Krasser Gewichtsverlust erwies sich als zu große Leistungsbremse

(Taipei/Amsterdam/Erkelenz/Krefeld, 25. August 2017) Schade, sehr schade! Da wäre wesentlich mehr machbar gewesen, als das frühzeitige Ausscheiden in der gestrigen Hammerwurf-Qualifikation bei der 29.Sommer-Universiade im taiwanesischen Taipei. Aber die Begleitumstände hatten sich gewissermaßen gegen die Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (im Bild) verschworen. Für eine Hammerwerferin ohnehin eher ein Leichtgewicht und anders als viele andere ihrer Zunft athletisch geprägt, vertrug sie das asiatische Essen in der Mensa nicht. Und was da sonst für europäische Gaumen angeboten wurde, war dann auch mehr anglizistisch Richtung „Fast food“ angehaucht. Nicht gerade das, was bei engagierten Spitzensportlern regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte. Und so schmiss die 21-Jährige, ohne von „Montezumas Rache“ (Brech-Durchfall) heimgesucht worden zu sein, in wenigen Tagen ein paar Kilo Gewicht. Dass sich zuerst das Muskelgewebe verabschiedet und somit jede Menge Substanz verloren geht, muss unserer geschätzten Fachleserschaft nicht näher erklärt werden.

Prächtige Form schmolz buchstäblich dahin

Und so schmolz Sinas prächtige Form mit zuletzt beständigen Weiten um und über 60 Meter (Jahresbestleistung und niederländischer Ü23-Rekord 62,38m) buchstäblich dahin, war sie schlicht physisch nicht in der Lage, ihr wahres Leistungsvermögen abzurufen. Denn normalerweise wäre die geforderte Qualifikationsweite von 59 Meter für die sehr gute Wettkämpferin, die auch bei Großereignissen wie Ü23-DM und –EM sowie den niederländischen Meisterschaften der Männer/Frauen stets ihr Können zur Stunde X an den Tag legte, kein unüberwindbares Hindernis gewesen. Derart entkräftet blieb in der Qualifikationsgruppe A mit im ersten Versuch erzielten 55,30m (noch 53,72 und 54,98m) lediglich der sechste Platz und Rang 15 in der Gesamtwertung. In der zweiten Gruppe überboten neun von elf Werferinnen die geforderte Mindestweite (insgesamt 14 von 20), darunter die Deutsche Sophie Gimmler mit 59,99 Meter.
Außerplanmäßig noch heute Nacht um 00:35 Uhr Ortszeit (uns sechs Stunden voraus) trat Sina den rund 13-stündigen Rückflug an und wurde von ihrem Vater Peter in Amsterdam-Schiphol abgeholt, um von dort aus die restlichen 235 Straßenkilometer bis zum Wohnsitz in Erkelenz zurück zu legen. Inzwischen, bei Online-Stellung dieses Beitrages um 12:30 Uhr, ist sie wieder daheim bei Mutter Christa und den beiden Bernhardiner-Hündinnen, die sich garantiert schlapp gefreut haben.