Wer diese Überschrift liest, hat zumindest unfallfrei sein Bett verlassen

Kolumne

Moment mal

(Überall, Freitag, 13. Mai 2016)
Wer es bei seiner morgendlichen Lektüre bis zu diesem Beitrag geschafft hat, der konnte sich zumindest schon einmal unfallfrei aus seinem Bett schälen, selbst wenn er mit dem sinnbildlich falschen Fuß zuerst aufgestanden sein sollte. Obwohl dazu schon ziemliche Verrenkungen mit erhöhter Verletzungsgefahr nötig wären (wer im Doppelbett links schläft, wird auch mit dem linken Fuß zuerst aufstehen oder umgekehrt). Was soll der Quatsch, wird sich womöglich jetzt manch eine/r fragen und zu sich selber sagen? Einfach mal oben links auf die Datumszeile schauen! Heute schreiben wir erst- und zugleich letztmals in diesem Jahr Freitag, den 13. Da sollen der Überlieferung nach besonders viele Unglücke jedweder Art passieren. Nix für Abergläubige, die unter Sportlern mutmaßlich besonders häufig anzutreffen seien. Dabei dürfte es allerdings weniger um Unfälle, als liebgewordene Rituale gehen. Meist ausgemachter Nonsens. Aber – in dem Falle – der Glaube versetzt ja angeblich Berge. Und sei es nur ein Maulwurfhügel, in den man(n)/frau beim Warmlaufen allerdings besser nicht reintreten sollte. Da könnte schon mal eine Bänderdehnung oder größeres Ungemach drohen.
Nun können wir allerdings zur Beruhigung all jener beitragen, die einen ausgeprägten Hang zum Aberglauben haben. Nach Untersuchungen des ADAC und der Züricher Versicherung werden an Freitagen die auf einen 13ten fallen signifikant weniger Schadenfälle gemeldet als an allen anderen Freitagen im Jahr. Da blieben, je nach dem, noch bis zu 52. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass an diesem vermeintlich ominösen Tag wenigstens die Fraktion der Abergläubigen vorsichtiger ans wie auch immer geartete Werk und ganz auf Nummer sicher geht, gar im Bett liegen bleibt. Das setzt allerdings einen ganzen Stab von dienstbaren Geistern für alle möglichen Verrichtungen voraus. Denn bereits das Aufbrühen von Kaffee mit einem Handfilter bildet ein gehöriges Gefahrenpotenzial. Dazu bedarf es nicht mal einem Freitag, den 13., wie ich unlängst am Samstag, den 02. April mit einer Verbrühung 3. Grades auf dem Spann des rechten Fußes höchst schmerzhaft erfahren musste. Eine denkbar ungünstige Stelle für einen bekennenden Kugelstoßer mit bislang 1.112 Wettkämpfen in einem halben Jahrhundert.
Diese Statistik ist ebenfalls verbrieft, dass die meisten Unfälle im häuslichen Bereich geschehen. Nunmehr weiß ich es auch aus eigener Anschauung. Wenngleich dazu 71 Jahre vergehen mussten. Das wiederum ist die gute an der schlechten Nachricht.