Wolfgang Ritte steigerte den Zehnkampf-Weltrekord um 16 Punkte

(Stendal/Krefeld, 01. Juni 2014) Es sah bei Halbzeit noch so aus, als würde Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen beim Stendaler Hanse Cup den Weltrekord im Zehnkampf der M 60 (8.107 Punkte) im Beisein des Rekord-Inhabers Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen nach allen Regeln seiner sich nicht auf den Glasfieberstab beschränkenden Kunst pulverisieren. Doch es wurde heute zum Abschluss des Zwei-Tage-Werks bei der Krone der Vielseitigkeit noch einmal knapp. Extrem knapp. Der satte, scheinbar nicht mehr verspielbare Vorsprung nach neun Disziplinen schmolz beim ultimativ letzten Wettbewerb, dem 1.500-m-Lauf, der blanke Horror für fast alle „Könige der Athleten“, dahin wie Butter in der Stendaler Abendsonne. Der Mann, dessen Initialen WR (= World Record) für Qualität bürgen, rettete noch 16 Punkte ins Ziel, verbuchte mit 8.123 Zählern einen neuen Weltrekord. Übrigens sein 39. nach zuvor 38 in verschiedenen Altersklassen in seiner Paradedisziplin. Der „Einbruch“ auf den 3 ¾ Stadionrunden im Jogger-Tempo von 7:06,64 Minuten war freilich vorprogrammiert. Ritte verfügt über ein Defizit an roten Blutkörperchen und gerät deshalb bei Ausdauerleistungen sehr frühzeitig in eine Sauerstoffschuld. Phänomenal, wie schon gestern das Kugelstoßen, der heutige Diskuswurf von 38,74 m. Allein im Speerwurf  schwächelte er mit 35,98 m unprogrammgemäß. Dazu gesellten sich zum Auftakt 15,33 sec. über 100 m Hürden und 4,00 m im Stabhochsprung. Geeses Leistungen an Tag zwei im Vergleich in der richtigen Reihenfolge: 100 m H 15,77 sec., Diskus 39,84 m, Stab 3,40 m, Speer 37,18 m, 1.500 m 5:33,42.