Wahl zum Seniorensprecher im doppelten Wortsinne eine Farce

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Krefeld, 29. Juni 2014)
Es ist nicht so leicht auf der neu gestalteten Netzseite des DLV etwas zu finden. Schon gar nicht, wenn man nicht weiß was und wo es zu suchen wäre. Wie bereits mehrfach geschildert gilt das insbesondere für die Senioren-Spielecke. Wer also den Umweg über die sieben Brücken nicht gefunden haben sollte, für den/die machen wir herzlich gerne den Pfadfinder. Senioren-Sprecher und Mittelstreckler Alfred Hermes (*1946; rechts im Bild) vom Pulheimer SC hat unter der Überschrift „Athletensprecher-Wahl bei der Senioren-DM in Erfurt“ einen am 26. Juni veröffentlichten Appell verfasst. Wäre es nicht Chronistenpflicht und entspräche dem Demokratieverständnis, würden wir diesem Thema keinerlei Bedeutung beimessen und das Schweigen im Walde proklamieren.
Denn schon die Verwendung des Wortes Wahl ist eine Farce. Allenfalls, dass man(n)/frau die Wahl hat, es zu tun oder zu lassen. Hermes ist nämlich der einzige männliche Kandidat unter gefühlt 300.000 Senioren, der in diesem Ehrenamt überhaupt noch eine Sinnhaftigkeit sieht. Sonst müssten die Bewerber ja Schlange stehen. Tatsache ist, dass die beiden Seniorensprecher, paritätisch männlich und weiblich besetzt, absolut keinen Einfluss haben, anders als die Aktivensprecher bei den Männern/Frauen weder mit Sitz noch Stimme im Verbandsrat. Das gilt im Übrigen auch für den gesamten Bundesausschuss Senioren mit der Vorsitzenden Margit Jungmann, dem sie angehören. Dort dürfen sie bestenfalls Vorschläge unterbreiten, die dann, so sie Gehör fänden (was bei dem obrigkeitshörigen BA noch sehr die Frage ist), nach einem jahrelangen Weg durch die Instanzen mit unschöner Regelmäßigkeit vom Verbandsrat oder wo auch immer abgeschmettert werden.

DLV hält sich für attraktiv, fair und innovativ
 
Geradezu von Hohn triefend ist eine Überschrift auf der offiziellen Verbandsnetzseite, die uns ungläubig staunende Betrachter allen Ernstes weismachen will „Der DLV ist attraktiv, fair und innovativ“. Dazu fällt einem auf Anhieb die neue Team-DM Senioren ein. Ein wahres Meisterwerk der Einfältigkeit und Grabeskunst. Irgendwie wird die gute alte Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) doch tot zu kriegen sein. Gell, Herr Frank O. Hamm (links im Bild), seines Zeichens selbstherrlicher und selbstgefälliger Leiter Wettkampforganisation.
Der Meinung, dass es sich hierbei um einen veritablen Schuss in den Ofen handelt, ist übrigens im Vier-Augen-und-Ohren-Gespräch auch Hermes. Ohne es freilich an die große Glocke zu hängen. Doch mit seiner (allzu) diplomatischen Art im Weichspülmodus wusste er es im Verbund mit seinem weiblichen Pendant (wie heißt sie noch gleich?) nicht mal ansatzweise zu verhindern. Also, bitte schön, was soll, abgesehen von einer fehlenden Alternative, eine solche Wahl? Papiertiger gibt’s in den vielen Leichtathletik-Gremien schon mehr als genug. Oder sollte das jemand ernsthaft bestreiten wollen?!
In diesem Sinne wünscht Lampis einen schönen Sonntag, eine erlebnisreiche 27. Kalenderwoche (das Jahr hat Halbzeit) mit jede Menge Fußball bei der WM in Brasilien und hoffentlich einem Erfolg der „Jogi-Bärchen“ gegen Algerien!