"Kleine Bruder" DRTV macht dem DLV bei Senioren-Bestenlisten was vor

(Bitz/Krefeld, 12. Dezember 2018) Schauen wir in Anlehnung an unseren gestrigen Beitrag neidisch über den Zaun zur Fraktion Rasenkraftsport im Deutschen Rasenkraftsport- und Tauziehverband (DRTV) mit Sitz im schwäbischen Bitz. Der „kleine Bruder“ und Kooperationspartner des DLV hat nämlich mit Stand 06.Dezember 2018 auf seiner Netzseite alle offiziellen Veranstaltungen des abgelaufenen Wettkampfjahres und die dazugehörigen Bestenlisten aller Klassen, also auch der Senioren/innen (!), online gestellt. Eine erste Fassung gab es bereits am 29.Oktober 2018.
Aber auch die von Dezember wird, so es noch sehr späte Jahresbestleistungen auf der fürwahr letzten Rille geben sollte, womöglich noch nicht die letzte Version sein. Gleich auf der Startseite (rechte Spalte) werben drei Vereine für ihr Silvesterwerfen. Darunter neben Langenbrand (Baden-Württemberg) und Garching an der Alz (Oberbayern) auch Plettenberg im Westen des Sauerlandes in Westfalen. Da gerade unter den Hammerwerfern viele auch einem Klub mit einer Rasenkraftsport-Abteilung angehören, wäre je nach geografischer Zugehörigkeit ein Auftritt an einem dieser drei Schauplätze vielleicht eine Option, sich für die Silvesterfete in eine gute körperliche Verfassung zu bringen. Auf dem Programm steht jeweils der klassische Dreikampf aus Hammerwurf, Gewichtwurf und Steinstoßen nach Alters- und Gewichtsklassen. Mehr dazu unter www.drtv.de

Senioren werden bei Bestenlisten weiterhin vom DLV diskriminiert

(Darmstadt/Krefeld, 11. Dezember 2018) Widmen wir uns im Interesse aller Wettkämpfer/innen zum wiederholten Male dem leidigen Thema deutsche Senioren-Bestenliste. Auf Initiative von Wurf-Allrounder Torsten Lange, der sich in dieser Frage direkt an den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wandte, konnten wir Anfang dieses Jahres (siehe Link) gewissermaßen freudestrahlend berichten, dass die antiquarische, kostenpflichtige Papierversion endgültig  ausgedient habe und der Vergangenheit angehöre. Durch die automatisierte Erstellung von Bestenlisten aller Altersgruppen ab Sommer 2018 über das neue „dlv-list“ würde sich dieses Thema erledigen.
Denkste! Der DLV hat auf seiner Netzseite die Veröffentlichungen der Jahresbestenlisten abgeschlossen (Männer/Frauen, U20 und U18). Die Senioren/innen kommen dabei nicht vor. Seit geraumer Zeit steht lediglich die Senioren-Hallen-Bestliste 2018 zur Verfügung. Einmal mehr eine Diskriminierung und Ungleichbehandlung der ewigen Talente von gestern und vorgestern.
Es geht auch anders, wie wir am Beispiel des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) aufzeigen können (es mag auch noch andere Landesverbände geben). Bereits seit August gibt es dort eine unterjährige Bestenliste auch für die reiferen Semester. Ein Armutszeugnis für den Dachverband. 

