Erika und Günther Fändrich setzten für kommende DM zwei "Duftmarken"

(Szeged/Gorxheimertal/Krefeld, 22. August 2017) Jede/r vom Bannstrahl des seit Januar 2017 abgeschafften Ausländerstartrechts bei Deutschen Senioren-Meisterschaften Betroffene ist eine/r zu viel. Aber der wohl speziellste Fall ist der von Erika Fändrich geborene Mészáros (*1961). Die gebürtige Ungarin verschlug es der Liebe wegen nach Deutschland, sie ist seit vielen Jahren mit dem Wurf-Allrounder Günther Fändrich (*1941) verheiratet, die ihren Wohnsitz in Gorxheimertal (Hessen), mithin ihren Lebensmittelpunkt hier zu Lande haben. Erika gehört keinem ungarischen Verein an, startet nach einigen Zwischenstationen aktuell für den TV Heppenheim. Zugunsten ihrer Wahl-Heimat verzichtete sie sogar auf ihr internationales Startrecht für Ungarn, gewann im deutschen Trikot zwei Silbermedaillen bei der Senioren-WM 2013 in Perth, wurde 2015 zum Drei-Länderkampf Frankreich – Belgien – Deutschland vom Bundesausschuss Senioren des DLV berufen und durfte aktenkundig – ohne die Nationalität zu besitzen – mehrere deutsche Rekorde in der W50/55 aufstellen. Bei der Winterwurf-DM 2017 in Erfurt gewann sie zunächst den Speerwurf der W55, wurde dafür bereits geehrt, doch einen Tag später wurde ihr der Titel wieder aberkannt (wir berichteten). Noch mehr Verhöhnung geht nicht.
Scheinbar. Denn nun sitzt die gute Erika zwischen den Stühlen, kann aufgrund der neuen Situation weder für Deutschland noch für Ungarn (gehört hier keinem Verein an, hat also keinen Startpass) an internationalen Meisterschaften wie zuletzt der Senioren-EM in Aarhus teilnehmen. Der Titel im Wurf-Fünfkampf (4.035 Punkte) der W55 wäre ihr nicht zu nehmen gewesen, wie der ihrem Mann in der M75 (3.828). Klar, dass sich Günther, wenn nicht er, wer sonst (?), mit seiner Frau solidarisch erklärte und auch nicht in Dänemark in die verschieden großen Ringe sowie den Speerwurf-Anlauf ging. Das wird auch für die kommende Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf am nächsten Wochenende in Zella-Mehlis gelten: Die eine darf nicht, der andere will nicht. Doch sie legten für die künftigen Meister bei einem Wettkampf in Szeged (Ungarn) schon mal zwei „Duftmarken“: Erika erreichte 4.350 und Günther 4.615 Punkte.
Warten wir also gespannt auf den Überkreuzvergleich. Ein Qualitätsverlust ist es hier wie da für die DM allemal.