Nach ist zugleich vor dem SHC: Einige Impressionen von Auflage vier

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(Stendal/Krefeld, 01. Juni 2016) Eine Floskel im Fußball besagt „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Das lässt sich unter Austausch der Formulierung beliebig auf alle anderen Sportarten übertragen. Also sollten sich bekennende Mehrkämpfer/innen der Ü30-Generation schon einmal den Termin für das kleine und große Jubiläum für den Stendaler-Hanse-Cup vormerken. Die fünfte Auflage findet am letzten Mai-Wochenende 2017 statt, eingebettet in die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Stendaler LV von 1992. Noch mehr als jetzt schon kann sich vermutlich kein Klub der Welt für das Gelingen einer Veranstaltung ins Zeug legen. Aber die vielen Macher um Vor-Denker und Chef-Lenker Siegfried „Siggi“ Wille werden sicherlich alles geben, den eigenen hohen Standard noch zu überbieten. Denn wo ein (Siggi) Wille, ist bekanntlich ein Weg. Dazu noch der verpflichtende Vorname. Es wird kolportiert, dass nach einem verdienten Ruhetag die Vorbereitungen für den 5.SHC bereits begonnen haben. Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Unsererseits blicken wir mit ein paar Impressionen in Splitterform noch einmal zurück.
# „Schade, dass wir von dieser Top-Veranstaltung nicht schon früher gewusst haben“, meinte Senioren-Weltrekordler und Torsten-Carlius-Preisträger Matthias Sunneborn stellvertretend für das recht große „Drei-Kronen-Team“ aus Schweden. „Sonst wären wir jedes Jahr nach Stendal gekommen.“ Auf ein Neues Anno Domini 2017!
# Er ist und bleibt hoffentlich nicht weiterhin der große Pechvogel unter den „Königen der Athleten“: Zehnkämpfer Thomas Stewens aus Bad Vilbel. Der Hallen-Weltrekordler im Siebenkampf (M45) wollte eigentlich in der Hansestadt sein Comeback feiern, musste jedoch verletzungsbedingt passen. Dafür war er wieder als Coach für die Teilnehmer/innen ohne Betreuung vor Ort im wonnevollen Einsatz. „Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, ließ der Mit-Initiator des SHC, einer der drei Gründerväter neben Wille und Dieter Massin, wissen.
#  Service pur für die Athleten hat oberste Priorität in Stendal. Vom Transport Hotel – Stadion, über Pasta-Party bis hin zur Verpflegung mit Obst (Äpfel, Bananen, Melonen) und Getränken. Kostenfrei, versteht sich. Selbst der Wunsch für den Elektrolytdrink danach wurde erfüllt. Christina Bösch war ausgetrocknet und dürstete nach dem Ziel-Einlauf. Schwuppdiwupp wurde ihr ein alkoholfreies Weizenbier kredenzt. Und da auch frau auf einem Bein nicht stehen kann, außer sie hieße Storch, erhielt sie zum Gewichtsausgleich je einen Humpen für die linke und rechte Hand (siehe Foto). Möge es wohl bekommen sein.
#  Rolf Geese aus Göttingen löschte bei seinem Zehnkampf-Weltrekord in der M70 als „Abfallprodukt“ auch alle anderen denkbaren Rekorde bis zum Kreis abwärts. Mithin auch die bereits 25 Jahre alte europäische Bestmarke. Die hatte der Norweger Gudmund Skrivervik 1991 bei der Senioren-WM im finnischen Turku aufgestellt. Der Skandinavier war vor drei Wochen 95-jährig verstorben, nahm folglich seinen Europarekord für immer mit in seine letzte Ruhestätte.
# Ob Kommune, Banken, Politik oder Wirtschaft, sie alle stehen wie ein Mann hinter ihrem sportlichen Aushängeschild in Sachen Leichtathletik. So wurde signalisiert, dass schon für 2017 das erkleckliche Budget in trockenen Tüchern sei. Danach kann sich so mancher Veranstalter landauf, landab nur die Finger lecken und wird ob solch einer frohen Finanzkunde womöglich vor Neid erblassen.
# Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird aber immer wieder mal aufs Tapet gebracht. Viele Teilnehmer aus Deutschland sehen das herrliche Stadion mit dem furchteinflößenden Namen „Am Galgenberg“ in Verbindung mit dem reichen Fundus an Erfahrung und Können des SLV als idealen Schauplatz für eine Senioren-DM im Mehrkampf. Doch hier winken Siggi Wille und sein Klub trotz so viel Ehr‘ dankend ab. Sie haben sich oft genug angeboten. Doch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sie mit seinem aberwitzigen, über 70 DIN-A-Seiten starken Aufgaben-Katalog (unter anderem 50 VIP-Parkplätze, Werbefreiheit im Stadion für deren Sponsoren und so weiter) dauerhaft vergrault.
# Gemäß ganz großem Kino hochkarätiger Ereignisse wurden die Siegerehrungen im Zehn- und Siebenkampf in glitzernden Goldregen getaucht. Da auch in der schwül-warmen Altmark Gewitter angesagt waren, die erfreulicherweise ausblieben, fand die abschließende Zeremonie bei den Männern vorsorglich im Zelt statt. Als der neue Weltrekord durch Rolf Geese ausgerufen wurde, ist der Niedersachse minutenlang enthusiastisch gefeiert worden. Der Applaus ist eben nicht nur des Künstlers Lohn.
# Mittlerweile braucht er einen Buchhalter für alle die ihm angetragenen und zuteil gewordenen Insignien ehrenhalber. EVAA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen wurde anlässlich des 4.SHC als Motor und Mentor dieses Meetings, dessen Jury er zudem stets angehört(e), als Ehrenmitglied des Stendaler LV ausgezeichnet. Die Ernennungsurkunde wurde dem umtriebigen 75-jährigen Wahl-Westfalen vom SLV-Vorsitzenden Peter Ludwig im Rahmen des Empfangs für die Honoratioren überreicht. Sei nicht vergessen, dass Dieter Tisch aus Ludwigshafen, Regelexperte sowie Vizepräsident des LV Pfalz, erneut mit Rat und Tat zur Seite stand. Nicht vordergründig, aber auch Massin, sondern vielmehr der Veranstaltung.
# Und zu guter Letzt: Auf Wiedersehen in der wunderschönen Altmark im nächsten Jahr!

Anmerkung der Redaktion: Diesen für das Schaufenster „Flurfunk“ vorgesehenen und bereits angekündigten Beitrag stellen wir zunächst in die unsere Seite aufmachende Nachrichten-Spalte.