Traditionsklub USC Mainz hat nun vier hochkarätige Ehrenmitglieder mehr

(Mainz/Krefeld, 09. Dezember 2018) Tradition verpflichtet: Der USC Mainz setzte seine lieb gewordene Gepflogenheit mit den jährlichen Sportler-Ehrungen auch 2018 fort. Jedoch sind  in diesem Jahr nicht nur die saisonalen Erfolge der Athleten und Athletinnen gewürdigt, sondern auch seit langer Zeit wieder herausragende Persönlichkeiten des Klubs mit der  Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet worden.
Als da wären: Inge Härle, seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen als Übungsleiterin ehrenamtlich tätig; Guido Kratzschmer (*1953), einer der erfolgreichsten Zehnkämpfer, Ex-Weltrekordler (8.667 Punkte) und Rudolf-Harbig-Preisträger; Prof. Dr. Manfred Letzelter in dessen Vorlesungen und Kursen Generationen von Sportstudenten saßen, der aber auch Hallen-Weltrekordler über 200 Meter gewesen ist. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft ruft bei ihm in Erinnerung, dass er über Jahrzehnte Spitzensport beim USC und Sportwissenschaft an der Universität Mainz zum beiderseitigen Gewinn in einer Symbiose vereinte.
Der vierte im Bunde, wobei die Reihenfolge rein alphabetischer Natur ist, der neuen Ehrenmitglieder ist der ehemalige Zehnkämpfer Graf Werner von Moltke (im Bild), der mehrere Deutsche Meisterschaften gewann, 1966 Europameister wurde, von 1989 bis 1997 Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und von 1997 bis 2012 Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, ausgezeichnet für seine ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Für die Belange des USC Mainz ist der mittlerweile 82-Jährige bis heute stets ansprechbar und zudem ständiger Gast bei allen Vereinsveranstaltungen.
Einer der Höhepunkte im aktuellen sportlichen Bereich war die Ehrung von Niklas Kaul (*1998), dem wohl größten deutschen Zehnkampf-Talent seit Jahrzehnten. Leider konnte Weltklasse-Speerwerfer Julian Weber wegen eines Trainingsaufenthaltes nicht anwesend sein.
Dazu von den Ehrungen unter diesem Link noch ein paar bewegte Bilder.

Sportsch(l)au: Simpel, aber effektiv - Muskeltraining mit eigenem Körper

(Köln/Krefeld, 10. Dezember 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 104. Kapitel zu diesem Themenkomplex.   A.H. 

Das lateinische Wort musculus heißt übersetzt Mäuschen. Ein niedliches Wort für die Kraftbündel, ohne die wir absolut unbeweglich wären. Sie übernehmen in unserem Organismus viele wichtige Funktionen, die dabei weit über die reine Bewegung hinausgehen:

  • Muskeln beeinflussen den Stoffwechsel.
  • Muskeln verbrennen Nährstoffe und erzeugen Energie für alle Bewegungen.
  • Muskeln wärmen.
  • Muskeln produzieren Botenstoffe.
  • Muskeln regulieren die Gehirnfunktion.
  • Muskeln fördern die Immunabwehr.
  • Muskeln schützen innere Organe.

Es lohnt sich also, mit einem gezielten Krafttraining in die wichtige Hauptrolle unseres Körpers zu investieren. Unsere Muskulatur ist außerdem ein sehr emotionales Organ, sie brauchen daher tägliche Pflege durch eine aktive Beanspruchung. Richtiges Muskeltraining sollte dagegen zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Programm stehen. Dabei müssen es nicht immer Fitnessgeräte oder teure Studios sein, denn das beste Trainingsgerät haben wir immer dabei: Unseren eigenen Körper.
Das Training mit dem eigenen Körpergewicht hat dabei im Vergleich zu manchem Gerät einen bedeutenden Vorteil: So werden hier etwa nicht isoliert einzelne Muskeln trainiert. Der gesamte Körper profitiert von der Beanspruchung. Das fördert eine bessere Koordination und einen ökonomischeren Bewegungsablauf. Somit erreicht man mit einfachen Mitteln ein effektives Ganzkörpertraining.

Starke Muskeln immer und überall

Ein weiterer Pluspunkt ist die niedrige Motivationsschwelle, da man sofort und überall loslegen kann. Ein bisschen Platz in der Wohnung oder auch unterwegs im Hotel reicht. Auch Übungen zu finden, erfordert nur einen geringen Aufwand. Altbewährtes sind zum Beispiel:

  • Liegestütze,
  • Crunches,
  • Kniebeugen,
  • seitliches Beinheben,
  • Ausfallschritte,
  • und der Hoch-Streck-Sprung

Sie haben an ihrer positiven Wirkung über die Jahre nicht verloren. Verschiedenste Variationen durch unterschiedliche Tempi, Bewegungsamplituden oder veränderte Hebel sorgen außerdem dafür, dass das Training nicht zu monoton ist und der eigenen Leistungsfähigkeit oder Tagesform individuell angepasst werden kann.

