Senioren werden bei neuem Verfahren vermutlich in die Röhre gucken

(Kamen-Kaiserau/Krefeld, 13. Dezember 2017)  Eine absolute Fundgrube sind die von Eberhard Vollmer aus dem DLV-Referat „Kommunikation und Medien“ zusammen gestellten so genannten „Newsletter“ des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in Kamen-Kaiserau. Kurz und knackig, mit Verlinkungen zur tiefergehenden Information auf den Punkt gebracht. Unter anderem erfährt der  interessierte Leser  in der Ausgabe 6 – 2017 unter der Überschrift DLV-Bestenliste 2017 dies:  „Letztmalig veröffentlicht der DLV seine Jahres-Bestenliste als PDF-Dokument auf leichtathletik.de, bevor ab der Sommersaison 2018 das neue Modul „DLV-list“ eine aktuelle deutsche Online-Bestenliste präsentiert. Eine DLV-Bestenliste in Buchform gibt es wegen der geringen Nachfrage schon seit vier Jahren nicht mehr." Aktuelle Bestenlisten 2017
Gehen wir getrost davon aus, dass – wie schon bislang – die Senioren/innen auch von diesem neuen Verfahren ausgeschlossen werden und wieder einmal wie die
Mannesmänner" aus Duisburg-Huckingen beim Weihnachtsgeld buchstäblich in die blanke Röhre gucken. Da wird weiterhin ein kommerzieller Anbieter, der sich in einer Art Etikettenschwindel auch noch, welch ein Hohn, ehrenamtlicher Senioren-Statistiker nennen darf, das gesammelte Werk zum Erwerb in Buchform auflegen und gewissermaßen in das Antiquariat von ZDF-Ermittler „Wilsberg“ in Münster hineinarbeiten.

Ohne Ende Pleiten, Pech und Pannen bei der Dachorganisation DLV

(Darmstadt/Erfurt/Krefeld, 12. Dezember 2017)  Geben wir wieder einmal wider Willen und in Geschäftsführung ohne Auftrag das Kontrollorgan des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt. Immerhin kam er gestern im Wettkampfkalender endlich mit der Ausschreibung für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf und Bahngehen am 03./04.März 2018 in Erfurt aus dem Knick, die bis dahin wohl unter geheime Kommandosache lief. Deswegen glühte bei uns mit voneinander unabhängigen Hinweisen vieler Athleten der imaginäre Draht. Denn zumindest die Erstveröffentlichung bis zu einer unausbleiblichen Nachbesserung strotzte nur so vor Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten. Ein Auszug ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben: In der M50 bis 75 sowie W75 und 80 fehlt das Kugelstoßen, bei der M35 die 60m Hürden. Durchgängig für alle Klassen männlich wie weiblich sind keine Winterwurf-Wettbewerbe mit Diskus, Speer und Hammer aufgeführt.
Der bevorzugt die Kugel stoßende Lampis-Leser Oliver Schembach (M50) aus Essen brachte es treffend auf den Punkt: „Es bleibt bei Pleiten, Pech und Pannen beim DLV…“ Dem schließen wir uns vollinhaltlich an und fügen noch hinzu: Wenn so etwas mit unschöner Regelmäßigkeit in der freien Wirtschaft (damit sind jetzt keine Kneipen gemeint) passieren würde, hätte längst der Gang zum Konkursrichter angetreten werden müssen. Aber ein Sportverband mit 45 hauptamtlichen Mitarbeitern kann ungestraft vor sich hin wurschteln. Arme deutsche Leichtathletik!

Stendaler LV erklärt Zusammenarbeit mit Margit Jungmann für beendet

(Stendal/Rehlingen/Krefeld, 10. Dezember 2017)  Wer ist hier eigentlich für wen da? Die Funktionäre (das Schimpfwort für Ehrenamtsinhaber) für die Athleten oder umgekehrt? Diese Gretchenfrage dürfte sich normalerweise nicht stellen und sollte rein rhetorischer Natur sein. Mitunter ist sie jedoch leider angebracht. Das neueste Beispiel lieferte dazu die multifunktionale Verbandsoberschwester Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland, in Dreifaltigkeit Vorsitzende des Bundesausschuss' Senioren, WMA-Vizepräsidentin und Mitglied der Masters-Kommission der IAAF. Es gipfelte darin, dass der rührige, erst kürzlich mit dem „Stern des Sports in Silber“ von der Landesregierung Sachsen-Anhalt ausgezeichnete Stendaler LV die Zusammenarbeit mit ihr für als offiziell beendet erklärte. SLV-Frontmann Siggi Wille (im Bild) hatte die Faxen einfach satt. Wem das ein miserables Zeugnis ausstellt, muss nicht weiter erläutert werden. Dass diese beiden Partner keine Freunde mehr werden, liegt ebenfalls auf der Hand. Peinlicher geht's nimmer mehr. Doch ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Alles Weitere dazu auf der Netzseite des SLV und seinem Konto auf „facebook“ (ein wenig nach unten scrollen).

