Sprinter Daniele Biffi hat den Kampf mit dem Krebs endgültig verloren

(Berlin/Krefeld, 21. Januar 2021) Als Don Quijote wider Willen erzielte er beim Kampf gegen die Windmühlenflügel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt und dem mühseligen Gang durch die Instanzen bis hinauf zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg City einen großartigen Erfolg. Doch den mit einer heimtückischen Krebserkrankung hat er endgültig verloren. Der italienischstämmige Sprinter und Trainer Daniele Biffi (im Bild) von TopFit Berlin verstarb vergangenen Samstag im Alter von erst 48 Jahren. Dies teilte vorgestern in einem Nachruf der Berliner Leichtathletik-Verband auf seiner Internetseite mit.
Zur Erinnerung: Der DLV hatte in einer Nacht- und Nebelaktion mit Wirkung zum 1.Januar 2017 das Ausländer-Startrecht bei Deutschen Senioren-Meisterschaften für EU-Bürger mit Lebensmittelpunkt in Deutschland und Mitgliedschaft in einem deutschen Leichtathletik-Verein von jetzt auf gleich ohne Vorlaufzeit und Besitzstandswahrung abgeschafft. Dagegen klagte der Wahl-Berliner Biffi im Schulterschluss mit seinem Anwalt und befreundeten Klubkameraden Gerald Kornisch.

Neben dem Gedenken ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher

Den gesamten Werdegang über drei Jahre hat Lampis in etlichen, überwiegend exklusiven Beiträgen mit dem jeweiligen Stand des Verfahrens bis zum Abschluss begleitet. Schlussendlich konnte im Februar 2020 die Rückkehr zur alten Regelung von den betroffenen Athleten/innen gefeiert werden (siehe Link) und trat für die Senioren-Hallen-DM mit Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt erstmals wieder in Kraft. Biffi konnte seinen Triumph über die verschiedenen Verhandlungstische hinweg leider nicht vor Ort in der Thüringer Metropole auf der Kunststoffpiste auskosten, da er damals bereits erkrankt war.
Neben dem Gedenken derer die ihm nahe standen, hat er für immer einen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern der ehedem olympischen Kernsportart sicher.

Menschheit ab heute zumindest schon mal von einer Geißel befreit

(Washington/Krefeld, 20. Januar 2021) Zuerst die gute Nachricht rund um den Erdball. Womöglich wird sogar eines Tages der 20.Januar von den Vereinten Nationen (UN) mit Hauptsitz in New York zum weltweiten Feiertag ausgerufen. Denn mit der heutigen Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden als neuen US-Präsidenten verlässt Mr. „America First“ Donald „Duck“ Trump nach vierjähriger Schreckensherrschaft das „Weiße Haus“ in Washington. Lange Zeit sah es danach aus, dass er es nicht freiwillig tun würde und ihm eine Zwangsräumung droht. Egal: Die Menschheit ist damit eine Geißel schon mal los.

„Lockdown“ verschärft und bis zum Valentinstag verlängert

Die noch schlimmere, in ihren Ausmaßen für Leib und Leben, tobt derweil noch. Den vielen Maskenmuffeln, Corona-Leugnern, (Ver-)Querdenkern, Ignoranten und Verschwörungstheoretikern (wie einfältig muss man dafür eigentlich sein?) ist es zuzuschreiben, dass hier zu Lande der „Lockdown“ (Abriegelung) unter verschärften Bedingungen über den 31.Januar hinaus bis zum 14.Februar 2021 verlängert wird. Also nix mit einem Valentinstag bei einem aushäusigen Essen in einem schönen Restaurant zusammen mit dem Partner des Herzens. Allerdings sollte auch das im Sinne der Herkulesaufgabe zur Eindämmung des vermaledeiten Virus‘ zu verschmerzen sein. Mit durchgängig mehr Disziplin und Verantwortungsbewusstsein kann jede/r seinen Beitrag dazu leisten, dass über die Impfungen hinaus alsbald wieder Normalität einkehrt. Andere Länder machen es uns bereits vor.

