieden.