Christina Schwanitz musste sich erneut Anita Marton geschlagen geben

(Düsseldorf/Krefeld, 01. Februar 2017) War es mit einer schauspielerischen Glanzleistung gute Miene zum „bösen Spiel“, die Kugelstoßerin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge gestern Abend den 2.000 Schaulustigen vor Ort und den Fernsehzuschauern auf EUROSPORT beim 12.Indoor-Meeting in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark in Düsseldorf bot? Oder war der 31-jährige sächsische Wonneproppen wirklich so gelassen, wie es die fröhlichen Umarmungen nach getanem Handwerk mit ihrer Bezwingerin und den vier weiteren Gegnerinnen (mutmaßlich) widerspiegelten? Schwer vorstellbar bei der äußerst ehrgeizigen Bundeswehr-Soldatin, die selber einen hohen Anspruch an sich stellt und noch sehr flügellahm daherkam. Das sah technisch alles wie gewohnt aus. Aber es war ein „Sterben in Schönheit“, fehlten Pep, Power, Tempo und Spritzigkeit. Was dabei herauskam war eine für sie im letzten Versuch erzielte Tagesbestweite von 18,13m, Lichtjahre von ihrer absoluten Bestleistung (20,77m) und auch der vom Vorjahr (20,17m) als EM-Titelträgerin von Amsterdam entfernt. Den Schützling vom nicht anwesenden Heim- und Bundestrainer Sven Lang dürfte zusätzlich gewurmt haben, da sie sich wie schon zuletzt 2016 in Rio de Janeiro der Olympiadritten Anita Marton aus Ungarn geschlagen geben musste. Dabei hat sich die Drehstoßerin mit ihren 18,17m (Vorjahr 19,87m) nun wahrlich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Unverständlich bleibt für den gleichwohl sach- und fachkundigen Außenstehenden, dass „La Schwanitz" in der offenkundig noch nicht vorhandenen Bestform überhaupt antrat. Oder hatte sie einfach „nur“ eine miserable Tagesverfassung? Da ist ruckzuck mal ein Meter weg. Aber bei ihr waren es gleich zwei.

Co-Kommentator eine arge Zumutung

Und noch ein paar Anmerkungen zur Live-Übertragung von Eurosport. Gewohnt souverän und schlagfertig Chef-Kommentator Sigi Heinrich. Der erfahrene 63-jährige Bayer trägt sein Herz auf der Zunge. Das macht einfach Spaß, ihm zuzuhören. Eine arge Zumutung hingegen sein „Co“ Markus Soundso (sein Nachname ist mir wirklich nicht bekannt, wird auch auf dem Videotext des Senders nicht genannt). Dieser Viel- und Dummschwätzer sorgte mit „Körperadaption“ und anderen ähnlichen Schoten, dass es sogar Heinrich einmal vernehmbar nervte, für gehörige Ohrenschmerzen. Dazu hat er zu allem Überdruss eine monotone Sprachmelodie ohne Punkt und Komma. Schlechterdings grauselig! Es darf trotz seiner vielen Aphorismen und geflügelten Worte Dirk Thiele nachgeweint werden, der mit seinen 74 Jahren nun wohl endgültig in den seligen (Un-)Ruhestand verabschiedet worden ist.
Mit der nachfolgenden Verlinkung öffnet sich der ungeordnete Ergebnisspiegel. Das scheint in Mode zu kommen. Früher hieß es mal fein säuberlich nach Männlein und Weiblein getrennt: Zeiten – Höhen – Weiten.