Wintercup unterm Hallendach womöglich ein Mutmacher für andere

(Frankfurt/Krefeld, 18. Januar 2021) Genügen wir der Chronistenpflicht, bringen wir zu Ende, was von uns begonnen worden ist. Dem ersten Anschein nach ging auch der gestrige zweite Akt des 1.Wintercups in der Leichtathletikhalle von Frankfurt-Kalbach reibungslos vonstatten, maskenfrei und nicht immer zu gewährleistendem Mindestabstand in diesen schwierigen Zeiten eine Ansteckung mit dem verflixten Corona-Virus zu vermeiden. Sollte das tatsächlich durgängig gelungen sein, wozu es zu früh ist, das zu konstatieren, könnte dies als Mutmacher für andere Veranstaltungen mit einigermaßen überschaubarer, limitierter Teilnehmerzahl dienen. Müßig zu erwähnen, dass es entsprechender Hygienekonzepte und deren stringenten Einhaltung bedarf. Aber Leichtathleten haben ja Disziplin und die Einhaltung von Regeln in ihrer DNA. Schon mal eine vortreffliche Grundvoraussetzung.

Malaika Mihambo unterlag aufgrund des kürzeren drittbesten Versuchs

Apropos Regelwerk. Das ist zugleich eine selbst gegebene Steilvorlage. Beim Weitsprung der Frauen reichte bei Weitengleichheit von 6,52m zwischen Maleika Mihambo (LG Kurfpalz) und Luzolo Maryse (Königsteiner LV) nicht einmal der nächstbessere Versuch (beide 6,33m), um die überraschende Niederlage der Weltmeisterin gegen eine deutsche Konkurrentin in dem Fünferfeld zu besiegeln. Erst die drittbeste Weite von 6,32 zu 6,18m entschied zu Gunsten der ein Jahr jüngere Beinahe-Lokalmatadorin aus dem Taunus, die sich diesen unverhofften Erfolg vermutlich einrahmen wird.
Alles Weitere zum rein Sportlichen auf der DLV-Netzseite in Worten und Zahlen.

Kluger Titel "Reife Leistung" Hommage an 13 Senioren-Sportler/innen

(Berlin//Krefeld, 19. Januar 2021) Nicht gesucht, dennoch gefunden. „Kommissar Zufall“ wollte es so. Auf meiner Internet-Spielwiese hatte ich nebst Verlinkung auf den interessanten Artikel Deutschland vor der Bewegungsinsolvenz" des inzwischen freiberuflichen Sportjournalisten und Buchautoren Christoph Cöln (im Bild spitzbübisch lächelnd von Herbert E.Müller eingefangen) aus Berlin in der Online-Ausgabe von „Die Welt“ hingewiesen. Der weitaus jüngere, 42-jährige Kollege aus der Bundeshauptstadt „outete“ sich zu meiner großen Freude als gelegentlicher LAMPIS-Leser und rief mich bezogen auf den genannten Beitrag (siehe Link) an. Bei dem ersten lebhaften 40-minütigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch, mittlerweile folgten zwei weitere längere Telefonate, stellte sich schnell heraus, dass wir im übertragenen Sinne Brüder oder altersgemäß richtiger Vater und Sohn im Geiste sind, beide ein großes Herz für Senioren-Sportler/innen haben. Kurzum: C.C. aus B. schickte mir zu meiner Überraschung mit der Widmung „Machen Sie weiter so!“ sein im Juni 2020 erschienenes Buch „Reife Leistung“ zu. Einfach so. Bar des Hintergedankens einer Buchbesprechung.

Kleine kollegiale Schützenhilfe

Was ich jedoch in Geschäftsführung ohne Auftrag (wer wollte es verhindern?!) nun doch mache. Denn in Zeiten von Corona, wo so ziemlich alles auf der Strecke geblieben ist, kann ein bisschen PR als Anschubhilfe für einen beruflich gleichgesinnten Artgenossen schließlich nicht schaden. Zumal das gebundene Werk von 208 Seiten, im Mittelteil mit Farbfotos der Protagonisten, genau auf den Leserkreis der engagierten Senioren/innen dieses Internetportals abzielt. Darauf deutet bereits der sehr klug gewählte, doppeldeutige Titel „Reife Leistung“ hin, spätestens jedoch die Unterzeile „Mit Sport dem Alter trotzen. Inspirierende Geschichten von Menschen über 70.“ Es sind in elf eigenständigen Kapiteln 13 an der Zahl. Allesamt lesenswert, aufwändig mit Besuchen der „fitten Alten“ recherchiert, interessant, amüsant und unterhaltsam zu Papier gebracht. Obendrein das Schöne daran: Für viele Leichtathletik-Senioren/innen mit einem hohen Wiedererkennungswert.

