Norbert Demmel mutmaßlicher Überflieger bei Wurf-Fünfkampf-DM

(Zella-Mehlis/Ptuj/Krefeld, 26. August 2017) Teilweise wie das Personenlexikon höchst prominenter Namen aus der Werfer-Szene liest sich die Meldeliste der Deutschen Senioren-Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf an diesem Wochenende an bewährter Stätte in der Arena „Schöne Aussicht“ in Zella-Mehlis. Wo anfangen, wo aufhören, um dann womöglich doch noch jemanden übersehen zu haben. Kaprizieren wir uns also auf den komplettesten Athleten in diesem Vielseitigkeitswettbewerb für die Werfer/innen, dazu noch einen amtierenden Weltrekordhalter. Da kann’s nur einen geben. Genau: Nämlich Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching, der die globale Bestmarke in der M50 seit dem Vorjahr mit 4.696 Punkten innehat. Der 54-jährige Münchner war der ganz große deutsche Pechvogel bei der jüngsten Senioren-EM im dänischen Aarhus. Wenige Tage vor den Titelkämpfen zog er sich bei einem Sturz eine Kapselverletzung an der linken Wurfhand zu. Logisch, dass er mit diesem Handikap sein riesiges Leistungsvermögen bei bis dahin bestechender Form, die ihn sogar zu befähigen schien jenen Rekord im letzten Jahr der Altersklasse noch weiter zu verbessern, nicht abrufen konnte. Schaun mer mal, wie es einst „Kaiser“ Franz Beckenbauer formulierte, ob er sich davon erholt hat. Trotz der im wahrsten Wortsinne angezogenen Handbremse waren es als Vizemeister bei der EM noch 4.402 Punkte. Es wird in Thüringen sicherlich viele spannendere Wettbewerbe geben, als nun gerade die M50 mit dem Überflieger aus Bavaria. – Die wild durcheinander gewürfelte Meldeliste (einmal mehr Servicewüste DLV!) unter diesem Link.

Sechs-Länderkampf erlebt heute in Slowenien seine sechste Auflage

Die sechste Auflage erlebt heute in Ptuj (Slowenien) der Senioren-Sechs-Länderkampf mit Tschechien, Ungarn, Österreich, Kroatien, Slowenien und der Schweiz. Diese „Interstate Masters“  wurde 2012 in Cejkovice (Tschechien) vom einstigen Weltklasse-Diskuswerfer Gezja Valent (rechts im Bild) und dem damaligen EVAA-Präsidenten Dieter Massin (links) in zunächst kleinerem Kreise aus der Taufe gehoben. Den Auftakt gewannen die Gastgeber, danach stets die Österreicher. Das pfiffige daran, dass dieser Vergleichskampf nicht einer bestimmten Altersklasse vorbehalten bleibt, sondern durch ein vom gelernten Informatiker Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien, selber erfolgreicher Hammerwerfer, entwickelter, ausgeklügelter Altersklassen-Faktor sich wirklich die Besten ihrer Länder von M/W35 bis endlos zusammenfinden. Ebenfalls ein tolle Ideee, dass bei der abschließenden 4x100-m-Staffel bei den Männern mindestens 200 und den Frauen 180 Lebensjahre das Quartett bilden.
Während „Playing Captain“ Gassenbauer verletzungsbedingt mit erheblichen Aufstellungsproblemen für die Einzelwettbewerbe (elf bei den Männern, neun bei den Frauen) zu kämpfen hat und einen neuerlichen Erfolg für „Felix Austria“ quasi ausschließt, hat Tschechien mächtig aufgerüstet. Mit Ausnahme von Speerwurf-Weltrekordler Jan Zelezny (*1966) sollen sie so ziemlich alles reaktiviert haben, was dereinst Rang und Namen hatte. Ob auch Valent (*1953) den für ihn nunmehr „halben“ Diskus (1kg in der M60) wieder in die Hand nimmt und möglichst weit wegwirft, ist nicht überliefert. Warten wir es also in aller Ruhe ab. Was auch sonst?! Sollte Österreich allerdings wider Erwarten gewinnen, wird es für Massin teuer, ginge der von ihm gestiftete Wanderpokal endgültig in den Besitz der
Ösis" über und wäre ein neuer Pott" aus dem einstigen Kohlenpott fällig.
Ehrensache, dass wir über beide Ereignisse zeitnah berichten werden.