Christina Schwanitz nach BW-Lehrgang weiterhin im "Leergang"

(Karlsruhe/Fürth/Krefeld, 05. Februar 2017) Lassen wir der ganz großen Bühne, obschon mit unserem bestimmungsgemäßen Bezugspunkt einer W30-Seniorin, den Vortritt. Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz (*24.12.1985) tingelt momentan offenbar nach dem Motto „Ich bin jung, brauche das Antritts- und Preisgeld für die Haushaltskasse" durch die Hallen. Vielleicht nutzt sie es nebenbei auch als Promotion-Tour für ihr jüngst erschienenes Buch „Es ist ja nur Kugelstoßen“. Denn die aktuelle Form rechtfertigt es eigentlich für eine Athletin ihres Formats nicht, in den Ring zu gehen. Aber wie schon erwähnt. Immerhin revanchierte sich die 31-Jährige Sächsin vom LV 90 Erzgebirge gestern Abend beim Indoor-Meeting in Karlsruhe mit 18,41 zu 18,34m für die am Mittwoch in Düsseldorf erlittene Niederlage (18,13 zu 18,17m) gegen die Olympia-Dritte Antia Marton (*1989) aus Ungarn. Ein kleiner Fortschritt zwar. Aber bei einer Vorjahresbestleistung von 20,17m (absolut 20,77m) immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Klar, keine/r kann schon im Februar in Höchstform sein. Doch dass schon in der Relation vieles Besseres möglich ist, wird schlussendlich in vielen anderen, auch technischen Disziplinen bewiesen. Ohne uns zu ihrem Anwalt machen zu wollen, sei zur Ehrenrettung von Schwanitz erwähnt, dass sie einen sechswöchigen Lehrgang als Bundeswehr-Soldatin hinter sich hat. Dies entdeckte Lampis-Mitglied und Diskuswerfer Christian Welke in einem Zeitungsartikel der „Badische Neueste Nachrichten“. Christian, den wir versehentlich schon einmal zur namensverwandten Christina umgewandelt hatten, formulierte es in das treffende Wortspiel „Leergang“ um.

Ausfall der E-Zeitnahme vermasselte „angedachten“ Rekord…

Es ist stets eine zweischneidige Angelegenheit, einen in der Hallenluft liegenden Rekord voraussagen zu wollen. Das ging dann auch prompt in die Sporthose. Wenngleich durch widrige, nicht selbst verursachte Umstände. So geschehen und gesehen gestern beim 28.Senioren-Sportfest des LAC Quelle Fürth in der vereinseigenen Halle am Finkenschlag. Insofern bekam die wegen der Farbe „Blaues Wunder“ genannte Kunststoffpiste eine ganz andere (Be-)Deutung. Denn ausgerechnet beim 60-Meter-Einlagelauf der weiblichen Elite „Rennen für den Rekord“ fiel nämlich die elektronische Zeitmessanlage aus. So wurde Heike Martin (*1972) vom LAC Erdgas Chemnitz nach einem Blitzstart a la Armin Hary eine neue Bestmarke (weiterhin 7,97 sec.) in der W45 vermasselt. So musste sie sich bei der späteren Wiederholung mit 8,03 Sekunden begnügen.

…den gab es dafür zwei Altersetagen höher

Einen neuen deutschen Rekord auf der kürzesten Sprintstrecke gab es dennoch. Sogar in doppelter Ausfertigung und mit einem dicken Ausrufezeichen zu versehen zwei Altersetagen höher. Schließlich stammte die vorherige Höchstleistung von keiner Geringeren als der Sprint-Ikone Ingrid Meier (*01.04.1947) vom gastgebenden Klub (damals noch TSV Zirndorf), aufgestellt in 8,53 Sekunden am 12.März 2004 bei den 1.Hallen-Senioren-Weltmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast. Katja Berend (*1962) vom SV Großhansdorf rannte zunächst 8,52 und 70 Minuten danach 8,51 Sekunden. Inwieweit auch dieser Rekord der schwachsinnigen nationalen deutschen Regelung (Jahr statt Tag der Vollendung) geschuldet ist, wissen wir nicht. Ingrid Meier, die wegen eines Muskelfaserrisses nicht  den (verfrühten) Einstand in der W70 feiern konnte und beim Catering aushalf, war seinerzeit schon fast 57 Jahre. Gleichwohl nahm sie neidlos die Siegerehrung für ihre Rekord-Nachfolgerin vor.

Unzumutbare Online-Ergebnisliste wie schon im Vorjahr

„Dumm geboren, nichts dazu gelernt“. Dieser flockige Spruch aus Volkes Mund gilt wie schon im Vorjahr für den wahr gewordenen Alptraum einer sich in einem wilden Durcheinander präsentierenden Online-Ergebnisliste. Die Verlinkung darauf verweigern wir uns ungeachtet unseres viel gerühmten Services stand- und boshaft zum Schutze unserer verehrten Stammbesucher. Wer zur Selbstkasteiung neigt, der rufe blv-sport.de auf. Für Doofe nochmal zum Mitlesen und Mitdenken: Lauf vor Sprung und Stoß/Wurf oder Zeiten – Höhen – Weiten. Und das fein säuberlich nach Geschlecht und Altersklassen getrennt. Denn längst nicht jede/r will sich, in diesem Falle, durch 34 Seiten wurschteln müssen, sondern irgendwo einigermaßen gezielt aufrufen können. Dafür verbürge ich mich, dass es nicht mir einsam und alleine so geht. Dieter Krumm, dem nicht mehr in der Verantwortung stehenden Urheber dieses Meetings, hat es eingedenk dieser Zumutung ebenfalls das Gesicht nach hinten verschlagen, dass ihm fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen wäre.