DLV will wieder mal mit einer Drohgebärde das Geschäft ankurbeln

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Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Krefeld, 15. Mai 2016)
Es ist die alte Leier, die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei jeder internationalen Senioren-Meisterschaft nach Art des Wanderpredigers wieder auflegt. Er lässt einfach nichts unversucht, seine Ladenhüter aus dem hauseigenen Leichtathletik-Shop an den Mann und die Frau zu bringen. Damit soll wahrscheinlich der „Senior Sales Manager“ teilfinanziert werden, den sie in ihrem Anglizismuswahn kürzlich via Anzeige auf der DLV-Netzseite gesucht haben. Wenn die Bedeutung fehlt, muss das Kind halt den richtigen Namen bekommen. Es ändert freilich nichts daran, dass es sich um einen simplen Verkäufer handelt. Darf natürlich im Zuge der Gleichberechtigung und Frauenquote gerne auch weiblich sein.
Aber zurück zu der Unsitte, das lahme Geschäft mit Drohgebärden ankurbeln zu wollen. Da heißt es – auszugsweise – im Athleten-„Gebetbuch“ für die Non-Stadia-EM der Ü35-Generation vom 20. bis 22.Mai 2016 in Vila Real de Santo Antonio (Monte Gordo an der Algarve/Portugal), dass nur die für Senioren/innen abgespeckten Nationaltrikots „aus den beiden letzten DLV-(Kauf)Kollektionen“ zulässig seien. Durch ständige Wiederholung nimmt der Wahrheitsgehalt der Falschmeldung natürlich nicht zu. So werden wir dann ebenfalls nicht müde nach Wiederkäuermanier zu wiederholen, dass EMA-Vizepräsident Jerzy Krauze aus Polen anstelle von „Präses“ Kurt Kaschke (der hat ja bekanntlich eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, stets zum Wohle des DLV zu handeln; sie liegt Lampis vor und wurde in Teilen von uns veröffentlicht) erklärt hat, dass alle Trikots zugelassen werden, die einen Hinweis auf die Nation geben. Basta!
Also: die paar Hänsel und Gretel, die sich ob dieser Androhung gemüßigt sehen sollten noch eilends ein Trikot im Darmstadt zu ordern oder am Ort der Handlung aus dem Bauchladen der sicherlich abermals großen offiziellen Delegation um Verbandsoberschwester Margit Jungmann und Gefolge unter Schmälerung des Taschengeldes zu kaufen, können getrost auf Altbewährtes zurückgreifen. Denn in aller Regel handelt es sich nicht um EM- oder WM-Frischlinge, die ihre Laufschuhe für eine internationale Meisterschaft schnüren.
Und da läuft der Präsident des kontinenetalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) auch selbst. Kaschke will wie schon im Vorjahr als "Hinterbänkler" im italienischen Grosseto erneut seinen pathalogischen Hang zur Selbstdarstellung befriedigen. Der 61-jährige Realschullehrer aus Freudenstadt im schwarzen Walde hat für den 10-Kilometer-Straßenlauf der M60 gemeldet. Was ihn immerhin ehrt, dass er ein Trikot mit dem Schriftzug DEUTSCHLAND und nicht den kulturellen Selbstverleugner GERMANY auf der schmalen Brust spazieren trägt. Zumindest 2015.
In diesem Sinne noch einen schönen Pfingstsonntag und eine schaffensreiche, diesmal erst Dienstag beginnende neue Arbeitswoche!