Ein paritätisch besetztes Quartett aus der Senioren-Leichtathletik

Gleich ein Quartett, hübsch paritätisch verteilt je zwei fortgeschrittenes Mädels und Jungs, gehören der gemeinsamen Zunft an. Als da wären: Ingrid Holzknecht (*1940), die unverwüstliche, kernige „Köllnflocke“ aus Elmshorn, die Gevatter Tod schon von der Schippe sprang, die „blaublütige“ Rosy Gräfin von Westerholt (*1939) aus Herten, die „nebenbei“ den Golfschläger schwingt, der sportlich dreispurig fahrende Dieter Wolf (*1937) aus Neuss mit seiner als früherem Geheimdienstler und Bundeswehr-Oberstleutnant a.D. besonders spannenden Vita (Dieter schreibt derzeit seine dreiteiligen Memoiren) sowie der laufende Allesrenner und Dauerbrenner Herbert E.Müller (*1929) aus Grevenbroich, beide für den TSV Bayer Dormagen startend. Daher mir bestens über Jahrzehnte hinweg vertraut und sportfreundschaftlich verbunden. Insofern sind mir gerade die ihnen gewidmeten Zeilen durchaus bekannt. Schön und lehrreich zudem für einen alten, neugierig gebliebenen Fahrensmann, das mal in einem anderen Sprachduktus zu lesen.

73-Jähriger als Michelangelo am eigenen Körper
 
Klar und Ehrensache, dass ich nicht der Reihenfolge nach diese vier Porträts aus der „Oldiethek“ zuerst gelesen habe. Anschließend das über Bodybuilder Hans-Willi Neubauer (*1947) aus dem historischen Krefelder Stadtteil Linn. Lokalpatriotismus war nicht der einzige Grund. Den Michelangelo am eigenen Körper kenne ich vom nicht gemeinsamen, freilich häufig gleichzeitigem Training im „Power Gym“ in Krefeld-Uerdingen. Dort haben wir bisweilen in kleinen Ruhephasen zwischen den Einheiten beim „Eisenfressen“ oder an der „Proteinbar“ des Fitness-Studios ein paar Sätze miteinander gewechselt.

Summa summarum ein lesenswertes Gesamtkunstwerk

Ehe ich noch meine subjektive, ein wenig voreingenommene Wahrnehmung resümierend zum Besten gebe, lasse ich lieber mit Herbert E.Müller einen der 13 Auserkorenen zu Wort kommen: „Christoph Cöln ist es zusammen mit dem Fotografen Miguel Brusch gelungen, in eindrucksvollen Berichten und mitreißenden Fotos jeden einzelnen Athleten als Persönlichkeit darzustellen. Bleibt zu h
offen, dass möglichst viele das spannende, kurzweilige Buch lesen und daraus die erforderlichen Schlüsse ziehen.
Weitere Appetitmacher in Schrift und Bildern auf der eigenen Netzseite www.reifeleistung.com bis hin zur Bestellmöglichkeit. Mehr Service für den Autor und potenzielle Interessenten geht nicht.

Hallen-Wintercup: Kalkulierbares Risiko oder bodenloser Leichtsinn?

(Frankfurt-Kalbach/Krefeld, 17. Januar 2021) Kalkulierbares Risiko oder bodenloser Leichtsinn unter dem Hallendach? Das muss sich erst noch erweisen. Vorausgesetzt, die Organisatoren sind im konkreten Falle ehrlich genug öffentlich Farbe zu bekennen, ehe ihnen womöglich Dritte auf die Schliche kommen. Jedenfalls ging ungeachtet durch Corona bedingter teilweiser kurzfristiger Absagen von Hallen-Veranstaltungen (Dortmund, Unna) und weiter vorausschauender der Hallen-DM im Mehrkampf Ende Januar in Halle/Saale (selbst der Straßenlauf „Rund um das Bayer-Kreuz“ am 07.März fiel bereits dem Rotstift anheim) der gestrige erste Tag des Wintercups in Frankfurt-Kalbach ungerührt über die sportliche Bühne. Wie noch am Abend in den Sportnachrichten verlautete und auf Videotext vom Hessischen Rundfunk nachzulesen ist, wurde die weltmeisterliche deutsche Vorzeige-Leichtathletin Milaika Mihambo von der LG Kurpfalz bei ihrem Ausflug zum 60-Meter-Sprint in 7,49 Sekunden Dritte hinter Lisa Mayer (7,26) aus Wetzlar und Yasim Kwadwo vom LC Paderborn.
Bei Online-Stellung dieses Beitrages um exakt 08:11,05,28 Uhr der Atomuhr in Braunschweig (nicht jede/r wird jetzt diesen Seitenhieb verstehen) waren noch keine Ergebnisse auf der DLV-Netzseite veröffentlicht. Einen ausführlichen Bericht haben wir beim Veranstalter Eintracht Frankfurt entdeckt (siehe Link).