Sportsch(l)au: Im Freien Sport zu treiben ist nicht zwangsläufig gesünder

(Köln/Krefeld, 11. Dezember 2017) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ sowie anderen Publikationsplattformen an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 94.Kapitel zu diesem Themenkomplex. A.H.
Pauschal zu sagen, dass es gesünder sei im Freien Sport zu treiben, stimmt nicht immer. Besonders die Umweltbedingungen spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Wer beispielsweise in städtischen Gebieten Sport ausübt, in denen viele Motorfahrzeuge unterwegs sind, setzt sich einer höheren Abgas- und Feinstaubbelastung aus. Die konkreten Folgen sind noch nicht genau absehbar. Aber es kann unter anderem Atemwegserkrankungen oder Reizungen der Lunge und/oder Haut hervorrufen. Genauso sind extreme Hitze oder Kälte nicht gerade gesundheitsförderliche Faktoren. Zu hohe Außentemperaturen können zur Dehydrierung oder Kreislaufschwäche führen. Im Gegensatz dazu, kann das Sportentreiben bei Temperaturen von mehr als -10 Grad Celsius die Lunge schädigen.

Wind und Wetter gut für ein starkes Immunsystem

Neben diesen umweltbedingten Faktoren ist auch die organisatorische Komponente nicht zu unterschätzen. So hat nicht jeder einen Trainingsparcours oder Trimm-dich-Pfad um die Ecke. Wer also an Geräten oder mit Hilfsmitteln trainieren möchte, braucht entweder eigene Sportausrüstung oder ist im Studio oder einem Verein besser aufgehoben. Hinzu kommt, dass trotz positiver Wettervorhersage Umschwünge das Training im Freien schnell zu einer nasskalten Angelegenheit machen können. Wer draußen Sport treiben möchte, muss also auch Kleidung für jedes Wetter zur Verfügung haben.
Aber es nicht so, dass ich den Hallen- über den Freiluftsport stelle. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Denn einen ganz klaren Vorteil bietet Mutter Natur, was drinnen nicht simuliert werden kann: Bewegung draußen ist nicht nur Training für die Muskulatur, sondern auch Balsam für die Seele. Der Mensch und die Natur gehören zusammen. Hinzu kommt, dass das Immunsystem an der frischen Luft in Wald und Feld aktiv gestärkt wird. Wer bei Wind und Wetter Sport betreibt, aktiviert nicht nur das Herz-Kreislaufsystem, sondern kräftigt nachhaltig die Immunabwehr.
Aber die Entscheidung muss letztlich jeder selber treffen, wo es ihm im Winter am meisten Spaß und Freude bereitet.

Einmal mehr offenbart der DLV seinen haarsträubenden Dilettantismus

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld,  09. Dezember 2017)
 Da irrt David Deister in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite gewaltig. Schlampig formuliert, schlecht informiert und überhaupt nicht recherchiert. Schon die Überschrift „Wählen Sie erstmals Ihre ,Senioren-Leichtathleten des Jahres‘ 2017“ suggeriert, dass hier etwas revolutionär Neues stattfinden würde. Dieser honigblühende Unsinn setzt sich im ersten Satz des Textes (immerhin wird die Überschrift durch den Inhalt getragen) mit „In diesem Jahr sucht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) erstmals die ,Senioren-Leichtathleten des Jahres‘ 2017“ munter fort. Helfen wir dem auf Ruheständler Jörg Erdmann folgenden Frischling im Umgang mit der Ü30-Generation in unserer bekannt missionarischen Art auf die Sprünge. Das auch noch zum Nulltarif, derweil beim DLV nix umsonst zu sein pflegt. Obendrein kann es als Auffrischung für unsere Stammbesucher und Gelegenheitsgäste nicht schaden.

