Wenn der ausgeprägte Hang zum Narzissmus seltsame Blüten treibt

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Monte Gordo/Krefeld, 22. Mai 2016)
Wenn der höchste Würdenträger (treffender wäre Bürdenträger) des kontinentalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) wieder einmal selber seine Sportschuhe schnürt, halten wir es mit der kölschen Kultband „De Höhner“: Da simmer dabei, dat is prima. Allerdings traf das letztgenannte Attribut nicht auf EMA-Präsident Kurt Kuddel" Kaschke (*1955) aus Freudenstadt zu. Der vor was auch immer weglaufende „Präses“ wurde bei den Non-Stadia Europameisterschaften in Monte Gordo an der Algarve im 10-Kilometer-Straßenlauf von 347 Zieleinläufern in 54:57 Minuten 320. der Gesamtwertung. Es gibt tatsächlich keine getrennten Ergebnislisten nach Altersklassen. Immerhin ließ er diesmal vier Fußgänger aus der M60 hinter sich. Der Sieger passierte nach 30:53 die Lichtschranke, der Primus aus der M60 nach 34:37 Minuten. Gleich hinter Kaschke kam der Schweizer Christian Vetsch aus der M80 in 55:15 Minuten ein.
Das einfach mal so zur besseren Einordnung. Nun stellt sich dem unvoreingenommenen Betrachter die berühmte Gretchenfrage, was will der präsidiale Jogger wem damit beweisen? Treibt ihn sein ausgeprägter, geradezu narzisstischer Hang zur Selbstdarstellung und – überschätzung an? Oder handelt er einfach nach der Trilogie der geflügelten Worte  „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich völlig ungeniert“, „Jeder blamiert sich so gut er kann“ und „Auch ein schlechter Ruf verpflichtet“?!
Der Sache hat er indes abermals nach dem Trauerspiel über 100 Meter (53. Und Letzter in 21,52 sec.) bei der WM 2015 in Lyon und der Straßenlauf-EM 2015 in Grosseto (wir berichteten jeweils) einen Bärendienst erwiesen. Nämlich als Offizieller zur Verwässerung einer internationalen Meisterschaft maßgeblich beigetragen zu haben und die eh um Reputation sowie öffentliche Anerkennung ringende Senioren-Leichtathletik damit ohne jede Not in Misskredit gebracht.
Dass er Spaß am Laufen von 100 bis 10.000 Meter hat, ist ihm logischerweise nicht vorzuwerfen. Wohl, dass er das „coram publico“ und der ihn nun einmal kritisch beäugenden interessierten Öffentlichkeit unternimmt.