Wichtig zu wissen

Geachtet werden muss jedoch auf die richtige Haltung und die korrekte Ausführung. Wer sich indes gründlich informiert und bestenfalls eine Einweisung durch einen Trainer bekommen hat, der kann mit wenigen Mitteln ein effektives Krafttraining an jedem Ort absolvieren. Die Übungen sollten so lange ausgeführt und gehalten werden, bis die Muskeln brennen!

Bei diesem Wahlprozedere sind dem Zufall Tür und Tor geöffnet

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 08. Dezember 2018)
Auszeichnungen pflegen stets bei denjenigen umstritten zu sein, die sie nicht erhalten. Allerdings war die Enttäuschung von Sprint-Ass Ingrid Meier (*1947) vom LAC Quelle Fürth bei objektiver Betrachtung nachvollziehbar, bei der Wahl zu den Senioren-Leichtathleten des Jahres 2017 lediglich den vierten Platz belegt zu haben. Diese offenkundige, schreiende Ungerechtigkeit ist schlicht dem unausgegorenen System geschuldet.
Der federführende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) lässt den Bundesausschuss Senioren eine Vorauswahl treffen, danach entscheiden die Leser in einer Online-Abstimmung über Sieger und Platzierte. Eingedenk sehr schwacher Beteiligung (im Vorjahr rund 700 von etwa 405.000 Senioren/innen) sind dem Zufall Tür und Tor geöffnet, gibt die bessere Lobbyarbeit der Nominierten letzten Endes den Ausschlag. Schließlich dürfen auch die Kameraden aus dem Schachklub, dem Taubenzüchterverein, dem Stammtisch und der mehr oder weniger großen Nachbarschaft für einen abstimmen. So man(n)/frau noch werktätig ist, selbstverständlich auch die lieben Arbeitskollegen.

Größerer Bekanntenkreis ausschlaggebend für den Ausgang

Und doch reichten „Bei Jugend forscht“ des zusammen 153 Jahre alten Duos Herbert E.Müller (*1929) vom TSV Bayer Dormagen vergleichsweise überschaubare 169 und Ulrike Hiltscher (*1952) von der LG Neiße gar nur 154 Stimmchen zum Erfolg. Natürlich können die „Auserwählten“ nichts für das unzulängliche Verfahren. Damit wirklich glücklich zu werden, steht indes auf einem anderen Blatt. Bei der Wahl zu „Deutschlands Sportlern und Mannschaft des Jahres“ (siehe gestrigen Beitrag) dürfen ausschließlich berufsständisch organisierte Sportjournalisten ihre Stimmen abgeben. Warum bei den Senioren/innen nicht nur Leichtathleten, die bei der Abgabe ihre Startpass-Nummer angeben müssen? Das hätte die Beteiligung 2017 zwar vermutlich halbiert. Aber es würde zumindest fortan nicht mehr die bessere Lobbyarbeit und der größere Bekanntenkreis ausschlaggebend für den Ausgang sein.

Zahl der Nominierten wurde diesmal halbiert

Immerhin hat der DLV für 2018 der Verwässerung Einhalt geboten. Statt wie im Vorjahr zehn, hat er diesmal lediglich je fünf Kandidaten zur Wahl gestellt. Aus Werfer-Sicht höchst erfreulich, dass sich die Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching und Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark darunter befinden. Bedeutet andererseits auch die Qual der Wahl und der gesplitteten Gunstverteilung, minimiert zwangsläufig die Chancen (siehe Wahlbeteiligung).
Mehr dazu unter diesem Link, und hiermit geht’s zum Wahlergebnis 2017.