„Masters-Wahl“ eine Idee von Torsten Carlius und Dieter Massin

Diese Idee zu einer „Masters-Wahl“ geht in einem Gemeinschaftswerk zurück auf die damaligen Präsidenten der Senioren-Spitzenverbände in der Welt und Europa, Torsten Carlius  aus Schweden und Dieter Massin (im Bild) aus Ahlen in Westfalen. Sie waren es, die im Jahre 2004 die „Best Master of the Year“ (siehe Awards) aus der Taufe gehoben haben. Massin adaptierte diese hohe ideelle Auszeichnung ab 2005 in Europa und Deutschland. Der Westfale war hier zu Lande zugleich der Initiator. Transportiert wurde es durch den Sportverlag Meyer & Meyer in Aachen mit den Publikationen SELAplus, einem monatlich erscheinenden Print-Magazin, und SELAnetz, einem frei zugänglichen Internet-Portal. Federführend wurden das analoge und digitale Medium aufgrund seiner  profunden Fachkenntnisse sowie weitreichenden Kontakte bis 2013 von Massin bearbeitet. Bis dahin ist auch die Senioren-Wahl in einem vorwiegenden Votum der Leser durchgeführt worden. Die Ehrung erfolgte jeweils in einem nicht von den Organisatoren zu verantwortenden Akt der Lieblosigkeit im Rahmen der nächstjährigen Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften „zwischen Supp‘ und Gemüs‘“ unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit von einem offiziellen DLV-Vertreter.

Prozedere ab 2014 in alleiniger Regie des DLV
 
Also schon ab 2014 ist das Prozedere, an dem immer wieder mal unzulänglich herumgedoktert wurde, in die alleinige Regie des Dachverbandes übergegangen. Zuletzt durften von Aktiven Vorschläge unterbreitet werden, die dann von einer Kommission von Pseudo-Experten mit (un-)schöner Regelmäßigkeit über den Haufen geworfen worden sind und folglich teilweise abstruse Entscheidungen gebar. Was nun wirklich sowie einzig und allein neu an dem Verfahren ist, dass ausschließlich die Leser der  DLV-Netzseite online über ihre Auserkorenen abstimmen und somit eine mehrheitsfähiges Ergebnis auf eine breitere Basis gestellt wird. Das ist fraglos ein Riesenfortschritt.

Mehrkampf- und Weitsprung-As Klemens Grißmer schnöde übergangen
 
Es gibt jedoch weiterhin einen kapitalen Haken an der Geschicht‘: Wieder ist es ein Gremium von vermeintlichen Fachleuten, die je zehn nominierte Senioren und Seniorinnen zur Wahl stellen. Und schon scheiden sich die Geister. Mehrzahl! Denn damit stehe ich nach inzwischen vielen geführten Gesprächen mit Sportkameraden/innen nicht mutterseelenalleine da. Ohne jetzt großartig an den jeweiligen „Top ten“ herummäkeln zu wollen (was leicht möglich wäre), fällt jedoch geradezu gravierend auf, wer sich nicht darunter befindet. Nämlich Zehnkämpfer Klemens Grißmer (*12.11.1951) von der TSG Oberursel, der beim hochkarätigen Ereignis der 20.Senioren-Europameisterschaften 2017 im dänischen Aarhus einen mit 8.205 Punkten phantastischen Weltrekord in der M65 aufstellte. Er pulverisierte förmlich die acht Jahre alte Bestmarke (7.837) seines Landsmannes Rolf Geese (*1944) aus Göttingen.
Der Hesse aus der Nähe von Frankfurt hatte zuvor  bei der Hallen-WM im koreanischen Daegu ebenfalls die globale Bestmarke von Geese im Fünfkampf auf 4.637 Punkte verbessert. Dazu steigerte er über 5,38 im Einzelwettbewerb und 5,48m innerhalb des Mehrkampfes  zweimal den Hallen-Weltrekord im Weitsprung.
Alles schon vergessen? Dann einfach mal im Archiv nachschauen oder nicht verzagen, LAMPIS fragen! Und noch eines: Der 100-m-Sprint mag die Krone der Leichtathletik sein, aber die Zehnkämpfer werden wegen ihrer enormen Vielseitigkeit nicht von ungefähr und völlig zu Recht bei ihrem strapaziösen Zwei-Tage-Werk als „Könige der Athleten“ gefeiert.
Traurig genug, daran erst erinnern zu müssen. Alles Kleister, Herr Deister, oder Achtung bei der Berufswahl!