Fünfkampf-DM: DLV verhöhnt auf Plakaten gezielt die ältere Generation

Glosse

Neben der Spur

(Zella-Mehlis/Darmstadt/Krefeld, 29. August 2017)
Er hat wieder einmal erbarmungslos zugeschlagen, der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), das bekannte Unwesen. Die gefühlt 15 Mitarbeiter, Denker und Lenker der Marketing-Abteilung der Geschäftsstelle auf der Alzheimer, Verzeihung, Alsfelder Straße in Darmstadt, leierten sich einen „genialen Husarenstreich“ aus den degenerierten Gehirnwindungen. Auf den Plakaten für die Deutschen Senioren-Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf der M/W35 bis 85 am vergangenen Wochenende in Zella-Mehlis (verun-)zierte das Motiv eines Jugendlichen, geschätzte 17,85 Jahre, natürlich im Germany-Trikot des us-amerikanischen Ausrüstungssponsors (was sonst?), das Gesamtkunstwerk. Einmal hatte der grüne Jüngling immerhin einen Diskus in der Hand, in der zweiten Version überquerte er eine Hürde. Ersteres hatte immerhin noch einen Bezug zum Ereignis, Zweiteres läuft unter Thema vollkommen verfehlt. Egal: Beides voll daneben.
Gerade so, als wäre für die Werbebotschaft irgendeiner kommenden deutschen U-Meisterschaft im Lohrheidestadion in Wattenscheid ein Gruppenbild der achtköpfigen Altherrenriege der M80 von dieser Wurf-Fünfkampf-DM platziert. Oder man stelle sich vor, 4711 wirbt für sein erfrischendes Kölnisches Duftwässerchen für ältere Herrschaften auch weiblicher Natur auf überdimensionalen Plakaten im XXXXL-Format mit Windeln für die Pampers-Liga. Klarer Fall: Völlig absurd. Äußerst nett formuliert.
So es denn keine verantwortungslose Gedankenlosigkeit war, und das wollen wir diesen hessischen Strategen in unserer außerordentlich wohlwollenden Art dann doch nicht unterstellen, gehen wir schlankweg von einer gezielten despektierlichen Verhöhnung und Verächtlichmachung der älteren, Leistungssport treibenden Generation aus. Immerhin die bei Weitem stärkste und einnahmeträchtigstes Fraktion im Verband.
Eines ist jedenfalls so sicher wie das Amen in der Kirche: Diese karrikierenden Missgeburten von Plakaten eigneten sich nicht als Kaufobjekt und Andenken für den heimischen Partykeller. Geschenkt noch zu teuer.